Folgen für die Familie

So leiden Kinder von Berufspendlern  

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Berufspendler haben es schwer: In der Rushhour gehören Stau und Verspätungen zum Alltag.

Pendeln bedeutet Stress, auch für die Familien von Berufspendlern, wie eine aktuelle Studie zeigt. Besonders, wenn der Vater täglich vom Wohnort zur Arbeit pendelt, haben die Kinder Probleme.

Fünf- bis sechsjährige Kinder von Berufspendlern leiden häufiger unter emotionalen und sozialen Problemen, wenn der Vater pendelt, wie eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt. Unabhängig davon, ob die Mutter selbst berufstätig war oder nicht.

Pendler leiden unter Stress

Pendeln kostet Zeit, aber auch Nerven. Stau oder Verspätungen machen den Weg in die Arbeit oft sehr mühsam. Pendler leiden häufiger unter hohem Blutdruck und sind eher übergewichtig, wie Untersuchungen gezeigt haben.

Der Weg zum Arbeitsplatz wird immer weiter. Die Zahl der Berufspendler in Deutschland ist nach Zahlen der Arbeitsagentur in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Berufspendler und ihre Kinder

Erstmals haben nun Forscher untersucht, welche Auswirkungen das Pendeln auf die Familie, insbesondere auf das Wohlbefinden der Kinder hat.

Dafür werteten Jianghong Li und Matthias Pollmann-Schult vom WZB Daten einer nationalen Langzeitstudie aus. Seit 2008 werden mit ihr das gesundheitliche und seelische Befinden, Arbeit und Einkommen von 10.000 Menschen erfasst. 

Im Schnitt pendeln die Deutschen demnach 13 Kilometer zur Arbeit und zurück. Dabei pendeln Männer weiter als Frauen.

Im Focus der Wissenschaftler standen das Verhalten und Wohlbefinden von fünf- bis sechsjährigen Kindern, deren Väter zur Arbeit pendeln.

Pendeln macht müde und gereizt

Das Ergebnis: Kinder zeigen eher Probleme, wenn der Vater täglich mehr als 40 Kilometer zur Arbeit pendeln muss. Die Fünf- bis Sechsjährigen machen sich beispielsweise Sorgen, sind unglücklich oder haben weniger Freunde.

"Der Stress vom Pendeln färbt auf die Kinder ab", sagen die Studienautoren Matthias Pollmann-Schult und Jianghong Li. "Wir vermuten, dass sich ein Mechanismus dahinter verbirgt". So hätten Väter neben einem langen Nachhauseweg auch weniger Zeit, um beispielsweise bei Schwierigkeiten im Kindergarten rechtzeitig entgegen zu wirken.

Wer für seine Familie ein Häuschen im Grünen sucht und deswegen einen langen Weg zur Arbeit in Kauf nimmt, sollte sich das Vorhaben nach Ansicht der Forscher gut überlegen.  

ml

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