Fast 40.000 Menschen staunen über die Schau

Weltrekord der „Ehrlich Brothers“: Charmant und souverän

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Der Aufnahme ins Guinnessbuch der Rekorde steht nichts mehr im Wege: Nie haben mehr Menschen einer Zaubershow zugesehen als am Samstag in der Commerzbank- Arena. Das Duo „Ehrlich Brothers“ lockte fast 40.000 Besucher ins Stadion.

Frankfurt - Der Traum der „Ehrlich Brothers“, mit dem Weltrekord für die meisten Zuschauer bei einer Zaubershow ins Guinnessbuch aufgenommen zu werden, ist in Erfüllung gegangen. Fast 40.000 Fans kamen in die Commerzbank-Arena, um „Magic – Die einmalige Stadion Show“ zu sehen. Von Thomas Ungeheuer 

Nahezu ausverkauft ist das Stadion, in dem die Brüder humorvoll auf eine Panne bei einer vergangenen Show hinweisen. Der Qualm von Feuerwerkskörpern hatte in Osnabrück die Sprinkleranlage aktiviert und das arglose Publikum mit altem, tiefdunklem Wasser bespritzt. In Frankfurt scheint keiner Angst vor Ähnlichem zu haben. Hier vertraut man dem staatlich geprüften Pyrotechniker Christian Ehrlich. Er wird sich schon ausgiebig Gedanken über Knalleffekte gemacht haben. Und in der Tat wird es im Stadion trocken bleiben, obwohl bei den „Ehrlich Brothers“ noch nie so viele Raketen und Böller gezündet worden sind.

Laute Techno-, Rock- und Pop-Musik begleitet das Geschehen auf der weitläufigen Bühne. Logischerweise darf somit auch Nils, ein Junge aus dem Publikum, mit einem dicken Hammer ordentlich auf eine Stahlplatte schlagen, um die Härte des Materials zu prüfen. Groß sind dessen Augen, als wenig später Chris Ehrlich, im Schutz eines weißen Tuches, durch die Platte hindurchschlüpft. Aber freilich beweist der 34-jährige noch mehr magische Fähigkeiten. So vermag er es, eine von einem Zuschauer gekennzeichnete Spielkarte mit dem Mund aus einem riesigen Luftballon zu fischen, den er sich über den Kopf gezogen hat. Selbstredend sogar mit verbundenen Augen.

Charmant lenken die „Ehrlich Brothers“ zwischendurch die Aufmerksamkeit auf die Zuschauerin Anja. Feiert sie doch an diesem Abend ihren 34. Geburtstag. „Happy Birthday To You“ darf das Publikum für sie singen. Bloß so stimmgewaltig wie erhofft, ist der Chor der „Frankfurter Domspatzen und Offenbacher Krähen“ nicht. Schade. An der Akustik in der Arena liegt es jedoch nicht. Genau diese erweist sich nämlich sonst als problematisch. Wiederkehrend hallen die Worte der „Ehrlich Brothers“ im Stadion nach. Weil die Mehrheit des Publikums das Bühnengeschehen auf zwei gigantischen LED-Leinwänden betrachtet, zünden somit einige der sprachlichen Pointen, welche die Gesten der Zauberer begleiten, nicht.

Zudem machen die „Ehrlich Brothers“ während ihres fast dreistündigen Auftritts viele Gags, die ihre Fans längst kennen. Schließlich ähneln sich die Programme von „Magie – Träume erleben“ (2012-2016) und „Magic – Die einmalige Stadion Show“ am Samstag sehr. Auch gerät man ins Grübeln über den Zuschauer Sascha, der zwei Liter Bier aus einem Stiefel in einem Zug austrinken kann. Der Applaus für diesen männlichen „Helden“ wird nicht nur für die reichlich anwesenden Kinder ein falsches Zeichen gewesen sein.

Ja, man hat durchaus die Zeit, über einzelne Szenen nachzudenken. Denn so fesselnd inszeniert, wie die Show an Silvester 2015 in der Festhalle war, erscheint das, was man im Stadion sieht, nicht. Dass es den Brüdern trotzdem gelingt, ihr Publikum immer wieder zu begeistern, liegt somit auch daran, dass sie sich im Stadion auch als souveräne Meister der Animation beweisen.

Kichern für die Kickers

Quelle: op-online.de

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