Kapazitäten in Kaserne sind damit nicht ausgelastet

400 neue Flüchtlinge angekündigt, Müllproblem gelöst 

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Babenhausen - Bald ist mit 400 neuen Flüchtlingen zu rechnen, die in der Babenhäuser Erstaufnahmeeinrichtung registriert und einige Wochen beherbergt werden. Das Müllproblem um die Kaserne, das bei den Bürgern für Unmut gesorgt hatte, gilt als gelöst.

Mit Blick auf die Freibad-Saison haben das Regierungspräsidium Darmstadt und der Arbeiter-Samariter-Bund angefangen, die Flüchtlinge für Verhaltensregeln zu sensibilisieren und sind mit mehr Personal im Schwimmbad präsent. 281 Flüchtlinge, davon ein Drittel Kinder, leben momentan in der Babenhäuser Kaserne, die seit Herbst 2015 als Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Gießen genutzt wird. Damit ist die Kapazität nicht ausgelastet. Die Situation kann sich aber bald wieder ändern. So kündigte Dieter Ohl rund 400 Neuankömmlinge an, die in den nächsten Wochen Quartier in Babenhausen beziehen werden. Einrichtungsleiter Tobias Soppart, sagte, dass diese Zahl gut zu bewältigen sei. Immerhin biete die Einrichtung Platz für 1200 Menschen, die hier registriert und ärztlich versorgt werden. Zudem sei mit Abgängen zu rechnen, da Männer, Frauen und Kinder nach durchschnittlich drei Monaten Aufenthalt die Kaserne in Babenhausen verlassen und in den umliegenden Gemeinden eine neue Bleibe zugewiesen bekommen.

Soppart geht daher nicht davon aus, dass der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der die Einrichtung betreut, sich bald um 600 bis 700 Bewohner kümmern muss. Momentan sind mehr als 20 haupt- und ehrenamtlichen Helfer des ASB für die Flüchtlinge da. Ihr Angebot, das etwa Deutschkurse und in der Kids School ein Beschäftigungsprogramm für Minderjährige umfasst, wird seit Mittwoch ergänzt durch die Lern- und Leseecke der Initative „Bücher sagen Willkommen“. Weil in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Beschwerden über den Müll in der Umgebung der Kaserne im Rathaus und auch in unserer Redaktion eintrudelten, prüfen Tobias Soppart und Stefan Ehrenstamm mittlerweile täglich, ob Unrat herumliegt. Fünfmal in der Woche trommeln sie freiwillige Bewohner zusammen, die dann den Müll in der Einrichtung und im näheren Umfeld beseitigen.

Unterstützend dazu hat die Stadt zusätzliche Mülleimer zwischen der Zufahrt zur Kaserne und dem Skate-Park aufgestellt. Bürgermeister Joachim Knoke nannte die Maßnahme „über alle Maßen erfreulich.“ Hinweise zu einer angebliche Lärmbelästigung, die aus der Nachbarschaft an Bürgermeister Knoke herangetragen wurde, konnten vom Sicherheitsdienst und der Einrichtungsleitung nicht bestätigt werden. grundsätzlich seien die Bewohner hinsichtlich der Thematik sensibilisiert und angehalten, auf nächtliche Ruhezeiten zu achten.

Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne: Bilder

Angesichts der angelaufenen Freibad-Saison hat das Regierungspräsidium Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem ASB Vorkehrungen getroffen, um die Flüchtlinge mit Bade- und Verhaltensregeln vertraut zu machen. In der Kinderbetreuung wird bereits spielerisch auf den Schwimmbadbesuch vorbereitet. Erwachsene erhalten Informationen im Deutschunterricht und in der „Dorfversammlung“, die einmal wöchentlich je Haus und Sprache stattfindet. „Das Schwimmbad liegt ja quasi in der Nachbarschaft. Da ist es nur verständlich, dass es die Bewohner an heißen Tagen nutzen wollen“, sagte Soppart.

Damit Zwischenfälle ausgeschlossen werden können, ist ein Mitarbeiter des ASB täglich im Schwimmbad vor Ort – an sonnigen, warmen Tagen sind es drei Mitarbeiter. Außerdem werden Vor-Ort-Vertreter aus Gießen verstärkt im Schwimmbad Präsenz zeigen und den ASB unterstützen. Notfallnummern für akute Situationen sind im Schwimmbad hinterlegt. Am Eingang sollen Informationskarten, die in den gängigen Sprachen kompakt auf die Regeln hinweisen, ausgegeben werden. Künftig plant das Regierungspräsidium im „Boardighaus“ eine für die Bewohner kostenfreie WLAN-Verbindung einzurichten und das Dach abzudichten. Ein Termin, um dieses Vorhaben mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen abzustimmen, ist noch in Planung.

rin

Quelle: op-online.de

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