Pfirsich statt Orange

Cellulite den Kampf ansagen

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So werden die noch winzig kleinen Dellen sichtbar: Auch schlanke Frauen können Cellulite bekommen.

Kurze Röcke und Kleider: Für manche Frau kommt das gar nicht infrage. Sie schämt sich für die Dellen, die so am Oberschenkel sichtbar werden. Dabei steht sie nicht allein mit dem Problem da.

Sommerzeit ist die Zeit für knappe Shorts, kurze Röcke und Bikinis. Blöd nur, dass so ein Problem zutage tritt, von dem nahezu jede Frau mehr oder weniger betroffen ist: Cellulite.

Lange Zeit glaubte man, die unschönen Dellen, die vor allem am Po und den Oberschenkeln auftreten, haben etwas mit Übergewicht zu tun. Aber das weiß die Forschung mittlerweile besser. Die Ursache liegt schlicht in den Genen.

Während der Pubertät wird die Fähigkeit der Zellen, Energie zu speichern, durch Hormone gesteigert. Dabei wird das Bindegewebe lockerer, und das Körperfett setzt sich zwischen den einzelnen Bindegewebsfasern fest. Im Gegensatz zu Männern, deren Bindegewebe sich wie ein Gitter kreuzt, verlaufen die einzelnen Fasern bei Frauen wie senkrechte Linien. Dazwischen ist deutlich mehr Platz für Körperfett, um sich abzulagern. Auch schlanke Frauen können deshalb Cellulite bekommen.

Allerdings führt der Irrglaube, Übergewicht sei die Ursache für Cellulite, auch heute noch dazu, Orangenhaut ausschließlich mit einer Diät zu bekämpfen. Valerie Bönström, Gründerin von Mrs. Sporty in Berlin, sieht das kritisch: "Das größte Problem bei Diäten ist, dass der Körper lernt, mit weniger Kalorien auszukommen. Wenn Frauen sich nach einer Diät wieder normal ernähren, werden überschüssige Kalorien als Depotfett angesetzt." Darum rät Bönström zu regelmäßigem Training, gerade wenn man eine Diät macht: "Ohne Sport wird neben Fett auch Muskulatur abgebaut. Dieser Effekt verstärkt die Cellulite enorm, denn Muskeln straffen die Figur durch das Binden von Wasser und Eiweiß-Zuwachs." Ideal wäre, Muskelmasse auf- und Fett abzubauen - mit Hilfe von Sport und einer ausgewogenen Ernährung.

Cremes gegen Orangenhaut

Eine andere Möglichkeit im Kampf gegen die Orangenhaut sind Cremes und Lotionen. Lange dachte man, dass sie nur an der Hautoberfläche wirken. Das ist heute anders: Produkte mit einem hohen Anteil an Koffein, das zudem in Liposome als Transportkörperchen verpackt wird, können durchaus tiefer vordringen. "Dadurch werden sogenannte hypertrophe Fettzellen verkleinert und die großen Fettzellen aufgebrochen", erklärt die Dermatologin Uta Schlossberger.

Direkt auf die tieferen Hautschichten soll die sogenannte fokussierte Stoßwellentherapie wirken. Bei dieser Behandlung erzeugt ein Gerät kurze und kräftige Druckwellen, die in das Gewebe eindringen. "Es gibt Hinweise darauf, dass die Hautregeneration durch die fokussierte Stoßwellentherapie beschleunigt wird. Dabei spielt die Aktivierung der Stammzellen vermutlich eine entscheidende Rolle, die die Hautstruktur unmittelbar beeinflusst", sagt Sportarzt Professor Karsten Knobloch aus Hannover. Auch er empfiehlt aber eine ergänzende Therapie durch Sport - etwa Joggen oder Schwimmen.

Einen anderen Ansatz zur Bekämpfung unschöner Pölsterchen bietet Gabi Möbius in ihrem Münchner Studio Newbodys: das sogenannte Body Wrapping. "Dabei werden ätherische Öle auf die Haut aufgetragen. Im Anschluss daran kommt eine spezielle Folie zum Einsatz, die in einer bestimmten Wickeltechnik aufgebracht wird." Durch die so entstehende Wärme können die Wirkstoffe tief in die Haut eindringen.

"Durch die Wärme wird kurzfristig eine bessere Durchblutung der Haut erreicht", erklärt Schlossberger diese Methode. "Allerdings beschränkt sich der Effekt auch genau darauf." Im Klartext bedeutet das: Auch wenn die Methoden im Kampf gegen die lästigen Dellen auf der Haut immer ausgefeilter werden - Wunder darf man nicht erwarten.

dpa/tmn

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