Privatbrauerei will Firmengelände neu gestalten

Michelsbräu zieht an B 26

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Ein vertrauter Anblick in der Fahrstraße in Babenhausen: die Michelsbräu mit ihren imposanten Gebäuden. Jetzt wurde der Umzug an die B 26 angekündigt.

Babenhausen - Die Michelsbräu bleibt der Stadt erhalten, doch das Unternehmen verlagert seinen Sitz an die Darmstädter Straße. Für das alte Betriebsgelände wird ein neues Gesamtkonzept erarbeitet. Von Stefan Scharkopf

Die Brauerei liegt „inmitten der hübschen und historisch so interessanten Stadt Babenhausen und ist mit deren Aufstreben und Gedeihen fest verwurzelt“. So steht es auf der Internetseite der Michelsbräu geschrieben. Doch die Brauerei, die in diesem Jahr auf ihre 200-jährige Brautradition zurückblicken kann, verlässt die Innenstadt. Sie zieht an die B 26 Richtung Dieburg, genauer an die Darmstädter Straße 51, von Babenhausen aus gesehen an die rechte Seite, direkt zwischen die Bahnschienen und das angrenzende Bauunternehmen Aumann. Dort stehen derzeit ältere Gebäude.

Die Firma Aumann war es denn auch, die das etwa 6 000 Quadratmeter große, geschichtsträchtige Gelände rund um das im Jahr 1899 errichtete Sudhaus gekauft hat. Das Areal wird umgestaltet und soll neuen Nutzungen zugeführt werden, wie Michelsbräu-Prokurist Reiner Strohfuß gestern in einer kurzen Stellungnahme ausführte. „Der Wunsch der Babenhäuser Bürger, den historisch so wertvollen Stadtkern durch attraktive, zukunftsorientierte und den Menschen zugewandte Nutzungen zu erhalten, soll nun durch die Neuausrichtung des Brauereigeländes umgesetzt werden“, heißt es darin. Welche Gebäude stehen und welche weichen müssen, steht noch nicht fest.

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Sowohl für die Privatbrauerei als auch für das Bauunternehmen sei es ein „Bekenntnis zu Babenhausen als attraktiven und zukunftsorientierten Wirtschaftsstandort“. Für die Michelsbräu-Kunden ändert sich nichts, sie werden nach wie vor von Babenhausen aus beliefert.Für Anwohner der Innenstadt wichtig: Sie werden von einem Teil des Schwerverkehrs entlastet. Wie Strohfuß auf Anfrage sagte, wird es für die Lkw der Michelsbräu in der Fahrstraße immer enger, weil es dort einige weitere Geschäfte gibt, die Anlieferverkehr haben. Auch auf dem Betriebsgelände selbst ist es recht eng. Die Firma Aumann plant nun eine die „Innenstadt bereichernde Nutzung“ unter Einbeziehung des historischen Sudhauses aus dem Jahre 1899. Sobald das Gesamtkonzept steht, strebt die Michelsbräu auch die Errichtung einer Erlebnisbrauerei an. Das ehemalige Betriebsgelände betrug um die 10 000 Quadratmeter. 3 000 Quadratmeter davon wurden 2009 an die K&S Unternehmensgruppe verkauft, die nach dem Abriss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes und des Schalanders der Brauerei eine Seniorenpflegeeinrichtung errichtete.

Seit Ende 2011 braut die Michelsbräu kein Bier mehr in Babenhausen. Die sechs Sorten, die unter ihrem Namen laufen, werden im unterfränkischen Arnstein gebraut und abgefüllt. Weizen- und alkoholfreie Biere, Mineralwässer und Limonaden kommen von der Brauerei Herzog von Franken sowie der Arnsteiner Brauerei Max Bender. In Babenhausen ist lediglich noch der Vertrieb ansässig.

Quelle: op-online.de

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