Freiwillige Feuerwehr sucht Nachwuchskräfte

Zahl der Einsatzkräfte gesunken

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Die Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr der Kernstadt mit Bürgermeister Achim Knoke und Wehrführer Florian Sawallich.

Babenhausen - Ein Thema ist Dauerbrenner, und zwar nicht nur bei der Freiwilligen Feuerwehr in Babenhausen. Die ehrenamtlichen Brandschützer haben überall mit Nachwuchsproblemen und Mitgliederschwund zu kämpfen. Von Petra Grimm 

So spricht die Statistik, die Wehrführer Florian Sawallich bei der Jahreshauptversammlung des Vereins und der Einsatzabteilung präsentierte, eine deutliche Sprache. Die Einsatzabteilung der Kernstadt besteht aus 58 Feuerwehrleuten, darunter zwei Frauen. Es sind sechs weniger als im Vorjahr. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht aus 23 Mitgliedern und die Jugendfeuerwehr – nach dem erfreulichen Übertritt von zwei jungen Leuten – aus 19 Mitgliedern.

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Wohnort- und Arbeitsplatzwechsel, Desinteresse oder auch gesundheitliche Probleme seien die Gründe für die gesunkene Anzahl von Aktiven, sagte Sawallich am Freitagabend. „Das sind etwa 15 Einsatzkräfte weniger, als die Feuerwehrorganisationsverordnung für die Größe der Stadt vorsieht. Im Laufe des Jahres werden vier weitere Kameraden aus gesundheitlichen und alterstechnischen Gründen aus der aktiven Wehr ausscheiden“, sagte der Wehrführer. „Es reicht heutzutage nicht mehr aus, die Leute mit Plakaten oder Flyern zu "locken" und ihnen Spaß und Kameradschaft bei der Feuerwehr zu offerieren. In der heutigen schnelllebigen Welt, in der wir leben, möchte sich so gut wie niemand mehr so einem stressigen und zeitaufwändigen Hobby wie Freiwillige Feuerwehr verschreiben“, so Sawallich, der vorschlug, Anreize für Quereinsteiger zu schaffen.

Um den Fortbestand der Einsatzabteilung zu sichern, müsse man auch weiterhin auf die Jüngsten setzen. „Die Jugendfeuerwehr ist seit Jahrzehnten Garant für gut ausgebildeten Nachwuchs. Doch auch da sind die Mitgliederzahlen momentan alles andere als zufriedenstellend.“ Es fehle an Personal, um bereits in den Kindergärten und Schulen aktiv Werbung zu betreiben. Auch um – wie in anderen Orten – eine Kinderfeuerwehr zu gründen, um noch früher Nachwuchs zu binden, sei zusätzliches und speziell geschultes Personal nötig.

Tag der offenen Tür für September geplant

Große Hoffnung in Sachen Mitgliederwerbung setzt die Kernstadtwehr jetzt auf ihren Tag der Offenen Tür, der im September im Stützpunkt geplant ist. Sawallich ging auch auf die Einsätze, Übungen und die umfangreiche Ausbildung im zurückliegenden Jahr ein. Mit 107 Einsätzen 2014 waren es 26 weniger als im Vorjahr. Zugenommen haben allerdings die Brandeinsätze. Um Feuer zu löschen, mussten die Aktiven 25 Mal ausrücken, im Vorjahr nur 18 Mal. 69 Einsätze betrafen technische Hilfeleistungen (22 Einsätze weniger als 2013). Die Zahl der Fehlalarme ist von 20 in 2013 auf zwölf 2014 gesunken. 14 Menschen wurden von der Feuerwehr gerettet beziehungsweise versorgt. Für zwei Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Die Anzahl der ehrenamtlich geleisteten Stunden ist wieder beeindruckend. Für alle Einsätze, Brandsicherheits- und Absperrdienste, für Ausbildung, Küchen- und Arbeitsdienste im Stützpunkt wurden von den Feuerwehrmitgliedern insgesamt 6 753 Stunden geleistet. Da sich die Aktiven fleißig fortgebildet haben, konnte Stadtbrandinspektor Mario Wörner zahlreiche Beförderungen vornehmen.

Von der Jugendfeuerwehr übernommen wurden Julia Funk und Niklas Wange. Zum Hauptlöschmeister befördert wurde Thomas Olstinski, zum Löschmeister Maximilian Willand und Julian Wörner, zu Hauptfeuerwehrmännern Sören Grundmann, Finn Blümler und Daniel Koestel, zu Oberfeuerwehrmännern Tobias Münster, Heiko Kreuz, Kevin Wörner, Matthias Malingriaux und Tim Pfleger. Feuerwehrmann ist jetzt Dominik Geißler.

Bürgermeister Achim Knoke und Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg dankten im Namen der politischen Gremien der Stadt für das herausragende Engagement zum Wohl der Allgemeinheit, ausdrücklich auch denen, die im Hintergrund am Rad drehen.

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Quelle: op-online.de

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