Jugendforum: Mehr Raum für Kinder

„Bespielbare Stadt“ im Blick

Babenhausen - Ein längliches Spielfeld wird mit Kreide oder Farbe auf einen Platz gemalt, in Rechtecke unterteilt, danach wird ein Steinchen in eines der Felder geworfen und anschließend gehüpft. So etwa sieht in Kurzform das Kinderspiel „Himmel und Hölle“ aus. Von Stefan Scharkopf 

Ein solches Feld soll nun an der katholischen Kirche dauerhaft aufgemalt werden. Dieses „Hickelkreuz“ ist Teil des Projekts „Bespielbare Stadt“, um dessen Realisierung sich das Babenhäuser Jugendforum kümmert. Dessen Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen die Chance persönlicher Mitbestimmung und Beteiligung aufzuzeigen und ihr Interesse für kommunale Belange zu wecken, die sie direkt betreffen. Einstimmig hatte das Stadtparlament vor Jahren beschlossen, das Forum bei der Wahrnehmung der Interessen der jungen Leute gegenüber den städtischen Gremien zu unterstützen – als Alternative zu einem „Kinder- und Jugendparlament“, wie es in anderen Kommunen welche gibt.

Das Konzept „Bespielbare Stadt“ ist ein Versuch, den öffentlichen Raum einer Stadt für Kinder zurückzugewinnen. Den Mädchen und Jungs soll eine eigenständige Mobilität ermöglicht und zugleich attraktiv gemacht werden, so der Hintergrund. Dazu werden für Kinder wichtige Orte (wie Schulen, Spielplätze) durch ein Netz sicherer Wege verbunden, die zusätzlich durch Spielobjekte aufgewertet werden. In der Stadt Griesheim beispielsweise wurde das Projekt vor ein Paar Jahren verwirklicht. Nachdem das Konzept, das die Stadtplanerin Dr. Martina Seuß in die parlamentarischen Gremien eingebracht hatte, positiv aufgenommen und Anfang 2012 abgesegnet wurde, machte sich das beauftragte Jugendforum an die Arbeit. Das Team ging Schulwege ab und ermittelte mögliche Standorte für die Spielgeräte.

So ist etwa am Friedhof ein Balancierbalken vorgesehen. Weitere Standorte – zehn bis zwölf sollen es werden – sind gerade in der Diskussion. Ziel ist die Umsetzung bis Jahresende. Der Bauhof wird dann, wie bei den Spielplätzen auch, die Geräte regelmäßig überprüfen.

Neustrukturierung der Homepage

Neben der Weiterführung des Projekts „Bespielbare Stadt“ hat das Jugendforum noch andere Themen parat. So wird derzeit an der Neustrukturierung der Homepage gearbeitet. Eine Bildungsfahrt nach Frankreich steht vom 22. bis 25. Mai auf dem Programm. Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 23 Jahren können sich für einen der 16 Plätze bewerben. Besucht werden das Europaparlament in Straßburg, die Partnerstadt Bouxwiller und das ehemalige KZ Natzweiler-Struthof. „Vor dem Hintergrund aktueller politischer Diskussionen eine klasse Sache“, wie Stadtjugendpfleger Michael Spiehl betont.

Im Frühjahr steht einmal mehr die Renovierung des „Dirt-Parks“, des als BMX-Strecke bekannten Fahrradparcours, im Riemen an. Wenn auch die Szene etwas kleiner geworden ist, so müssen Hügel und Sprünge doch ausgebessert oder neu angelegt werden.

Wer jetzt glaubt, dass das Jugendforum nur Angebote für seine Altersklasse macht, irrt. So wird erneut ein Handykurs angeboten – für Interessenten ab 50.

Erfreulich sei, dass die Türen in die Schulen offen stehen, wie Michael Spiehl sagt. Vornehmlich mit der Bachgauschule wird die Kooperation fortgeführt, kleine Projekte, Themenrunden und andere Veranstaltungen stehen auf der Agenda.

Treffen sind montags, 17 bis 20 Uhr, im Jugendcafé, 06073/712149, www.jugendforum-babenhausen.de

Nicht zuletzt dient die Zusammenarbeit mit der Bachgauschule auch der Mitgliederwerbung. Das Jugenforum besteht derzeit aus drei Schülern, zwei FSJ-lern, der Rest der zwölfköpfigen Gruppe sind Studenten. „Da stehen ein paar vor dem Abschluss“, wie Lara Kresz beim Treffen am Montag sagte, „da wissen wir natürlich nicht, wohin es die Einzelnen verschlägt und wer abspringt.“ Lara Kresz ist eine von den „Langjährigen“ beim Jugendforum. Mit ihr saßen am Montag noch Dominik Mahr, Joshua Brandt, Laura Müller, Peter Quast, Nicolaj Zielke, Gianluca Rizzo und Sophia Rock am Tisch.

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Quelle: op-online.de

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