Bachgauschule in Babenhausen

Auch für Bayern attraktiv

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Die Bachgauschule ist Einzugsgebiet für Interessenten aus dem Nachbarkreis. Beim Tag der offenen Tür gibt es Einblicke in das Angebot. Gemälde aus dem Kunstunterricht schauen sich diese beiden Besucherinnen interessiert an.

Babenhausen - Ist es immer noch leichter, in Hessen das Abitur zu machen als in Bayern? Oder haben sich die Verhältnisse angeglichen? Fragen, die sich derzeit Schüler stellen, die die allgemeine Hochschulreife anstreben und hierfür die Bachgauschule im Auge haben. Von Ulrike Bernauer 

Zahlreiche Eltern kamen mit ihren Kindern zum Tag der offenen Tür, um sich die Schule einmal von innen anzuschauen. Rund 300 Schüler hat das Oberstufengymnasium zurzeit. Aufnehmen kann die Lehranstalt Schüler, die sich überlegen, nach Abschluss der neunten Klasse eines Gymnasialzweiges oder der zehnten Klasse der Realschule hierher zu wechseln. Darunter sind auch Schüler der Eichwaldschule in Schaafheim oder der Offenen Schule Babenhausen, die bei entsprechendem Notenschnitt auf jeden Fall in der Gymnasialen Oberstufe aufgenommen werden, aber auch Schüler aus anderen Städten und Gemeinden, viele auch aus Bayern.

Zu ihnen gehören Kaja Gesne und Nina Lammel. Die beiden besuchen in Aschaffenburg die Realschule und überlegen, ob sie ihr Abitur in Babenhausen ablegen. „Ich war schon einmal auf dem Gymnasium, habe dann in die Realschule gewechselt und will wieder aufs Gymnasium, weil ich mein Abitur haben will“, sagte Lammel. Darin stimmten die beiden Freundinnen überein, Uneinigkeit hingegen herrscht über die Frage, ob das Abitur in Hessen leichter als in Bayern abzulegen ist.

„Die Messlatte in Hessen liegt inzwischen viel höher“

„Früher war das so“, sagte der Vater von Nina, Dieter Lammel, „da konnte man die Hauptfächer Sport und Religion wählen und dann hat man sein Abitur geschafft.“ „Die Messlatte in Hessen liegt inzwischen viel höher“, meinte Gesne, „ich könnte mit meinem Schnitt locker nach Bayern, aber ich will es einfach in Hessen machen.“ Die Schule gefällt ihnen, Kaja kann sich sehr gut vorstellen, hier ihr Abi abzulegen.

Es gab zahlreiche Möglichkeiten sich zu informieren, was die Schule anbietet. Ein Schwerpunkt war der Kunstunterricht. So hingen an Stellwänden Gemälde der Schüler, aber auch zahlreiche Fotos. Griechische Vasen lockten die Betrachter besonders an. Erst auf den zweiten Blick sah man, dass die Darstellungen auf den antiken Gefäßen durchaus nicht antik waren. „Die Schüler haben sich beim Frisör oder bei anderen Tätigkeiten mit dem Handy fotografiert und diese Fotos dann als Zeichnungen auf die antiken Gefäße gebannt“, sagte Kunstlehrer Horst Lange.

Lea Kempf betrachtete mit ihrer Mutter Sylvia die Zeichnungen und Fotos. Die Schülerin überlegt nicht, im Sommer hier zu starten, sie wird bereits im Februar in einem Klassenraum sitzen. Von der Hohen Landesschule in Hanau wechselt sie nach Babenhausen, weil die Familie in den Landkreis Darmstadt-Dieburg umzieht. Lea besuchte früher schon einmal die Offene Schule und hofft nun, dass sie auf einige Mitschüler von damals trifft.

Mutter Sylvia gefällt die Schule sehr gut und die Lehrer seien alle sehr nett. Das ist der Vorteil dieses Tages der offenen Tür, die Schüler und die Eltern können nicht nur mit der Schulleitung ins Gespräch kommen, sondern mit dem gesamten Kollegium. Schulleiterin Christina Martini-Appel stand in ihrem Zimmer für Fragen zur Verfügung. Freundlich bat sie Wissbegierige zu einer Runde dazu. „Wir haben auch schon Informationsveranstaltungen an der Offenen Schule und der Eichwaldschule gegeben“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Birgitta Nübel-Werner, „aber heute besteht einfach die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten anzuschauen.“

Nicht nur das, es gab auch Unterrichtsproben, an denen die Besucher teilnehmen konnten. Fridolin Mohrhard und Bajram Bytyci sind schon Schüler der Schule und sie hielten einen Vortrag für das Publikum. Über Lobbyismus referierten die beiden. „Das ist praktisch direkt aus dem Unterricht, eine Zusatzleistung, die die beiden erbracht haben“, sagte der Politiklehrer des Leistungskurses, Manfred Buch.

Larissa Mack geht noch in Großostheim auf die Schule. Sie hat zwei Gründe, sich einen Wechsel nach Babenhausen zu überlegen. „Ich fände eine kleinere Schule schön, in Großostheim sind wir 1 700 Schüler und in Hessen ist es einfacher, Abitur zu machen“, widerspricht sie ihrer potenziellen künftigen Mitschülerin Kaja Gesne.

Quelle: op-online.de

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