Entwurf für Rhein-Main-Gebiet vorgelegt

Bis zu 600 Windräder wären möglich

Frankfurt - Fast 3000 Einwände und Anregungen wurden in den vergangenen 30 Monaten geprüft. Jetzt ist es amtlich: Im Rhein-Main-Gebiet – ohne den Raum Wiesbaden und Darmstadt – könnten rein rechnerisch auf gut 2000 Hektar bis zu 600 Windräder entstehen.

Dies sieht der gestern vorgelegte Entwurf des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main vor. Insgesamt sind darin 29 Vorrangflächen für die Windkraft ausgewiesen, 13 davon im Hochtaunus und zehn in der Wetterau. Dort wurde wegen der Kritik von Vogelschützern ein Gebiet mit nistenden Rotmilanen bei Butzbach gekippt. Der Bürgerprotest hat außerdem die klassische Sicht auf die Burg Münzenberg gerettet.

Für realistisch hält der Verband etwa 200 Windanlagen. Fast die Hälfte der ausgewiesenen 2040 Hektar liegt in einem 15-Kilometer-Radius um Funkfeueranlagen. Für diesen Umkreis hat die Deutsche Flugsicherung grundsätzlich Vorbehalte gegen Windräder angemeldet.

Der Entwurf verhindere eine „Verspargelung“ der Landschaft, sagte der Erste Beigeordnete des Verbands, Thomas Horn (CDU). Allein 50 000 Hektar hat der Verband im dicht besiedelten Raum wegen des Flughafens oder Verkehrsstrecken zur Tabuzone für die Windkraft erklärt. Insgesamt bleibt der Entwurf mit einer ausgewiesenen Gesamtfläche von 0,8 Prozent für die Windkraft aber deutlich unter den Vorgaben der schwarz-grünen Landesregierung.

Ökostrom-Förderung wird umgestellt: Mehr Wettbewerb

Hessen will auf rund zwei Prozent seiner Fläche Windräder bauen, mit einem Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 Strom und Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Den Löwenanteil soll die Windkraft liefern. Hessens grüner Energieminister Tarek Al-Wazir bezeichnete gestern in einer Stellungnahme das angestrebte Flächenziel von zwei Prozent als „sportlich, aber nicht unerreichbar“. (dpa)

Energiewende: Diese Probleme sind noch zu lösen

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare