Babenhausens Sportentwicklung stockt noch

Sportgelände als Königsvorhaben

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Hier soll nach dem Willen der Babenhäuser das neue Sportgelände entstehen. Links im Hintergrund - hinter den Bäumen - schließen sich die Eduard-Flanagan- und die Joachim-Schumann-Schule sowie die beiden Sporthallen an.

Babenhausens - Kleinere und größere Veränderungen soll es in der Sportlandschaft der Stadt geben. Beim Schulschwimmen sind Fortschritte zu sehen, beim Thema Sportareal nicht. Von Jens Dörr

Drei Jahre ist es nun her, dass Vertreter des schwäbischen Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) im Rathaus vor 80 Vertretern aus Lokalpolitik und Sportvereinen der Stadt als Ergebnis einer einjährigen Untersuchung präsentierten, wie eine kommunale Sportentwicklungsplanung für Babenhausen aussehen könnte. Im Anschluss daran mündete ein Parlamentsbeschluss in die Gründung eines „Runden Tischs“ mit Vertretern aus Lokalpolitik, Verwaltung und Vereinen, der Verbesserungen in der Babenhäuser Sportlandschaft vorantreiben sollte. Das ist inzwischen fünfmal geschehen – mit neuen Ergebnissen, die teils noch in diesem Jahr sichtbar werden sollen. Das sportliche Königsvorhaben der Stadt wird ebenfalls weiter diskutiert, bleibt vor allem aber Chefsache.

Denn ohne die politischen Gremien in Stadt und Landkreis lässt sich das angestrebte neue Sportgelände auf den Ackerflächen östlich von Joachim-Schumann- sowie Eduard-Flanagan-Schule nicht realisieren. Der – freilich grob skizzierte – Plan: Die Stadt kauft dort 8 000 bis 12 000 Quadrameter Land auf, ergänzt damit einige hundert, sich schon in städtischem Besitz befindende Quadratmeter und lässt den wohlgesonnenen Landkreis als Schulträger dort anschließend einen Sportplatz mit umgebender Laufbahn (Minimallösung, die Darstellung nähere Pläne und Wünsche der Beteiligten folgt in einem separaten Artikel) errichten, den die Babenhäuser Schüler sowie zu anderen Tageszeiten auch einige Vereine der Stadt nutzen dürfen.

Die Krux bei der Sache: Ohne die Zustimmung der Grundbesitzer geht ein Ankauf nicht, da die Stadt eine Enteignung ausschließt. Für die Ackerfläche, die zur Sportfläche würde, hat sich Babenhausen pro Quadratmeter ein Limit gesetzt: „Über 30 Euro gehen wir nicht“, sagt Regina Lange vom Fachbereich Soziales und Familie der Stadtverwaltung. Sie verfolgt das Thema intensiv, ist in der Regel auch beim „Runden Tisch“ zu Gast. Mehrere Grundbesitzer – die zunächst bis zu 40 Euro verlangten – mussten überzeugt werden; derzeit sei noch einer widerwillig. „Ohne dessen Gelände geht es nicht, es liegt mittendrin, wo die Sportstätte einmal gebaut werden soll“, schildert Lange die Bedeutung dieser Verhandlung.

In die bringen Bürgermeister Achim Knoke und die Verwaltung nun den Vorschlag ins Spiel, auch diesem Grundbesitzer zuzusichern, dass es auch in späteren Jahren nicht zur Ausweisung seines Geländes zum Wohngebiet kommen werde – beziehungsweise ihm einen Ausgleich in Aussicht zu stellen, sollte es wider Erwarten doch so kommen. Die Angst des Grundbesitzers, sein Areal nun zu günstig zu verkaufen, ist offenbar der Hintergrund der stockenden Verhandlung. Neben dem Großprojekt arbeitet der „Runde Tisch“ zusammen mit der Stadt derzeit an weiteren kleineren und größeren Veränderungen in Babenhausens Sportlandschaft. Die bisherige Ordnung sowie die Belegungsrichtlinien der Sporthallen wurde aktualisiert, in Bernd Kniese gibt es zudem einen neuen Koordinator der Hallenzeitenbelegung der Kreissporthalle. Fortschritte gibt es bei der Verbesserung des Schulschwimmens im Freibad. Hier hatten sich Vereine, Lehrer, der Fachbereich Soziales und Familie sowie der städtische Eigenbetrieb als Schwimmbadbetreiber getroffen, um die Situation in dieser Freibadsaison in mehreren Punkten zu optimieren. Dazu zähle etwa eine bessere Absperrung der Bahnen, wenn das Schulschwimmen auf die sonstigen Besucher des Freibads treffe, so Lange.

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Zudem ergab der Austausch zwischen den Vereinen, dass Flüchtlinge zum Teil kostenfrei oder über das Bildungspaket des Landkreises am Vereinsleben teilhaben sollen. Außerdem wurde über den Sachstand des Sportportals berichtet. Neue Überlegungen gehen dahin, die Sportvereine sinnvoll über die Homepage der Stadt zu vernetzen. „Bei unserer neuen städtischen Website haben wir die Möglichkeit, Module hinzuzukaufen“, schildert Lange, weshalb es am meisten Sinn mache, auf die bestehende Online-Anlaufstelle aufzusetzen. „Ziel des Portals ist es, dass die Vereine enger zusammenrücken und die Menschen – zum Beispiel Neubürger – gezielt nach Angeboten in der Stadt suchen können.“ In weiterer Zukunft könne das Portal auch dazu dienen, etwa nicht benötigte Hallenzeiten – beispielsweise bei Erkrankung eines Übungsleiters, der Verlegung des Trainings nach draußen oder Ähnlichem – per Mausklick freizugeben. Die so entstandene Kapazität könne ein anderer Nutzer dann womöglich gut gebrauchen und in Anspruch nehmen. Der „6. Runde Tisch“ des Sports findet am 6. Juli (19.30 Uhr) in der Schule im Kirchgarten statt.

Quelle: op-online.de

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