95 Abiturienten am Oberstufengymnasium

Bachgauschule: Schüler nehmen filmreif Abschied

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Vorne die flotten Damen in schönen Kleidern, hinten gestandene Männer im Anzug: die Abiturienten stellten sich zum Abschlussfoto auf.

Babenhausen - Geschafft – die Allgemeine Hochschulreife ist in der Tasche. Beim Abschlussball der Bachgauschüler in der Stadthalle wurde das mit der Übergabe der Zeugnisse, einem großen Buffet und schicker Abendgarderobe gefeiert. Von Michael Just 

Ist das Abitur in der Tasche, zeigt sich die Freude darüber meist überbordend. Und trotzdem schien Philipp Stahl auf der Bühne bei der Zeugnisausgabe ein wenig gehemmt, was bei näherem Blick aber andere Gründe hatte: „Allein unter Frauen“ stand er als einziger männlicher Vertreter beim Tutorium Deutsch-Leistungskurs auf der Bühne. Neben ihm reihte sich die geballte Weiblichkeit mit 15 attraktiven Mitschülerinnen auf. Dass das Bild vom Hahn im Korb auf dem Parkett Schmunzeln und Sprüche bei Mitschülern und Eltern auslöste, versteht sich von selbst. Und doch waren kurze Zeit später alle verstummt, als bekannt wurde, dass Stahl die beste schriftlichen Note in der Deutsch-Abiturprüfung hinlegte – und das im Sprachenbereich, der eigentlich als klassische Frauen-Domäne gilt.

Der Abschlussball stand unter dem Motto „Abgang zur Prime Time“. Die Prime Time ist im TV bekanntermaßen die beste Sendezeit nach der „Tagesschau“. Ideenreich hatten die Schüler zwischen die Jahreszahl 2015 einfach noch einen Punkt gesetzt und damit die Uhrzeit 20.15 daraus gemacht. Mit dem Löwen der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmproduktion als Logo hangelte man sich im Programm quasi von Blockbuster zu Blockbuster. Passend dazu erschien das Moderatorenteam um Daniel Schulz, Tom Feuerstein und Marlene Mehrlein mit einer selbstgebastelten, mannshohen Fernbedienung.

Der Feind des Glücks

Der Abend begann mit den Grußworten der Schulleiterin, allerdings nur per Videobotschaft, denn Christina Martini-Appel hatte an diesem Abend selbst Abi-Feier, genauer gesagt ihre Tochter. Sie riet allen Abiturienten auf ihrem Lebensweg im Fluss zu bleiben. „Gewohnheit ist der Feind des Glücks“, lautete eine ihrer wichtigsten Botschaften.

Die Leinwand wurde nicht nur einmal gebraucht: Von der kamen immer wieder heitere Einspieler, denn jedes Tutorium hatte einen kleinen Kurzstreifen über den Schulalltag mit all´ seinen skurrilen Erfahrungen und Auswirkungen gedreht. Lehrer Stefan Schüttler schlüpfte darin sogar mit Maske und Kostüm in die Rolle des Batman, was ihm von seinen Schülern einen Oskar und ein Batman-T-Shirt einbrachte. Über die kleine berühmte Hollywood-Figur durften sich im Verlauf des Abends dann alle Tutoren als Dankeschön für die Betreuung auf dem Weg zum Abi freuen.

Das meisterten Clarissa Kreh, Simon Klepper und Hendrik Cwielong am Besten: Clarissa Kreh erreichte den äußerst seltenen Durchschnitt von 1,0, ihre beiden Mitschüler 1,1 und 1,2. Für ihre Leistung wurde Kreh mit gleich zwei Sonderpreisen, zum einen von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, zum anderen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, bedacht. Der Carl-Diercke-Preis ging an Hendrik Cwielong und Marcel Wachtel.

Bilder: Abiball der Bachgauschule

Aufgelockert wurde der Abend durch einen Musikbeitrag von Julia Baumann und dem Finale, bei dem ein Männerballett ausgelassen seine Begeisterung über die Allgemeine Hochschulreife demonstrierte. Wie immer beim Abi-Ball, lagen Freude und Wehmut über das Ende und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts eng beisammen. Mit am besten stellten das Schulsprecher Simon Klepper und Mathematik-Lehrer Dr. Ayman Habib in ihren Ansprachen und Dankesworten dar.

Simon Klepper verglich die Schulzeit mit einem Road-Trip, bei dem die Heranwachsenden dann irgendwann selbst das Lenkrad, und damit ihr Leben, in die Hand nehmen. Die Schule trete dabei als KfZ-Unternehmen auf, die Lehrer als Schrauber am Leben ihrer Schützlinge. Diese lernten Werte und reiften zur Persönlichkeit heran. „Das Abitur sind dann einige mit Rapsöl, andere mit einen Tiger im Tank, will heißen gemütlich oder auf der Überholspur, angegangen“, konstatierte der Schulsprecher.

Dr. Ayman Habib verglich seine Schüler während der Oberstufenzeit mit einem Symphonieorchester, das laut und leise war, auch mal schräg spielte und manchmal die Noten besser als erwartet traf. „Alles in allem wurde das Konzert aber mit Bravour gemeistert“, lobte Habib.

Quelle: op-online.de

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