Unter den Gleisen durch

Südlicher Zugang zum Bahnhof ist eröffnet

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Fußgänger können die neue Unterführung am Babenhäuser Bahnhof jetzt nutzen. Die Planungen für den benachbarten Park+Ride-Platz mit Stellplätzen für Autos und Anlagen für Räder laufen derweil weiter.

Babenhausen - Von Nord nach Süd, von Süd nach Nord: Der Durchstich unter den Schienen am Babenhäuser Bahnhof ist nun offiziell eröffnet. Von Stefan Scharkopf 

Derzeit sind es zwar noch wenige Pendler, die aus Richtung Aschaffenburger Straße zu den Gleisen kommen wollen; es sind vor allem Fußgänger, die etwa zum Sportplatz gehen oder in die Wohngebiete südlich der B26. Denn Pendler haben bislang noch keine Möglichkeit, ihre Autos auf dem Park+Ride-Platz Süd abzustellen. Das wird auch frühestens 2016 der Fall sein. Die Stadt führt derzeit die Planung der P&R-Anlage an der Aschaffenburger Straße, kombiniert mit weiteren Fahrradboxen und Abstellanlagen, fort und will diesen Bauabschnitt im nächsten Jahr realisieren.

Im nördlichen Bereich sind die Stellplätze bestens belegt.

Gestern wurde die Wegeverbindung durch Bürgermeister Joachim Knoke und dem Leiter des Bahnhofsmanagements Darmstadts und Wiesbadens, Benjamin Schmidt, eröffnet. Gekommen waren auch Vertreter politischer Gremien. Wo vor zwei Jahren noch undurchdringliches Dickicht den Bahndamm entlang der Aschaffenburger Straße verhüllte, hat sich seither viel verändert. Die gerodete Fläche nutzt die Bahn für ihre Baustelleneinrichtung. Zum Zeitpunkt des Spatenstichs für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs herrschte bereits rege Bautätigkeit. Kurz vor Weihnachten 2013 erfolgte – wie von der Sächsischen Bau GmbH als ausführender Firma versprochen – der Durchstich der Personenunterführung, die vorher an den Treppenaufgängen zu den südlichen Bahnsteigen endete. Ein gutes Jahr konnten die Pendler nun schon bis zur Aschaffenburger Straße blicken, die Wegeverbindung wegen der Arbeiten aber noch nicht hergestellt werden.

Ende 2014 wurde der Gehweg befestigt, doch Baustelleneinrichtung und Beleuchtungsarbeiten wollten noch koordiniert werden. „Die von der Stadt und der Deutschen Bahn beauftragten Firmen arbeiten mit dem Bauhof an dieser Schnittstelle zwischen Bahnhof und öffentlicher Fläche Hand in Hand zusammen, um den Fahrgästen endlich die Nutzung der kurzen Strecke zwischen Aschaffenburger Straße und den Bahnsteigen zu ermöglichen“, sagte Bürgermeister Achim Knoke. Für den Verwaltungschef ist die Öffnung des Bahnhofs auf seiner Südseite ein „weiterer Meilenstein auf dem Weg zur barrierefreien Umgestaltung des Bahnhofs und seines weiteren Umfelds“. Nach den Sommerferien ist die Einweihung der Gesamtstation geplant.

Hier zieht ein ganzer Bahnhof um

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1,2 Millionen Euro ist der städtische Anteil für die Verkehrsstation, die Kosten für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sind darin noch nicht enthalten. In den nächsten Monaten stehen der Einbau der Aufzüge zu den Bahnsteigen, Fliesenarbeiten in der Personenunterführung und die Installation der Bahnsteigüberdachungen auf dem Programm. Wenn die P&R-Anlage Süd im kommenden Jahr fertig sein wird, entlastet sie ihr Pendant auf der nördlichen Seite der Gleise. Rund 80 Autos können dort geparkt werden, der Andrang ist groß, zu den Stoßzeiten sind freie Plätze Mangelware. Gleiches gilt für die Fahrradboxen und -ständer. Auch hier sind die einseitige und die doppelseitige Reihenanlage komplett mit Drahteseln bestückt. Wie viele Parkplätze es an der Aschaffenburger Straße geben wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Abhängig ist die Zahl auch von den baulichen Gegebenheiten; gerechnet wird mit 70 bis 80. Klar ist aber schon jetzt, dass der Bedarf wohl größer sein wird. Der Zustrom, nicht zuletzt aus dem Unterfränkischen, ebbt nicht ab.

Quelle: op-online.de

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