„Fairness ist das Wichtigste“

Schule im Kirchgarten trägt Fußballturnier aus

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Die Schule im Kirchgarten richtete an zwei Tagen Fußballturniere der dritten Klassen und vierten Klassen aus.

Babenhausen - Der Song „Football‘s coming home“ („Der Fußball kommt nach Hause“) war die offizielle Hymne zur Fußball-Europameisterschaft 1996 in England – in Babenhausen fand er jetzt eine neue Bestimmung: Dort leitete das Lied das Fußballturnier der Schule im Kirchgarten ein.

„Das Jahrgangsturnier hat bei uns eine lange Tradition“, weiß Sportlehrerin Jana Otto. Das untermalt ein Blick auf Schiedsrichter Joe Mendes: Seit 1997 engagiert sich der Portugiese als Unparteiischer bei den Grundschülern. Damals nahm er die Trillerpfeife in den Mund, weil seine Tochter mitspielte. Die Anfragen danach, ob er erneut pfeifen könnte, beantwortete er bis heute mit ja. Dass das Turnier über all‘ die Jahre ein Dauerbrenner blieb, lässt sich mit dem enormen Interesse am runden Leder begründen. „Bei den Mädchen ist die Begeisterung nicht minder groß“, beschreibt Otto ihre Beobachtungen. So verwunderte es nicht, dass sich in allen Teams die Anzahl von Jungs und Mädchen nahezu die Waage hielt. Wer von weiblicher Seite nicht mitspielen wollte, begab sich in den Fanbereich zum Anfeuern. Sportsachen mussten aber trotzdem mitgebracht werden, denn das Aufwärmprogramm bestritten alle gemeinsam.

Im vierten Jahrgang traten vier Klassen an. Hier ging die 4c als Sieger hervor. Beim dritten Jahrgang versuchten drei Mannschaften den Filzball ins Eckige zu bekommen. Den Wanderpokal streckte am Ende die 3b in die Luft. Die Spielzeit betrug zwischen 15 und 20 Minuten je Match. Bei zum Teil über 20 Schülern in einer Klasse wurde ständig zwischen Feld und Auswechselbank rotiert. Nachdem alle Klassen gegeneinander gespielt hatten, wurden die Punkte und Tore zusammengerechnet und daraus der Sieger ermittelt.

Die zwei Sporttage bescherten den Kindern viel Spaß und Bewegung, darunter auch der siebenjährigen Ksenia. Wie ein Wirbelwind flitzte sie mit vollem Einsatz über den Platz und forderte immer wieder den Ball von ihren Mitspielern. Auch Freistöße führte sie aus. „Ich hab zuerst Handball gespielt. Dann hab ich aber gemerkt, dass mir Fußball mehr Spaß macht“, sagt die Schülerin. Derzeit kickt sie bei der Germania. Unter lauter Jungs hat die junge Babenhäuserin gelernt, sich durchzusetzen. Mit Blick auf den erfolgreichen deutschen Frauenfußball hofft sie, hier eines Tages oben mitzuspielen.

Für das Jahrgangsturnier hatten alle Klassen Papierplakate gemalt („3a vor, noch ein Tor“), um die Kameraden anzufeuern. Mitunter wurde so laut mitgefiebert, dass das eigene Wort nicht mehr zu verstehen war. Für die Siegermannschaften gab es Wanderpokale, die nun ein Jahr lang die Klassenzimmer zieren. Auch ein Fairness-Pokal wurde vergeben. Der ist Jana Otto nicht minder wichtig, weshalb die Pädagogin die Schiedsrichter Joe Mendes und Niklas Albrecht anwies, die Menge der Fouls von jedem Team im Hinterkopf zu behalten. „Am Wichtigsten sind Fairness und das Miteinander. Das steht für uns noch über dem Erfolg“, so die Sportlehrerin.

mj

Quelle: op-online.de

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