Kommt das Raubtier in die Städte?

Wolf auf A661 bei Frankfurt totgefahren

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Ein überfahrener Wolf liegt in Frankfurt neben einer Leitplanke an der A661

Frankfurt - Auf der A661 ist bei Frankfurt ein Wolf totgefahren worden. Das Tier lief auf die Straße, der Autofahrer schaffte es nicht, dem Wolf auszuweichen.

Innerhalb von rund sechs Wochen ist in Hessen höchstwahrscheinlich zum zweiten Mal ein Wolf überfahren worden. Der Rüde war am heute Morgen gegen 6.45 Uhr auf der Autobahn Oberursel-Offenbach (A661) nahe der Anschlussstelle Frankfurt-Eckenheim auf die Fahrbahn gelaufen und mit einem Wagen zusammengestoßen, wie Polizeisprecher André Sturmeit berichtete und damit Medienberichte bestätigte. Der Fahrer habe nicht mehr rechtzeitig bremsen können, das Tier sei sofort tot gewesen. "Das hatten wir in Frankfurt noch nie. Das ist sehr außergewöhnlich für unsere Breitengrade", sagte Sturmeit.

"Er sieht sehr, sehr verdächtig nach Wolf aus", sagte der Leiter des Senckenberg-Forschungsinstituts für Naturschutzgenetik in Gelnhausen, Peter Haase. Ganz sicher könne dies aber nur mit einer genetischen Analyse festgestellt werden. "Das dauert ein paar Tage." Dann könne möglicherweise auch gesagt werden, ob das Tier aus Polen oder Italien kam. Das Institut ist das nationale Referenzzentrum für Wolfsproben. Die hessische Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch und die Wolfsexpertin Marion Ebel vom Wildpark Alte Fasanerie in Hanau halten das Tier nach Fotos ebenfalls für einen Wolf. "Vielleicht kommt er aus der Marburger Ecke", sagte Ebel.

Der Osten Deutschlands werde für die Population langsam eng. Anfang März war ein toter Wolf auf der Autobahn bei Bad Soden-Salmüster (Main-Kinzig-Kreis) gefunden worden und später in Gelnhausen untersucht worden. Das junge Weibchen stammt aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation und sei vermutlich aus dem Osten oder über Niedersachsen nach Hessen gelangt. Der in Frankfurt überfahrene Wolf war der vierte, der seit 2000 in Hessen entdeckt wurde. Alle sind tot. Einer war nach Angaben des Umweltministeriums in Wiesbaden ebenfalls angefahren worden und soll Jokisch zufolge später in Rheinland-Pfalz erschossen worden sein.

Das dritte Tier wurde ohne äußerlichen Schaden gefunden und war vermutlich krank, wie es vom Ministerium hieß. Augenzeugen in der Rhön wollen in den vergangenen Wochen mehrmals einen Wolf gesehen haben. Ein Foto oder auswertbare DNA-Spuren von Kotproben gab es bislang aber nicht. "In Hessen gibt es keinen bestätigten Nachweis eines lebenden Wolfes", sagte Jokisch. Vor allem in der Lausitz und in Brandenburg hätten sich inzwischen wieder Wölfe angesiedelt.

Die mit dem Wolf heult

dpa

Quelle: op-online.de

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