Gemeindezentrum St. Josef

Warten auf Renovierung hat ein Ende

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Johannes Fäth, Mitglied des Verwaltungsrates, und Pfarrer Ferdinand Winter vor dem Gemeindezentrum von St. Josef. Über 40 Jahre alt, steht in den nächsten Monaten dessen Sanierung an.

Babenhausen - Schluss mit Ölheizung und feuchten Wänden: Nach 40 Jahren wird das Gemeindezentrum St. Josef gründlich auf Vordermann gebracht. Auch wenn der Großteil vom Bistum bezahlt wird, muss die Gemeinde mit 70.000 Euro ran. Von Michael Just 

Wer am Gemeindezentrum von St. Josef eine Dachrinne zum Ablaufen des Wassers sucht, wird nicht fündig – zumindest nicht außen. Die innenliegende, verborgene Variante galt Anfang der 1970er Jahre als schick. Was damals nicht sonderlich bedacht wurde: Die Gefahr von Staunässe steigt. „Immer wieder läuft Wasser ins Mauerwerk. Vor allem im Gemeindesaal sind Wandteile regelmäßig feucht“, erzählt Pfarrer Ferdinand Winter. Die diffizile Reinigung der Rinne, etwa von Blättern, kommt erschwerend hinzu.

Über viele Jahre musste die katholische Kirchengemeinde jene suboptimale Lösung hinnehmen, jetzt ist ein Ende in Sicht: Ab Ende Mai wird saniert – und zwar gründlich. Neben einem anderen Dach, welches das Ende der bisherigen Eternit-Ausführung bedeutet, gibt es auch neue Fenster und eine neue Heizung. Über die geplanten Maßnahmen informierte Johannes Fäth, Mitglied des Verwaltungsrates von St. Josef, die Gläubigen während des Gottesdienstes vor dem Pfarrfest.

Dach wird ersetzt, Klinkerfassade bleibt

Das alte Dach wird durch ein Blechvariante ersetzt, unter das eine moderne Dämmung kommt. Die zukünftigen Fenster sind mehrfach verglast und entsprechen den aktuellen energetischen Standards. Nichts ändern soll sich an der roten Klinkerfassade. Die Heizung gilt als weiteres Kernstück der Sanierungsmaßnahmen. Sie wird von Öl auf Gas umgestellt. Bisher hatten sowohl das Gotteshaus als auch das Zentrum seinen eigenen Heizbereich. Der im Gotteshaus existiert zukünftig nicht mehr: Die gesamte Heizung wird im Pfarrzentrum konzentriert und damit zentral gesteuert. Quasi über Fernwärme wird dann die Kirche versorgt. Dafür müssen Leitungen aufgegraben und verlegt werden.

Moderne Technik sowie die Anschaffung von zwei kleinen statt einem großen Brenner sparen zukünftig Energie. Dass zwei kleine Brenner Sinn machen, erklärt Johannes Fäth: „Gotteshaus und Pfarrzentrum werden selten gleichzeitig genutzt. Am Wochenende wird Wärme vorrangig in der Kirche, unter der Woche im Zentrum benötigt“, weiß der Langstädter. Um jeweils nur ein Objekt zu erwärmen, reiche ein kleiner Kessel aus. „Ist wirklich in beiden Gebäuden Betrieb, schalten wir einfach beide an“, fügt er hinzu.

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Zur Sanierung des Pfarrzentrums gesellen sich weitere Ausbesserungsarbeiten an der Kirche. Hier platzt an einigen Stellen die Betonverschalung am Fundament ab. Die Gesamtrechnung wird nicht billig ausfallen: Derzeit geht man von 500.000 Euro aus. Davon übernimmt das Bistum 430.000 Euro. Die restlichen 70.000 Euro muss St. Josef durch Eigenkapital, Spenden und eventuell einen Kredit decken. Bis auf die Heizungsanlage wurden alle Sanierungsaufträge bereits vergeben. Ende Mai sollen die Arbeiten beginnen, der Abschluss ist für September oder Oktober geplant.

Laut Fäth kann man sich dann keinesfalls zurücklegen: Das Innere des Gemeindezentrums verlange ebenfalls, in die Moderne geholt zu werden. Fußboden, Theke oder gar die Küche sind in die Jahre gekommen. Aber auch dafür wird Geld benötigt. Die Gewährleistung von Zuschüssen durch das Bistum zeigt sich dabei nicht als selbstverständlich. Fäth: „Für die Gelder will man in Mainz eine intensive Nutzung der Räume sehen. Die wird durch eine schrumpfende Gemeinde immer schwieriger.“

Quelle: op-online.de

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