Referatewettbewerb in der Schule im Kirchgarten

Raubkatzen und Down-Syndrom

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Sie sind alle Sieger: Die besten Referierenden der dritten und vierten Klassen.

Babenhausen - Frei sprechen und deutlich präsentieren sind nur einige der Merkmale, die ein gutes Referat auszeichnen. In der Schule im Kirchgarten wird das schon früh geübt. Von Corinna Hiss 

„Es sind schon meistens Mädchen, die beim Referatewettbewerb weit kommen“, gab Marielle Guinet zu. Die gebürtige Französin, tätig in der Elternschaft der Schule im Kirchgarten, beurteilte gemeinsam mit Lehrerin Susanne Weinrich und Konrektorin Gudrun Müller acht Referate – jeweils vier aus den dritten und vierten Klassen – von fleißigen Schülern, die sich bereits in einem Vorentscheid gegen ihre Klassenkameraden durchgesetzt hatten. Ihre allgemeine Aussage traf dabei voll zu: Unter den Qualifizierten stach der neunjährige Nils Wagner als einziger Junge der Truppe mit seinem Referat über Raubkatzen heraus.

Gut drei Monate Arbeit lag hinter den Schülern, die sich eigenständig ein Thema ausgesucht hatten und es nun ihren Mitschülern präsentieren durften. Ihrer Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Meist reden sie über das, was sie selbst besonders interessiert“, beschrieb Susanne Weinrich die Themenfindung. So war es nicht verwunderlich, dass auch dieses Jahr allerlei Wundersames aus der Tierwelt auf Plakaten oder in Power-Point-Folien Platz fand. Häuften sich sonst die Referate über Hasen und Katzen, war nun das Feld breiter gestreut: Von der griechischen Landschildkröte zum raublustigen Hai zeigten die Schüler, dass ihnen auch die Fauna außerhalb der heimischen Gefilden bekannt ist.

Freies Reden spielt große Rolle 

Der freie Vortrag, nur unterstützt durch Stichworte auf Karteikarten und veranschaulicht mit weiteren Hilfsmitteln, spielt in der Schule im Kirchgarten von Beginn an eine große Rolle. Bereits die Erstklässler gehen spielerisch an die Thematik ran, ab der dritten Klasse sind die Referate dann ein fester Bestandteil des Heimat- und Sachkundeunterrichts. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Schüler schon so tolle Präsentationen halten“, war Gudrun Müller am Ende des Wettbewerbs begeistert.

Neben dem freien Reden wurde unter anderem bewertet, ob Poster oder Folien gut leserlich sind, wie intensiv sich vorbereitet und ob die maximale Dauer von zehn Minuten eingehalten wurde. Nils, der als einziger Junge antrat, hatte sich ein wildes Thema ausgesucht: Raubkatzen. „Davon gibt es so viele, deshalb fand ich es als Thema ideal“, erläuterte er der Klasse 1 b, die seinem Vortrag lauschte.

Als Tipp gab er den ABC-Schützen auf den Weg, die Schätze in Büchereien oder dem Internet gut zu nutzen. Löwen, Pumas oder Hyänen sind spätestens nach einem Walt-Disney-Film allen bekannt – deshalb entschied sich Nils dafür, Ozelote und Karakale vorzustellen, die beide der Gattung der Kleinkatzen angehören. Plastisch demonstrierte er, wie die Tiere fast lautlose Sprünge zurücklegen können, wohingegen andere Spezies – wie der Mensch – nicht ohne zu Poltern auf dem Boden landen. Gereicht hat es am Ende für den Schüler der 3 c nicht: Unter den vier dritten Klassen machten die Zwillinge Juliane und Pauline Zang aus der 3 b mit ihrem Referat über Haie das Rennen.

Bei den Viertklässlern setzte sich Marleen Detmer (4 d) mit einem sensiblen Thema durch: Sie informierte gekonnt über das Down-Syndrom. „Ich kenne jemanden, der mit dieser Behinderung lebt“, erläuterte sie ihre etwas ungewöhnliche Auswahl, die ihr neben der guten Präsentation den Sieg einbrachten.

Quelle: op-online.de

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