Eltern mit Urteil unzufrieden

Unfalltod im Holiday Park: Geldstrafe und zwei Freisprüche

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Neustadt/Weinstraße - Ein Schuldspruch, zwei Freisprüche: Damit endet der Prozess um den tragischen Unfalltod eines elfjährigen Mädchens in einem Pfälzer Freizeitpark. Die Eltern sind damit nicht zufrieden.

Ein elfjähriges Mädchen stirbt in einem Freizeitpark - überrollt von den Plattformen eines Fahrgeschäfts. Wegen dieses Dramas im Pfälzer Holiday Park hat das Amtsgericht Neustadt/Weinstraße heute den ehemaligen Bediener des Karussells wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt. Der 22-Jährige habe in zwei Fällen seine Sorgfaltspflicht verletzt, sagte Richter Alexander Melahn. "Er wird damit zu leben haben, dass er den Tod eines Kindes verschuldet hat." Zwei mitangeklagte Ex-Vorgesetzte des jungen Mannes sprach er frei. Die Eltern des Mädchens, die als Nebenkläger auftraten, zeigten sich enttäuscht. Ihre Anwälte hatten Haftstrafen für die beiden Vorgesetzten gefordert. Angesichts der Schlampigkeit, die in dem Park geherrscht habe, sei es "ein Unding, dass die beiden freigesprochen wurden", sagte die 34 Jahre alte Mutter des Mädchens aus Kelsterbach bei Frankfurt.

Die Elfjährige war am 15. August 2014 in dem Fahrgeschäft Spinning Barrels ("Drehende Fässer") gestürzt, das sie mit ihrer Mutter betreten hatte. Sie wurde von den Plattformen überrollt und tödlich verletzt. Richter Melahn sah es als erwiesen an, dass der 22-Jährige entgegen der Vorschriften die Tür zum Fahrgeschäft offengelassen hatte, so dass Mutter und Tochter zu einem Zeitpunkt in das Karussell gelangten, zu dem dies nicht mehr hätte sein dürfen. Außerdem habe er vor dem Start nicht noch einmal zur Tür geschaut. Der 22-Jährige hatte bis zuletzt gesagt, er habe die Tür geschlossen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass Mutter und Tochter über die Absperrung geklettert seien, sagte der Richter. Er verhängte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 20 Euro.

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Der junge Mann hatte zugegeben, dass er ohne den Hinweis "Achtung, die Fahrt beginnt" gestartet war. Das sei ihm bei der Einweisung nicht gesagt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dies seinen Vorgesetzten zur Last gelegt. Der Richter sagte, im Endeffekt spiele es keine Rolle, ob die Durchsage ausreichend kontrolliert worden sei, da auch im Falle einer Durchsage vermutlich zu wenig Zeit zum Reagieren gewesen wäre. Zudem habe sich am Unfalltag eine Konstellation ergeben, die die Angeklagten kaum hätten vorhersehen können. Staatsanwalt Torsten Lenz, der für alle Angeklagten Geldstrafen gefordert hatte, will Rechtsmittel prüfen. Der Anwalt des 22-Jährigen wollte dazu keine Angaben machen. Die Anwälte von Mutter und Vater kündigten ebenfalls Rechtsmittel an.

dpa

Quelle: op-online.de

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