Bildhafte Reden an der Schumann-Schule

Zum Schluss über Stock und Stein

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Auf der akademischen Feier wurden an der Joachim-Schumann-Schule die Abgänger des gymnasialen Bereichs verabschiedet.

Babenhausen - Seil, Wasserflasche, Schutzkleidung, Proviant - in einen Rucksack geht eine Menge rein. Von Michael Just 

Die Sachen sind nicht nur Grundlage zum Wandern und Bergsteigen, sondern stehen sinnbildlich auch für das Leben: Das Seil etwa für Verantwortung, die Flasche Wasser für so manche Durststrecke, die es zu überwinden gilt. Zur Entlassungsfeier des gymnasialen Zweiges der Joachim-Schumann-Schule (JSS) machte Stufenleiterin Dorothee Ahrens ihrem Ruf als „Outdoor-Woman“ (Freiluft-Frau), den sie sich auf diversen Klassenfahrt durch ihre Wanderbegeisterung erworben hat, alle Ehre. Aus ihrem Rucksack zog sie allerlei und spannte damit einen Bogen zur Zukunft der Schüler, die von Bergen und Tälern gekennzeichnet sein werde. Mit der 9/1, der 9/3 und der 9/7 erhielten im Anschluss drei Klassen ihre Abschlusszeugnisse. Dazu hatte die 9/7 zwei Liedvorträge vorbereitet. Trotz der Verleihung am Nachmittag war bei den Schülern Abendgarderobe angesagt, die zu der mit „Akademische Feier“ überschriebenen Veranstaltung passte. Alle Schüler sind G8 und verlassen die JSS nach der neunten Klasse. Das Gros peilt das Abitur an, entweder auf dem lokalen Bachgaugymnasium oder der beruflich ausgerichteten Landrat-Gruber-Schule in Dieburg.

„Eine Lehre kommt für kaum jemand von uns in Frage. Würde wir jetzt abgehen, hätten wir gerademal den qualifizierten Hauptschulabschluss“, sagt Kiara Kley (15) und erläutert, dass das Überspringen der zehnten Klasse diese Regelung mit sich bringt. Wie Stufenleiterin Dorothee Ahrens ergänzt, gibt es in Ausnahmefällen noch die Möglichkeit, sich einer externen Prüfung zu unterziehen und damit den Realschulabschluss zu erreichen. Wie bei Abschluss- und Entlassungsfeiern üblich, wurde die Zeugnisvergabe mit Musik unterlegt. Der Fußball-WM-Klassiker „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani oder „We are the Heroes of our Time“ (Mans Zelmerlöw) zauberten bei den Jugendlichen Stolz und Freude ins Gesicht. Zudem stellte sich jede Klasse mit einer Foto-Show vor. Leider war das ausgewählte Board dafür ziemlich klein und durch die Reflektion der Sonne nur wenig zu erkennen. Das änderte nichts an der Leistung jener Schüler, die den besten Zeugnisdurchschnitt erzielten. Mit jeweils 1,0 sind das Dario D‘Alo Fonsecca und Lea Feuerstein. Dario D‘Alo Fonsecca wurde noch ein zweites Mal geehrt: Zusammen mit Michelle Lackovic trat er für sein soziales Engagement im Schulsanitätsdienst nach vorne.

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Da Abschlusszeugnisse und Abschied zusammengehören, waren viele Dankesworte von Wehmut geprägt: „Ihr wart meine Chaoten und meine Lieben. Ihr habt mich geschafft und ich Euch“, formuliert es eine Lehrerin. Sie bekam auch das seltene Kompliment, „sympathisch streng“ zu sein. Schulsprecherin Aybüke Yilmaz bedankt sich vor allem bei den Eltern, deren Zutun am Werdegang ihrer Kinder entscheidend sei. Insgesamt hätten die Abgänger schon viel erreicht. Das unterstrich auch Stufenleiterin Dorothee Ahrens, die nicht nur einen gefüllten Rucksack mitbrachte, sondern auch noch eine kleine Steinpyramide auf dem Rednerpult aufbaute. „Die aufeinander gesetzten Steine sind wie eine Wegmarkierung. Steigt man drauf, sieht man, was man schon alles zurückgelegt hat“, hob Ahrens heraus. Auch wenn die Schüler schon einen großen Weg bewältigt hätten, sieht die Stufenleiterin den Hauptteil der Strecke mit Abi und Beruf noch kommen. Um das alles zu schaffen, habe die Joachim-Schumann-Schule bereits nicht wenig an Rüstzeug in den Rucksack gesteckt. Neben Zeugnissen und Fachwissen auch die Fähigkeit, mit Menschen umzugehen oder Konflikte zu bewältigen. Den Schülern obliege es nun, noch „Mitgefühl“ dazuzupacken.

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„Wer erfolgreich durchs Leben will, sollte nicht vergessen, regelmäßig sein Herz sprechen zu lassen“, so Ahrens.

Quelle: op-online.de

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