Möglicher Kauf

Bima hat Wert für Kaserne ermittelt

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Die Summe wird wohl erst im März öffentlich gemacht. Bürgermeister Knoke hat heute einen Termin in Koblenz. Kann die Stadt die Kaserne - im Bild der frühere Wohnbereich - jetzt kaufen?

Babenhausen - Gibt es jetzt Zählbares bei der Kaserne? Der neue Bürgermeister Achim Knoke fährt heute zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach Koblenz. Offenbar hat die Bima ihr Wertgutachten abgeschlossen und es geht um den möglichen Kauf. Von Stefan Scharkopf 

Die Summe, für die die Stadt das ehemalige Militärgelände im Zwischenerwerb ankaufen kann, steht wohl fest, wird vermutlich aber erst übernächsten Monat bekannt gegeben. Zunächst sollen die Kasernenkommission und die Stadtverordnetenversammlung darüber befinden. Weil die Sitzung im Februar ausfällt, dauert es eben bis März.

Wie berichtet, hatte die Verwaltung erwogen, das Kasernengelände im Zwischenerwerb zu kaufen, um dann direkt mit den Investoren über die Weiterveräußerung zu verhandeln. Auf dem Areal soll mit neuen Formen des „ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Arbeitens und Wohnens ein regionales Alleinstellungsmerkmal“ ausgebildet werden. Die europaweite Ausschreibung, die die Bima zur Suche von Investoren initiiert hatte, war erfolglos. Als Verkehrswert und Mindestgebot bzw. -kaufpreis hatte die Bima nach Bundeshaushaltsordnung und EU-Recht seinerzeit vier Millionen Euro festgelegt. Im Nachgang führte die Behörde das so genannte „Erstzugriffsrecht“ für Konversionsgemeinden ein, für das sich Babenhausen 2013 anmeldete. Damit würde die Stadt übergangsweise Eigentümerin, um die Entwicklung nach erheblichen Verzögerungen voranzutreiben. So wäre es auch einfacher, städtebauliche Ziele zu realisieren.

Ausflug auf Kasernenareal (2009)

Ausflug ins Kasernenareal

Nach einem Interessenbekundungsverfahren, bei dem sich viele Investoren und Projektentwickler meldeten, entschieden Konversionskommission und Magistrat im Dezember 2013 jeweils einstimmig, mit demjenigen Investor zu verhandeln, dessen Konzept dem von allen Fraktionen im Stadtparlament befürworteten Rahmenplan am nächsten kommt.

Auch die Stadt hatte einen unabhängigen Sachverständigen eingeschaltet, der die Grundlagen festlegte, nach denen die Bima den Wert ermittelte. Dazu muss beispielsweise berechnet werden, wie viel versiegelte Fläche nach Vorgaben der Stadt – sie hat das Planungsrecht – in Grünland umgewandelt werden soll oder wie es um die Kanäle und Straßen steht. Die Infrastruktur des Geländes, das betonte Knoke in einem Pressegespräch, gehe zurück an die Stadt, wenn der Investor sie baut. Die Frage ist jetzt, wie dies alles die Preisgestaltung beeinflusst, ob die Zahl bei vier Millionen oder womöglich darunter liegt. Alles über vier Millionen Euro dagegen wäre „sehr ärgerlich“, wie Knoke sagte.

„Tag des offenen Denkmals“ in Kaserne (2011)

„Tag des offenen Denkmals“ in der Kaserne 

Der Investor ist jedenfalls trotz der verstrichenen Zeit noch mit im Boot. „Klar ist aber auch, dass er langsam ungeduldig wird“, wie Knoke meinte, „derzeit sind die Bauzinsen günstig, es wäre also gut für den Beginn der Konversion.“

Würde der aktuelle Investor doch noch abspringen, müsste sich die Stadt einem anderen Interessenten zuwenden. Wenn auch die Stadt ihr Erstzugriffsrecht angemeldet hatte, so ist es doch möglich, dass der Investor direkt zugreift und die Stadt auf ihr Recht verzichtet. Eine weitere Möglichkeit wäre es, zusammen mit dem Interessenten eine Gesellschaft zu gründen. All´ dies muss aber noch juristisch abgeklärt werden.

Auf jeden Fall aber wird die Stadt mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag abschließen; das ist ein Muss. Geht alles glatt, könnten die vertraglichen Bedingungen und die Detailplanung bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein. Baubeginn auf der Kaserne wäre dann 2016.

Quelle: op-online.de

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