„So habe ich mir das nicht vorgestellt“

Ärger über Dachkonstruktion des Territorialmuseums

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Links die Rückseite der Lapidarium-Dachkonstruktion, rechts das Haus von Katherine Willand.

Babenhausen - Schick sieht sie aus, die erst vor Kurzem errichtete Überdachung im Hof des Territorialmuseums an der Amtsgasse. Sie soll die dort ausgestellten Grabsteine und -platten vor Witterungseinflüssen schützen. Von Norman Körtge 

Das sogenannte Lapidarium, wie solch eine Sammlung genannt wird, ist zweifelsohne ein Gewinn für das einzige Museum Babenhausens. Diese Meinung vertritt auch Nachbarin Katherine Willand. Ganz und gar nicht einverstanden ist sie allerdings mit dem gebauten Dach. Denn sie blickt nun, wenn sie in ihrem Hof in der Blaugasse steht oder aus dem Wohnzimmerfenster blickt, auf die Rückseite der Konstruktion. Diese überragt um einen Meter die dort stehende Mauer, die bereits 2,10 Meter hoch ist.

„So habe ich mir das nicht vorgestellt“, sagte die 85-Jährige. Sie sei zwar im Vorfeld von Seiten des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) sowie der Stiftung „Amtsgasse 32“ informiert worden, dass ein Dach gebaut werde, allerdings habe niemand etwas über die Dimensionen gesagt. Hätte das Dach auf der Mauer aufgelegen und die Dachziegel einen Abschluss darauf gebildet, wäre es für Willand in Ordnung gewesen. Den jetzigen Stand der Dinge möchte sie so nicht hinnehmen.

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So ist es nun auch ein Fall für die Bauaufsicht des Landkreises geworden. Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt, liegt für die Dachkonstruktion gar keine Baugenehmigung vor, die aber notwendig sei. Diese könne zwar nachträglich erteilt werden, allerdings sei dazu die nachbarschaftliche Zustimmung notwendig. Und diese möchte Willand nicht geben. Sowohl Stiftungs-Vorstandsmitglied und Hauseigentümer Dieter Aumann als auch HGV-Vorsitzender Georg Wittenberger wollen nun erst einmal das Schreiben der Bauaufsicht abwarten, setzten nach wie vor aber auch auf Gespräche mit der Nachbarin.

Quelle: op-online.de

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