Achim Knick plant Projekt für Hergershausen

Carsharing: Einsatz für Gemeinschaftsauto

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Ein Automodell für das geplante „BuergerMobil“ muss noch ausgewählt werden. Für eine Probefahrt stellte das Babenhäuser Autohaus Scinardo, vertreten durch Filippo Scinardo (ganz links), einen Ford B-Max zur Verfügung. Initiator Achim Knick und die beiden potenziellen Carsharing-Kunden Christel Kirchhöfer und Christine Winkler (von links) überzeugten sich von der Eignung des Fahrzeugs.

Hergershausen - In größeren Städten gibt es Menschen, die sich ein Auto teilen. Funktioniert dies auch in kleineren Kommunen? In Hergershausen gehen Bürger dieses Projekt jetzt an. Von Petra Grimm 

„Wenn wir es versucht haben, ist es doch schon ein Erfolg“, sagt Achim Knick, der Vorsitzende des Vereins Natur in Stadt und Land (NiSuL). Gemeinsam mit einigen Mitstreitern plant er, in Hergershausen ein Carsharing-Projekt zu starten. Ein „BuergerMobil“ soll angeschafft werden, das Interessierte gegen eine geringe Gebühr nutzen können. In größeren Städten funktioniert dieses Modell, bei dem sich mehrere Leute ein Fahrzeuge teilen und das es in verschiedenen Organisationsformen gibt, schon einige Jahre sehr gut. Aber wo sieht er potenzielle Nutzer in einem kleinen Dorf? „Die klassische Klientel für Carsharing, die es in größeren Städten gibt, haben wir hier zwar nicht. Aber es gibt doch viele ältere und alleinstehende Leute, die sich vielleicht kein Auto leisten können oder im Alter kein neues mehr zulegen wollen. Auch für junge Familien, die kein zweites Auto kaufen wollen, aber gelegentlich eins brauchen, wäre es eine Option“, meint der Hergershäuser. Denkbar wären auch Fahrgemeinschaften, beispielsweise zu den Babenhäuser Supermärkten, oder die Einrichtung von Fahrdiensten zu Ärzten und ähnliches.

Die Finanzierung des BuergerMobils soll über Werbung, die Geschäftsleute am Auto anbringen können, laufen. „Der Unterhalt sollte durch die Gebühren, die die Nutzer zahlen, abzudecken sein“, sagt der NiSuL-Vorsitzende. „Der Hintergedanke bei der ganzen Sache ist, etwas für Hergershausen und seine Dorfentwicklung zu tun. Die Mobilität der Menschen und damit ihre Lebensqualität zu erhöhen“, erklärt Knick, der sich bereits umfassend informiert hat und ein Carsharing-Projekt entdeckt hat, das in einem kleinen Dorf funktioniert. „Dass unsere Idee realisierbar ist, zeigt das Dorfauto in Gey. Dieser Ort bei Düren mit nur 1 700 Einwohnern hat ein Elektroauto von Renault im Einsatz. Wir waren Ende Februar dort und haben mit den Organisatoren gesprochen und Ideen und Anregungen gesammelt, die auf unsere Situation hier passen.“

Falls in Hergershausen Bedarf für das BuergerMobil besteht und die Sache hier gut anläuft, könnte Knick sich vorstellen, auch in anderen Stadtteilen und der Kernstadt ein solches Gemeinschaftsauto zu realisieren.

Der Zeitplan des Projektes, für das er sich bereits um Fördermittel bemüht und das auch von Bürgermeister Achim Knoke unterstützt wird, sieht vor, dass in den nächsten zwei bis drei Monaten ein Autotyp ausgesucht wird und die Finanzierung steht. In einem nächsten Schritt soll die notwendige Institution – also entweder ein Verein oder ein Gewerbe – für den Kauf und Betrieb des BuergerMobils gegründet werden. „Im vierten Quartal dieses Jahres soll die erste Nutzung möglich sein“, so Achim Knick, der am Projekt Interessierte einlädt, sich mit Ideen und Knowhow einzubringen. Über weitere Mitstreiter würde die Gruppe sich freuen. Kontakt ist über die Mailadresse BuergerMobil-Initiative@gmx.de möglich.

Quelle: op-online.de

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