Mehr Geburten und mehr Todesfälle

Zuwanderung lässt Bevölkerung in Hessen ansteigen

Wiesbaden - Rund 90.000 Menschen mehr zählt Hessen Ende 2015. Vor allem Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan kamen ins Land. Auch aus den östlichen EU-Staaten machten sich Tausende auf den Weg

Nach dem starken Zustrom von Flüchtlingen leben in Hessen so viele Menschen wie nie zuvor. Die Einwohnerzahl stieg vergangenes Jahr um gut 82.000 Menschen oder 1,3 Prozent auf knapp 6,2 Millionen, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Zahlen berichtete. Dies sei der größte Anstieg seit Beginn der 1990er Jahre nach dem Fall der Mauer und dem Zerfall des früheren Ostblocks.

183.000 Zuwanderer kamen vergangenes Jahr aus dem Ausland nach Hessen. Knapp 90.000 Menschen zogen aus Hessen weg in Richtung Ausland. Unter dem Strich kamen die meisten Zuwanderer aus Syrien (20.200), Afghanistan (10.900), Rumänien (6400), Polen (5100) und Kroatien (4900). Hinzu kommen Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands, wobei insbesondere Bayern, Berlin und Hamburg Menschen aus Hessen anzogen. Unter dem Strich steht den bisherigen Erkenntnisse zufolge ein Wanderungsgewinn von rund 90.000 Menschen - der größte nach dem Jahr 1990, als der Wert auf 105.000 angestiegen war. Die Zahlen seien noch nicht endgültig ausgerechnet, da die Einwohnermeldeämter erfahrungsgemäß noch Werte nachreichten.

Zugleich sind vergangenes Jahr in Hessen so viele Babys zur Welt gekommen wie seit 15 Jahren nicht mehr. 56.900 Kinder wurden geboren, 2300 mehr als im Jahr zuvor. Im Jahr 2000 waren rund 58.800 Neugeborene gezählt worden, seitdem hatte die Zahl stets niedriger gelegen. Einzelheiten zu der Entwicklung liegen noch nicht vor, sagte eine Sprecherin des Landesamts. Doch sei davon auszugehen, dass die generell höhere Zahl von Menschen im Land ein Hintergrund der positiven Geburtenentwicklung ist. "Von einem Babyboom gehen wir nicht aus", sagte die Sprecherin.

Zuwanderung lässt Bevölkerung auf über 81 Millionen steigen

2015 starben auch mehr Menschen im Land: 66.500 und damit so viele wie seit Beginn der Aufzeichnung mit Gründung des Bundeslandes 1945 nicht mehr. Unter dem Strich starben 9600 Menschen mehr als geboren wurden.

Quelle: op-online.de

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