Lorey – Spezialist für Haushaltswaren in Frankfurt – ist 220 Jahre alt geworden

Von der Spenglerei zum Einzelhändler: „Wir sind auch ein Geschenkehaus“

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Das Foto zeigt den Einzelhändler Lorey in Frankfurt in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Frankfurt -  Der Einzelhandel in deutschen Städten ringt nicht nur mit der Internet-Konkurrenz. Der Haushalts-Spezialist Lorey in Frankfurt schlägt sich aber erstaunlich gut. Von Marc Kuhn 

Bunte Boxen für das Pausenbrot von Schülern stehen neben roten und gelben Trinkflaschen. In den Regalen reihen sich Pfannen und Töpfe aneinander. Aber auch das Angebot an Messern, Gabeln und Löffeln ist groß. Allseits bekannte Namen wie Fissler, Zwilling und WMF stehen in den Verkaufsräumen von Lorey in der Frankfurter Innenstadt für Qualität. Und die garantiert der Spezialist für Küche, Haushalt und Prozellan seit nunmehr 220 Jahren. Zum runden Jubiläum hat die Firma einen Sonderverkauf bis 24. September gestartet. „Wir haben attraktive Preise“, sagt Philipp Keller, der das Familienunternehmen in der siebten Generation als Geschäftsführer leitet. Zudem gibt es eine Ausstellung und zahlreiche Vorführungen in den Verkaufsräumen in der Schillerstraße.

1796 ist der Betrieb von der Familie Lorey gegründet worden. Es war eine Spenglerei, die in der Altstadt von Frankfurt Vogelkäfige herstellte. Eine Tochter habe jemanden aus der Familie Keller geheiratet, erklärt sein Nachfahre. Später zog die Firma auf die Zeil neben die einstige Hauptpost. 1912 sei das Haus an der Schillerstraße gekauft worden, berichtet Keller. Im Zweiten Welktkrieg blieb nur die Fassade des Gebäudes stehen. Direkt nach den Kriegswirren wurde das Geschäft wieder aufgebaut. Heute sei die früher mit Stuck verzierte Fassade eher nüchtern, erläutert Keller. „Sie hat aber Stil.“ Der Geschäftsführer ist froh, dass das Haus der Familie gehört. Müsste Lorey die hohen Mieten in der Innenstadt zahlen, hätte der Haushalts-Spezialist zu kämpfen.

So freut sich Keller über einen Umsatz in Höhe von etwa neun Millionen Euro im Jahr. Er sei „erfreulicherweise“ gestiegen. Da der Einzelhandel in Deutschland meist eher mit Einbußen rechnen muss, können die rund 50 Mitarbeiter mit dieser Entwicklung zufrieden sein. „Das Geschäft ist ziemlich einmalig“, betont Keller. Es gebe nur noch wenige Einzelhändler dieser Art in den Innenstädten.

Der Internet-Shop von Lorey macht nach den Worten des Geschäftsführers lediglich ein Prozent des Umsatzes aus. Dennoch müsse ein Händler ein Online-Schaufenster anbieten, „das gehört heute dazu“. Den Internet-Handel betrachtet Keller durchaus als Konkurrenz, bleibt aber gelassen. Junge Leute würden online und im Geschäft einkaufen. Sie wollten sich aber auch inspirieren lassen, sagt Keller, „dass kann man besser im stationären Handel machen“. Der Geschäftsführer fügt hinzu: „Das Internet betrachten wir als Ergänzung.“

Das Wachstum, das Lorey in den vergangenen Jahren erwirtschaftet hat, dreht sich vor allem um das Thema Kochen, wie Keller erklärt. Hilfreich seien die vielen Kochshows im Fernsehen gewesen. Ob Töpfe, Geschirr oder Messer: „Wir haben eine sehr gute Auswahl, sehr gutes Personal“, berichtet der Geschäftsführer. Kunden, meist sind sie Ende 20, wenn sie erstmals bei Lorey einkaufen, würden beispielsweise auch Pizzaschneider in Form eines Rennrads statt Blumen kaufen. „Wir sind heute auch ein Geschenkehaus.“

Etwa 40.000 Artikel stehen in den Regalen und auf den Tischen von Lorey. Noch mehr können bestellt werden, insgesamt sind es nach Schätzung von Keller rund 100.000. Auf fünf Ebenen können Kunden einkaufen. Im Untergeschoss werden Elektrogeräte angeboten. „Kaffee-Vollautomaten ist ein großes Thema.“ Im Parterre dreht sich alles um das Thema Kochen. Und um Küchen-Accessoires - eben Geschenkartikel. Produkte eher für die Wohnbereiche stehen im ersten Stock. Im zweiten ist „die Welt des gedeckten Tisches“, berichtet Keller. Dazu zählen zum Beispiel hochwertiges Porzellan und Gläser. Und in der Heimtextil-Abteilung werden im Sommer darüber hinaus Grills angeboten. „Wichtig ist es, auch nach den Trends zu schauen“, erläutert Keller. Die findet der Geschäftsführer von Lorey beispielsweise auf der Ambiente in Frankfurt und auf einer Konsumgütermesse in Paris.

Quelle: op-online.de

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