Kurt Lambert reagiert auf Aussagen von Gabi Coutandin

„In keinem meiner Etats gab´s einen Fehlbetrag“

Babenhausen - Als „moralisch zweifelhaft und menschlich enttäuschend“ hat der frühere Babenhäuser Bürgermeister und heutige Erste Stadtrat Kurt Lambert die Vorwürfe bezeichnet, die Ex-Bürgermeisterin Gabi Coutandin gegenüber ihren beiden Amtsvorgängern erhoben hat.

In einem Interview mit unserer Zeitung hatte die ehemalige Verwaltungschefin auf die Frage nach der leeren Stadtkasse auch auf Fehler in der Vergangenheit hingewiesen. „Meine Vorgänger haben leider versäumt, in Zeiten, in denen massive Gewerbesteuereinnahmen durch VDO geflossen sind, die Immobilien in Schuss zu halten. Jetzt, wo wir kein Geld haben, müssen wir es machen und dafür Kredite aufnehmen, das ist ein Versäumnis aus früheren Zeiten."

Wenn die bisherige Rathauschefin glaubt, den von ihr mit zu verantwortenden hohen Schuldenstand der Stadt mit Nachholbedarf aus den früheren Zeiten ihrer Amtsvorgänger erklären zu müssen, „dann ignoriert sie bewusst Tatsachen und Rahmenbedingungen, die meine zwölfjährige Amtszeit bestimmten“, so antwortet nun Kurt Lambert. Durch eine sachorientierte Politik und einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Geldern der Bürger sei es in seiner Zeit möglich gewesen, Steuern und Gebühren abzuverlangen, von denen die Babenhäuser heute nur noch träumen könnten, so der frühere Bürgermeister. Als Beispiel nennt Lambert die Entwicklung der Grundsteuer B, die zu seiner Zeit 200 Prozent betragen habe, im Etat-Entwurf für 2015 mit 620 Prozent veranschlagt ist und im Zuge der vom Land geforderten dringend notwendigen Haushaltssanierung bis zum Jahre 2017 auf 700 Prozent steigen soll.

Nie Haushalt mit Fehlbetrag

In keinem seiner zwölf Amtsjahre habe es einen Haushalt mit einem Fehlbetrag gegeben. Heute werde es schon als „großartige Leistung“ gefeiert, wenn es gelinge, den Fehlbetrag von 3,2 Millionen auf 2,8 Millionen zu reduzieren. Ein solides Finanzgebaren habe in seiner Amtszeit dazu geführt, dass die Stadt stets finanziell liquide gewesen sei und zu keinem Zeitpunkt Kassenkredite in Anspruch hätte nehmen müssen. „Der letzte von Gabi Coutandin eingebrachte Haushalt für das Jahr 2015 weist dagegen Kassenkredite in Höhe von 9,5 Millionen Euro aus, die sich zusammen mit den übrigen Darlehen der Stadt auf einen Rekordschuldenstand von fast 20 Millionen Euro addieren“, sagt Lambert. Dagegen hätten die Schulden der Stadt bei seinem Amtsende 5,7 Millionen betragen. Ähnlich dramatisch hätten sich auch die Personalkosten entwickelt.

Lambert erinnert daran, dass sowohl die Mehrheit von CDU und Grünen wie die von Coutandin angeführte „Allianz“ ihre Investitionsmaßnahmen nur hätten durchführen können, weil die Stadt eine Gewerbesteuernachzahlung in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro erhalten habe, die aus den Jahren 1997 und 1998 stamme und deshalb ihm leider für Investitions- und Strukturmaßnahmen seinerzeit nicht zur Verfügung gestanden hätten.

Dennoch sei in seiner Amtszeit vieles bewegt worden. Als Beispiele nannte Lambert die Schaffung von 230 neuen Kindergartenplätzen durch den Neubau des Kindergartens an der Jürgen-Schumann-Straße bei gleichzeitiger Erweiterung und Modernisierung bestehender Kindergärten, Ausweisung neuer Baugebiete in Sickenhofen und Hergershausen. Auch die Sanierung städtischer Wohngebäude im Westring, die Verbesserung der technischen Anlagen der Kläranlage, die Erweiterung und Neugestaltung der Friedhöfe in Hergershausen, Sickenhofen und Harreshausen, die Ergänzung des Fahrzeug- und Geräteparks der Feuerwehren sowie Restaurierung und Neugestaltung der Stadtmühle zählt er auf. „Dass Gabi Coutandin dies bewusst verschweigt, unterstreicht nicht nur die Haltlosigkeit ihres Vorwurfs der angeblichen Versäumnisse, sondern enttäuscht mich auch menschlich, weil ich mich in den vergangenen Jahren als ihr Stellvertreter im Amt stets um ein faires und loyales Miteinander bemüht habe“, so Lambert.

Achim Knoke zum Bürgermeister gewählt

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st

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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