„Generation der Möglichkeiten"

An der Bachgauschule bestehen alle 104 Schüler ihr Abitur

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Beim Abitur an der Bachgauschule fiel keiner der 104 angetretenen Schüler durch: frohe Gesichter auf der Stadthallentreppe.

Babenhausen - Die Spannung war groß, auf der Bühne der Stadthalle sollten die Abiturienten der Bachgauschule ihre Abiturzeugnisse erhalten. 104 Absolventen gab es in diesem Jahr, sie traten tutoriumsweise nach ihren Fächern vor großem Publikum auf. Von Ulrike Bernauer 

Bevor am Freitagabend 104 Oberstufenschüler der Bachgauschule ihr Reifezeugnis erhielten, gab es einige Reden in der Stadthalle zu hören und einen Fototermin wahrzunehmen. Die jungen Absolventen stellten sich den zahlreichen Fotografen und Handynutzern auf der Treppe an der Seite der Stadthalle. Die behütete Zeit sei nun zu Ende, so der stellvertretende Schulleiter Bernd Stefan Schüttler. Schulleiterin Anja Krapp bezeichnete die Abgängerschar als „eine Generation der Möglichkeiten“. 17 000 Studienmöglichkeiten eröffneten viele Wege, machten die Entscheidung, welches Studium gewählt wird, aber auch schwer. In den Zeiten des Internets gäbe es zwar viele Informationsmöglichkeiten, „aber wenn gar nichts mehr geht, dann fragt echte Menschen“, riet Schüttler. Als „exorbitant klasse“ bezeichnete er den Jahrgang, der nun die Schule verlässt, nicht nur im schulischen, sondern auch im außerschulischen Bereich. Die frohe Kunde für die Abiturienten gab es am Ende der Rede, alle Schüler haben ihr Abitur bestanden.

Im Laufe des Abends stellten sich die Tutorien noch einmal in einem selbstgedrehten Video vor, die meisten nahmen nicht nur ihre Lehrer, sondern auch sich selbst auf die Schippe. Da waren Abiturienten beim Bobbycar- und Tretrollerrennen zu sehen, andere wiederum entführten ihren Lehrer und mussten zur großen Enttäuschung feststellen, dass niemand die Lösegeldforderung von einem Kuchen bezahlen wollte. „Wie, sie wollen ihn nicht zurück haben?“, wunderte sich eine Schülerin. Andere hatten es mit dem Wehrwolf und die Zuschauer konnten erleben, wie das halbe Tutorium von ihm erlegt wurde.

Eine Steilvorlage, die danach in dieser Form keiner der anderen Lehrer mehr toppen konnte, legte Mathematiktutor Matthias Braun vor. Es ließ sich vom Poetry-Slam inspirieren und zeigte, dass er auch eine große Portion Begabung für diese Kunstform hat. Sein Poetry-Salat aus dem Mathematik-Antiquariat, in dem er das Loblied der Geraden sang und schließlich die Mathematik als „Wellness pur“ bezeichnete, erhielt viel Applaus und Gelächter.

Abitur und Schulabschluss in der Region

Manchen Lehrern fiel der Abschied von ihren Schülern nicht so ganz leicht, auch bei den Schülern machte sich Rührung breit. Als „Papabär“ wurde der Französisch-Tutor Joachim Reiter bezeichnet, und die Biologie-Tutorin Gabriele Gottschalk sei wie eine Mama für ihre Schüler gewesen. „Wir waren im Zoo und wenn wir böse waren, haben sie uns ausgeschimpft“, charakterisierte eine Schülerin einen Teilaspekt des Schüler-Lehrer-Verhältnisses.

Furore machten die Lehrer mit der Show „Ass im Ärmel“. Ausstaffiert als Bauarbeiter mit Helm und Warnweste kamen sie mit Besen auf die Bühne. Gekehrt wurde dann auch, allerdings erwiesen sich die Lehrer eher als musikalische Talente, einen mitreißenden Rhythmus brachten sie mit den Kehrinstrumenten zustande. Ein Lehrer war so engagiert, dass der Kopf mit den Borsten lieber das Weite suchte, als sich weiter malträtieren zu lassen.

Abiball der Bachgauschule in Babenhausen: Fotos

Nachdem alle Zeugnisse ausgegeben waren, folgte als Höhepunkt mit Alanis Krauthammel, Jana-Schäfer-Giese, Evita Rademacher, Lucia Schubring, Simone Nickenig, Benjamin Sauer, Jonas Brenneis, Fridolin Mohrhardt, Luca Rehberg, Anna Kemp, Marie-Sophie Fehrensen, Tom Kolb, Marc Andreas und Sophie Mineif die Auszeichnung der Schüler, die die besten schriftlichen Abiturnoten hingelegt hatten. Gesondert wurden noch einmal die drei Schüler vorgestellt, die die besten Abiturdurchschnitte vorzuweisen hatten. Besser als Lucia Kiesel kann man das Abitur nicht bestehen, sie hat den Traum-Notendurchschnitt von 1,0. Manuel Müller erreichte einen von 1,1 und Carlos Böhm von 1,2.

Besondere Auszeichnungen in einzelnen Fächern gab es ebenfalls. Manuel Müller wurde von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung mit dem Preis Mathematik ausgezeichnet. Müller erhielt neben Benjamin Sauer auch noch eine Auszeichnung in Physik. Carlos Böhm hatte mit seinen Leistungen in der Biologie überzeugt, ebenso wie in der Geographie, in der auch Philippé Czizewski einen Preis erhielt. Der erste Schulsportpreis des Landessportbundes ging an Simon Brandt, und den Preis „Mint“ nahm Manuel Müller in Empfang. Letzterer konnte am Ende fast einen Rosenstrauß binden, für jede besondere Leistung erhielten die Preisträger jeweils eine rote Rose. Der Forum-Preis für besonderes soziales Engagement ging an Zina Hempel.

Quelle: op-online.de

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