Für die „Generation 55 plus“ gedacht

„AltstadtQuartier“: Klientel ist jünger als gedacht

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Die Architekten Kurt Schlösser und Michael Riegelbeck begutachteten den Stand beim Altstadt-Quartier. Dazu bot der Investor Führungen für Interessierte und potenzielle Käufer.

Babenhausen - Zwei Einzelkomplexe auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände sind im Rohbau fertig und konnten besichtigt werden. Mit dem Zeitplan zeigen sich die Investoren zufrieden. Von Michael Just 

Die meisten Ziegeldächer der Altstadt leuchten rot und sind außerordentlich spitz. Die Stadtmauer offenbart sich als langgezogener, mächtiger Schutzwall und am Horizont lugt mit seinem Kopf der Hexenturm heraus. Diesen einzigartigen Blick, fast aus der Vogelperspektive, gibt die höchste Etage des neuen „AltstadtQuartiers“ frei, das derzeit auf dem Feuerwehrgelände entsteht. Der Investor, May Immobilien aus Aschaffenburg, bot die Gelegenheit, spontan vorbeizukommen und einen Blick auf den Stand der Arbeiten und den neuen Wohnraum in bester Lage zu werfen. Von den vier geplanten Einzelkomplexen, die ein Gesamtgefüge ergeben, stehen bereits zwei. In den Rohbauten ist es warm, damit der kürzlich gelegte Estrich trocknet. Für die kommenden Wochen steht der Innenausbau an.

Geplant hat die moderne Anlage der Babenhäuser Architekt Kurt Schlösser. Wer sich mit ihm und seinem Kollegen Michael Riegelbeck auf die Runde machte, erfuhr Interessantes – auch zur Vorgeschichte. „Den Abriss des alten Gebäudes habe ich 1990 als Bauleiter betreut“, erzählte Schlösser. Danach passierte erstmal lange Zeit nichts, was die Möglichkeit zum inoffiziellen Parken bot. Dass sich seit einem Jahr aus dem Boden Neues erhebt, ist ein Mitverdienst Schlössers, der sich stets für die Entwicklung des Geländes einsetzte und dabei sogar auf die Suche nach einem Investor machte. So kam das „AltstadtQuartier“ 2011 ins Rollen.

Zu bewohnen sind bald 35 Eigentumswohnungen, die über eine Wohnfläche von 60 bis 185 Quadratmeter (zwei bis vier Zimmer) verfügen. „Unsere Aufgabe war vor allem, die Barriere- und Schwellenfreiheit umzusetzen“, sagte das Architekten-Team. Schließlich sollen die Quartiere vor allem für die „Generation 55 plus“ interessant sein und dem Versprechen „Komfort bis ins hohe Alter“ nachkommen. So legten die Planer – neben den Aufzügen – viel Wert auf Geräumigkeit. Enge Gänge waren ein „no go“. Ebenerdig und damit senioren- und behindertengerecht, mussten der Boden und die Zugänge zum Balkon werden. Der Aufzug im vierten Stock kommt sogar direkt in den Wohnungen an, die als Penthäuser den krönenden Abschluss bilden. Amerika und diverse Luxushotels grüßen beim Lift.

Pflegekurse erleichtern die Versorgung der Lieben

Mit der Einhaltung des Zeitplans zeigt sich Schlösser zufrieden: „Bisher ist alles sehr ordentlich gelaufen.“ Die Taktung des Bauunternehmens, das über reichlich Erfahrung verfüge, sei stimmig. Neben der Heizung, die über eine zentrale Stelle alle Häuser effektiv versorgt, nimmt die Dachbegrünung ebenfalls eine bedeutende Komponente ein. Die Flachdächer waren im Verbund mit der historischen Altstadt nicht jedem Politiker recht. Dennoch setzte sich Schlösser mit stichhaltigen Argumenten durch. Eben weil es nicht zur Altstadt passt, sieht es der Architekt als sinnvoll: „Damit wird Altes von Neuem optisch unterschieden und die Geschichte lässt sich ablesen.“

Mit dem außerordentlichen Besichtigungstermin war Verkaufsleiter Stephan Bieber von May Immobilien sehr zufrieden. „Wir waren bezüglich der Resonanz genauso überrascht wie über die Anzahl der Gespräche“, sagt er. Die bisher getätigten Verkäufe bezeichnet Bieber ebenfalls als gut. Von den 21 Eigentumswohnungen, die sich bereits erwerben lassen, seien elf weg. Wie Bieber weiß, planen viele Interessenten, die unter anderem aus Aschaffenburg oder Bad König kommen, ihr Haus gegen eine Wohnung zu tauschen. Ebenfalls bemerkenswert: Die Klientel ist jünger als gedacht. „Es geht schon ab Mitte 40 los. Das ergibt dann vom Altersschnitt eine gute Mischung“, so Bieber.

Quelle: op-online.de

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