Die Zahlen aus dem Rhein-Main-Gebiet

Wohnungsbau: Dynamisch Lücken schließen

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Seligenstadt/Langen - Seligenstadt ist spitze. Keine andere Stadt in der Region hat im vergangenen Jahr mehr Wohnungen je 1000 Einwohner fertiggestellt als die Kommune im Osten des Kreises Offenbach. Langen belegt – noch vor Frankfurt – Platz drei. Von Christoph Zöllner 

Der Regionalverband FrankfurtRheinMain hat die Bauintensität seiner 75 Mitgliedskommunen in den vergangenen 20 Jahren untersucht. Demnach wurden seit 1996 im Verbandsgebiet durchschnittlich 3,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner und Jahr gebaut. Weit überdurchschnittliche Werte von 6 bis 4,5 neuen Wohnungen pro 1000 Einwohner und Jahr erzielten dabei die „Top Ten“ mit den Städten Bad Vilbel, Niederdorfelden, Seligenstadt, Bad Soden, Flörsheim, Schöneck, Mainhausen, Nidderau, Kelsterbach und Hoch-heim. „Gerade in diesen Zeiten der Wohnungsknappheit ist ein detailliertes Monitoring des Wohnungsmarktes und der Bautätigkeit äußerst wichtig“, sind sich Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD) und Beigeordneter Thomas Horn (CDU) einig. „Mit der Kategorie ,Neue Wohnungen pro 1000 Einwohner’ lasse sich die Bauintensität zwischen den Verbandskommunen sehr gut vergleichen.

In der Wohnungsbedarfsprognose, die der Regionalverband vor Kurzem vorgestellt hat (wir berichteten), war für den Zeitraum bis 2030 ein Bedarf von insgesamt gut 184 000 Wohnungen ermittelt worden. „Um dem Einwohnerzuwachs und den Eigenbedarfen der schon ansässigen Bevölkerung gerecht zu werden, müssten bis 2030 jedes Jahr 4,4 Wohnungen pro 1000 Einwohner gebaut werden“, teilt der Regionalverband mit. Der Wohnungsbestand von heute gut 1,1 Millionen Wohnungen müsste demnach im Durchschnitt des Verbandsgebiets bis 2030 um rund 17 Prozent steigen.

Die Gewinner der Ranglister setzen auf unterschiedliche Strategien, wie der historische Langzeitvergleich ergab. Die Kommunen erschlossen zum einen teilweise große Baugebiete wie Bad Vilbel und Niederdorfelden. Andere schwörten eher auf die Innenentwicklung wie Bad Soden und Kelsterbach. Allen Top-Ten-Gemeinden sei aber gemeinsam, „dass der politische Wille zum Bauen von Wohnungen bestand“, heißt es in der Pressemitteilung des Regionalverbandes. Auch für das abgelaufene Jahr 2015 hat der Verband eine Top-Ten-Liste erstellt. Hier folgen hinter Seligenstadt mit zehn Wohnungen pro 1000 Einwohner die Städte Friedberg (7,1), Langen (7,1) und Frankfurt (6,0). Dass die Mainmetropole bei den neuen Wohnungen inzwischen gut mit dem Umland mithalten kann, streichen die Verbandsoberen als bemerkenswert heraus. Dietzenbach (0,3), Neu-Isenburg (1,2), Hanau und Heusenstamm (1,9) schneiden im Verbreitungsgebiet am schlechtesten ab.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Wenn es darum geht, Angebotslücken im Wohnungsbau zu schließen, geben sich Stüve und Horn zuversichtlich: Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren habe die Konjunktur deutlich angezogen. Diese Dynamik gelte es nun in allen Städten und Gemeinden fortzusetzen, so die Verbandsspitze. Das Gebiet des Regionalverbandes reicht von Groß-Gerau bis Münzenberg und von Eppstein bis Langenselbold. Rund 2,3 Millionen Menschen wohnen im Ballungsraum. Darmstadt und Wiesbaden gehören nicht dazu.

Quelle: op-online.de

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