Verabschiedung an Joachim-Schumann- und Flanaganschule

„Diese Klasse hat mein Herz berührt“

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Gleich sechs Schüler schafften mit dem Durchschnitt 1,3 das beste Zeugnis. Von der Schul- und Stufenleitung gab es dafür Lob.

Babenhausen - Das Verhältnis von Lehrern und Schülern gilt normalerweise als kritisch. An der Joachim-Schumann-Schule ist davon wenig bis gar nichts zu spüren – zumindest beim Abschlussball war das so. Von Michael Just

Am Freitagabend überschlugen sich die Schüler in ihren Danksagungen und Bekundungen, den besten aller möglichen Lehrer gehabt zu haben. Viele Pädagogen durften sich im Anschluss an die Reden rühmen, am Erfolg der Schüler einen wesentlichen Anteil zu besitzen. „Er hat uns Respekt vor Mensch und Tier gelernt. Und dass es im Leben immer große und kleine Probleme gibt“, sagte eine Schülerin mit bewegenden Worten über Peter Steiger.

Im Gegenzug gaben die Pauker das Kompliment gerne zurück: „Diese Klasse hat mein Herz berührt“, formulierte Ulrike Uhlenbusch, während Klaus Pullmann versprach, dass seine Tür immer offen stehe und er da sei, wenn aus dem Kreis seiner Ehemaligen jemand Hilfe benötigt. Nachdem vor wenigen Tagen das Bachgaugymnasium seine Abiturienten verabschiedete, war nun die Joachim-Schumann-Schule (JSS) und die Eduard-Flanagan-Schule an der Reihe: Ebenfalls von einem Ballzauber umrahmt, bekamen 139 Schüler in der Stadthalle ihre Abschluss-Zeugnisse. Dabei wurden wie immer jene Schüler verabschiedet, die erfolgreich ihre Real- und Hauptschulabschlüsse ablegten. Die Schüler aus dem Gymnasialbereich feiern extra. Das geschieht meist in einem kleineren Rahmen, da das Gros von ihnen auf die Oberstufe wechselt und sie deshalb keine Schulabgänger sind.

In ihrer Rede erinnerte die stellvertretende Schulleiterin Ursula Pullmann daran, dass die Schüler auf der JJS mit fünf bis sechs Jahren eine lange Zeit verbrachten. Zwischen Orientierungslosigkeit, Findungsphase und neuen Zielen seien alle seelischen Gefühlslagen dabei gewesen. Mit Blick auf die Luftballons, die die Schüler kürzlich nach dem Abschlussgottesdienst gen Himmel schickten, ergänzte Pullmann, dass sie auf dem künftigen Lebensweg die Luft nach oben symbolisieren. Den jungen Menschen gab sie den Rat, sich an der Gemeinschaft zu orientieren, denn als Einzelkämpfer werde man nur wenig erreichen.

Bilder: Abschlussball der Babenhäuser Joachim-Schumann-Schule

Ein dickes Lob gab es für die 15 Realschüler, die einen so guten Abschluss hinlegten, dass sie zum Besuch der Fachoberschule befähigt sind. Die besten Zeugnisse mit einem Schnitt von 1,3 holten gleich sechs Schüler: Sie heißen Annika Seibert, Pascal Nathan, Niklas März, Christopher Liller, Dustin Lindner und Melanie Schäfer. In der Verbundklasse tat sich mit dem besten Zeugnis Tamara Lallinger hervor. Hochachtung für ihre Leistung gebührt zudem zehn Schülern der Eduard-Flanagan-Schule. In der Schubklasse der Förderschule wurde sechsmal der Hauptschulabschluss erreicht, dreimal der qualifizierte Hauptschulabschluss.

Zum Abschlussball gehörten eine ganze Reihe unterhaltender Punkte, die das Moderatorenteam um Christopher Liller, Yusuf Demirci, Marco Jüngling und Jenny Wendt ankündigten. Vor allem der Gesangsbeitrag von Juliana Machado de Sousa wird in Erinnerung bleiben: Zusammen mit Musiklehrerin Sigrid Borchert am Klavier erhielten sie für das Stück „Beautiful“ stehende Ovationen. Etwas schriller und lauter ging es bei der E-Gitarren-Einlage von Christian Crede zu. Esprit entfachten die Dia-Show-Beitrag, die viele Klassen vor ihre Zeugnisübergabe setzten. Einmal wurden lustige Fotos aus der Kinderzeit der Absolventen gezeigt, die 10/9 überschrieb ihre Aufnahmen mit „Krisenklasse“. Von „Krise“ war dann aber nicht so viel zu spüren: Der Schüler, der sich auf der Klassenfahrt nach London mit aufgeklebten Schnurrbart zu zwei Bobbies (englische Polizisten) stellte, rief eher Sympathiewerte als Kopfschütteln hervor.

Dass die Schüler besser als ihr Ruf sind, bestätigte Musiklehrerin Sigrid Borchert: „Sechs Jahre waren die meisten bei uns und wir haben sie wachsen sehen. Dass sie jetzt gehen, zerreißt einem das Herz, auch weil die Zeit mit ihnen viel zu schnell verging.“

Quelle: op-online.de

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