Datenbank für Hausbesitzer

Solarenergie: Mit wenigen Klicks kalkulieren

+
Die Messdaten für das neue Solarkataster werden vom Flugzeug aus mit laserbasierten Luftbildern gewonnen.

Wiesbaden - Hessen will mit einem flächendeckenden Solar-Kataster die Nutzung der Sonnenenergie ankurbeln. Mit der neuen Datenbank im Internet können Hausbesitzer künftig mit wenigen Klicks prüfen, ob sich ihr Dach oder eine Freifläche für eine Solaranlage eignen.

Gibt es in Hessen bereits Erfahrungen mit Solarkatastern?

Pilotversuche gab es nach den Worten der Expertin Martina Klärle vom Frankfurter Forschungsinstitut für Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik beispielsweise in Marburg und Wiesbaden. Für mehr als 580.000 Dächer im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen ging vor vier Jahren ein erstes größeres Kataster an den Start. Auch die Stadt Offenbach betreibt seit August 2010 eine solche Datenbank.

Was ist das Besondere an dem neuen Solar-Kataster?

„Zielgruppe sind neben Bürgern und Hausbesitzern auch Kommunen und Energieversorger“, erklärt Energieminister Tarek Al-Wazir. Für das Kataster seien rund fünf Millionen hessische Dächer und jede Freifläche mit einem Laserscan abgeflogen worden. Erfasst wurden unter anderem Neigungswinkel und Verschattung des Daches. In die Berechnungen für die Wirtschaftlichkeit fließen eine ganze Reihe von Parametern ein. Etwa mögliche Zuschüsse, ob Stromspeicher angeschafft werden sollten oder zu erwartende Zinssätze für Darlehen. Eine große Rolle spielt auch, ob der Solarstrom vor Ort verbraucht wird. Nach wenigen Klicks kann man sehen, in wie vielen Jahren sich eine Investition voraussichtlich auszahlt.

Kann man eine Solaranlage auch auf dem Balkon aufstellen?

Im Prinzip ja, sagt Matthias Hüttmann von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie. Der Verband stellt auf seiner Webseite den „Solar-Rebell“ vor, eine Kleinstanlage, die auch an Hausfassaden, auf Balkons oder Garagendächern Kleinverbrauchern ihre eigene kleine Energiewende ermöglicht. Allerdings sei es nicht bei allen Betreibern möglich, die erzeugte Mini-Leistung von 250 Watt einzuspeisen. Zudem vergehe manchem Verbraucher angesichts der Flut an Vorschriften die Lust auf die eigene Stromerzeugung, sagt Hüttmann.

Wie ist derzeit der Trend bei der Nutzung von Solarstrom?

Kerstin Watzke vom Solarenergie-Förderverein Deutschland sieht die Entwicklung kritisch. „Deutschland war von 2010 an bis vor ein paar Jahren auf einem guten Weg“, sagt sie. Doch die damaligen Zuwachsraten für Photovoltaik-Anlagen würden angesichts komplizierterer Rahmenbedingungen und mangelnder politischer Förderung vielerorts „bei weitem nicht mehr erreicht“. Mehr noch: „Wir sehen in den letzten Jahren ein Installationssterben.“ Den Trend bestätigt auch Minister Al-Wazir. In Hessen sei der jährliche Ausbau auf 45 Megawatt geschrumpft – von vormals über 300 Megawatt. (dpa)

Ökostrom-Förderung wird umgestellt: Mehr Wettbewerb

Quelle: op-online.de

Kommentare