Auch aus Naturschutzgebieten

Mallorca: Deutsche klauen Sand und verkaufen ihn im Netz

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Deutsche bedienen sich am mallorquinischen Sand.

Immer mehr Deutsche bringen Sand aus Mallorca mit und verkaufen diesen auf Ebay. Dabei ist schon die Mitnahme von Strandsand gesetzlich verboten. Jetzt wehren sich mallorquinische Umweltschützer.

Auf dem Online-Aktionshaus Ebay können Mallorca-Fans derzeit Sand von der beliebten Urlaubs-Insel kaufen. Wie die Mallorcazeitung berichtet, liegt beispielsweise das Mindestgebot für Sand aus Port de Canonge bei 1 Euro. Bei 65 Gramm Sand aus Torrent de Pareis muss man mindestens 3,90 Euro bieten.

Mallorca: Sand-Klauen ist verboten

Mallorquinische Naturschützer deckten den fragwürdigen Online-Handel auf und schalteten balearische Umweltschutzbehörden ein. Denn bereits die Mitnahme von Strandsand oder -steinen ist gesetzlich verboten. Bei Sand aus Naturschutzgebieten (wie Torrent de Pareis in Sa Calobra) reagieren die Einheimischen natürlich doppelt so streng.

Der Bürgermeister von Escorca, Antoni Solivellas, zur Mallorcazeitung: "Hier will sich jemand mit etwas bereichern, das als öffentliches Gut der gesamten Menschheit gehört! Wir haben eine Beschwerde erhalten und die Umweltbehörde zum Einschreiten aufgefordert."

Wenig Hoffnung auf Besserung

Viel Spielraum haben die Behörden derzeit aber nicht: Die balearische Direktorin für Biodiversität und Schutzgebiete, Caterina Amengual, schiebt die Verantwortung auf die Küstenbehörde: 

"Der Mitnahme von Sand, von wo auch immer, fällt in die Zuständigkeit der spanischen Küstenbehörde. Wir werden das Ministerium entsprechend informieren", meinte Amengual zur Mallorcazeitung. Für den Fall, dass die Behörde im fernen Madrid den Fall nicht mit der gehörigen Dringlichkeit behandele, werde man auch das balearische Handelsministerium einschalten, so Amengual.

Auch die Presse zeigt sich bestürzt. Die "Diario de Mallorca" schreibt: "Es mag bedeutungslos erscheinen, aber die Praxis könnte zu einer echten Bedrohung der mallorquinischen Landschaft werden, sollte das Angebot zur Mode werden."

Silvia Kluck

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