Trio führt SV Sickenhofen gen Fusion

Babenhausen/Sickenhofen - Der SV Sickenhofen hat auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den wohl letzten Vorstand seiner eigenständigen Vereinsgeschichte gewählt. Von Jens Dörr 

Beim Treffen der rund 30 von insgesamt 280 Mitgliedern bestimmten die Sickenhöfer nicht nur die neue SVS-Spitze, sondern tauschten sich auch über die geplante Fusion mit dem SV Germania Babenhausen aus. Wie es seit einigen Jahren häufiger der Fall ist, wählte der SVS einen Vorstand mit drei gleichberechtigten Vorsitzenden, was etwas Last von einem einzelnen Ersten Vorsitzenden nehmen soll. Wie erwartet, führt unter anderem Willi Frank den 1958 gegründeten Verein aus dem Stadtteil auch in offiziellen Amt und Würden.

Frank stand in den letzten Monaten schon kommissarisch an der SVS-Spitze, nachdem im vergangenen Jahr Vorsitzender Jörg Luithardt zurückgetreten war. Unter anderem zusammen mit seiner Frau Sabine war Frank seitens der Sickenhöfer auch treibende Kraft in den Fusionsgesprächen mit der Germania. Deren Geschäftsführer Christian Hockemeyer – er war zuvor auch dem SVS beigetreten – wirkt in den kommenden Monaten nicht nur für den Sportverein aus Babenhausen, sondern wie Frank als Vorsitzender auch für Sickenhofen. Das solle bereits die baldige Verbundenheit der beiden Vereine untermauern, hatte Hockemeyer in einem Hintergrundgespräch vor der Wahl gegenüber unserer Zeitung verlauten lassen.

Klare Wahlresultate

Dritter Vorsitzender des SVS ist Michael Partsch, der schon etwas länger für den Fußball- und Tischtennisverein tätig ist – zuletzt in der Position des Sportlichen Leiters. Den Vorstand komplettieren Rechnerin Sabine Frank und Schriftführerin Angelika Luithardt, die in ihren Ämtern blieben und auf der außerordentlichen Versammlung nicht neu gewählt wurden.

„Damit sind wir gegenüber dem Amtsgericht weiter geschäfts- und handlungsfähig“, nannte Frank nach der Versammlung den wichtigsten Aspekt der Ämterbesetzung. Neben den klaren Wahlresultaten freute ihn insbesondere, dass im Austausch mit den anwesenden Mitgliedern insgesamt eine positive Grundstimmung hinsichtlich des Fusionsvorhabens geherrscht habe: „Hätten wir am Freitag abgestimmt, so wäre das durchgegangen“, sagte Frank. Lediglich von einem Mitglied habe es spürbaren Gegenwind gegeben. „Obwohl einige durchaus das Recht gehabt hätten, zu meckern, weil sie einen Haufen Geld und Arbeit in die Anlage gesteckt haben.“ Auf den beiden Sportplätzen an der B 26 sollen zunehmend auch Junioren- und Aktiventeams der Germania trainieren. Frank unterstrich, dass es beim Nachwuchs schon in der kommenden Saison „auf jeden Fall“ eine Spielgemeinschaft geben werde, während das bei den Aktiven noch nicht ganz klar sei. Für die eigentliche Fusion habe man nun „ein ganzes Jahr Zeit“, da diese erst bis zum 30. April 2016 zu schaffen sei und vollständige Konsequenzen erst ab der Fußball-Saison 2016/17 mit sich bringe.

Bilder vom Derby der Germania gegen den SVS (August 2014)

Germania gewinnt Derby gegen Sickenhofen

Erfreulich aus Franks Sicht auch: Die Tischtennis-Abteilung des SVS trage die letztlich von den Fußballern vorangetriebene Fusion mit. Überhaupt beflügelten die Pläne eher, als dass sie lähmten: „Es gibt sogar eine Anfrage, ob bei uns eine neue Fahrradabteilung gegründet werden könne.“ Nun warte man jedoch erst einmal die reguläre Mitgliederversammlung der Germania Ende des Monats ab, wo der baldige Partner den Austausch mit seinen 280 Mitgliedern – darunter rund 150 stimmberechtigte – pflegen will. Danach stehe der Plan einer gemeinsamen Infoveranstaltung. Wie die Germania-Offiziellen unterstrich derweil auch Frank, dass es eine Fusion auf Augenhöhe mit Liquidierung beider Vereine und die Neugründung eines gemeinsamen Vereins geben werde. „Einer könnte den anderen zwar auch schlucken – das hätte mit Blick auf die Rollenverteilung und den Namen aber einen Beigeschmack.“

Quelle: op-online.de

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