Neue Agentur soll vermitteln

Einsatz fürs Ehrenamt

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Eine Hand greift in die andere, wie Monika Heinlein, Karen Burkholder, Joachim Heizmann, Alice Sauer und Annemarie Gaßmann (von links) es demonstrieren. Und dies macht auch das selbstgestaltete Logo deutlich.

Babenhausen - Mal geht es ums Rasenmähen, mal darum, Kindern vorzulesen oder Senioren beim Einkaufen zu helfen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Aufgaben können im sozialen Bereich liegen, in Freizeit und Geselligkeit, in Kultur, Kunst, Musik, in Sport oder Bewegung. Von Stefan Scharkopf 

Immer geht es um ehrenamtliches und freiwilliges Engagement. Im Dezember hat die Babenhäuser Ehrenamts-Agentur (BEA) ihre Arbeit aufgenommen. Fünf engagierte Babenhäuser sehen sich als Vermittler, Ansprechpartner und Begleiter für die Ehrenamtlichen, zeigen Einsatzstellen und Tätigkeitsbereiche auf. Alle, die sich einbringen wollen, sind gerne gesehen.

„Das Problem ist ja oft, dass Leute glauben, sie müssten sich für Jahre binden, das ist aber gar nicht unsere Absicht“, sagt Monika Heinlein, die das Projekt Ehrenamtslotsen ins Stadtparlament eingebracht hatte, wo es auf fruchtbaren Boden fiel. Es gab mehrere überfraktionelle Runde Tische. Es ist genauso gut, sich nur für zwei Stunden pro Woche oder weniger zu engagieren, je nach Aufgabe. So soll es einmalige und befristete Projekte geben, ebenso wie regelmäßige und langfristige.

Joachim Heizmann macht derzeit eine Bestandsaufnahme, spricht mit sozialen Trägern und schaut, wie Vereine aufgestellt sind, wo es hakt und wo man sie unterstützen könnte. Eine Konkurrenz für Vereine soll BEA natürlich nicht sein. „Wir haben gerade erst angefangen und wollen die Sache Schritt für Schritt angehen. Einen riesengroßen Bauchladen mit Projekten schieben wir nicht vor uns her“, sagt Heizmann. Die fünf Lotsen sind ihrerseits selbst ehrenamtlich aktiv. Bei Karen Burkholder sind es beispielsweise die Flüchtlingshilfe und die Unterstützung von ausländischen Jugendlichen. Alice Sauer organisiert alle zwei Wochen einen Seniorenkaffeeklatsch. Sie konnte es, wie sie sagt, auch gar nicht abwarten mit der Arbeit als Ehrenamtslotsin zu beginnen, nachdem das Vorhaben seit 2011 zunächst ruhte.

Infostand auf dem Weihnachtsmarkt

Bekannt gemacht hatte sich das Quintett mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt, wo es Infomaterial und Teelichte verteilte. Die Fünf sehen sich als Ansprechpartner für Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren, jedoch oft nicht wissen, wo ihre Hilfe gebraucht wird und an wen sie sich wenden können. Andererseits suchen Vereine und Initiativen händeringend die Unterstützung freiwilliger Helfer für ihre Projekte und Veranstaltungen. Kontakte zwischen engagementbereiten Menschen und Unterstützung suchenden Organisationen und Initiativen herzustellen, das ist die Aufgabe von BEA.

Weitergehende Informationen gibt es im Internet. BEA ist jeden Donnerstag, 17 bis 19 Uhr, im Erasmus-Alberus-Haus, Marktplatz 7, zu finden.

Landesweit gibt es in Hessen bereits etliche lokale Anlauf- und Vermittlungsstellen, oft Freiwilligenagenturen genannt. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg werden diese von Angelika Seidel vom Mehrgenerationenhaus in Groß-Zimmern koordiniert. Bisher wurden in Hessen fast 400 Engagement-Lotsen ausgebildet. Sie initiieren neue Projekte, unterstützen das bestehende Vereinswesen, bauen örtliche Freiwilligenzentren auf, organisieren Fortbildungsveranstaltungen oder tragen mit ihren Ideen zu neuen Kooperationen zwischen ehrenamtlichen Organisationen bei. Sie übernehmen dabei wichtige Aufgaben der Engagementförderung in enger Kooperation mit den kommunal Verantwortlichen und dem Land Hessen. Mehr als 60 Gemeinden haben in den letzten Jahren am Landesprogramm teilgenommen, Babenhausen erstmals 2014. Das Land fördert jede teilnehmende Kommune mit 2000 Euro. Auch die fünf BEA-Leute haben eine Ausbildung zu Engagement-Lotsen absolviert.

Im April startet die nächste Staffel zur Ausbildung in Hessen. Drei bis sechs Personen können an der Qualifikation teilnehmen, die vier Wochenenden umfasst. Wer dabei sein will, kann sich bis zum 2. März bei der Ansprechpartnerin im Rathaus, Annemarie Gaßmann, melden, 06073/60248, E-Mail: annemarie.gassmann@babenhausen.de. Wenn auch im Rathaus die Fäden zusammenlaufen, so betont Alice Sauer doch: „BEA ist ein Projekt von Bürgern für Bürger.“

Lange Tradition bei Babenhäuser Weihnachtsmarkt

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Quelle: op-online.de

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