Band „Precipitation“

Unterwegs zum „geilsten Stau der Welt“

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Daniel, Felix, Alex und Till (von links) sind die Band Precipitation. Die Jungs nehmen gerade ihr erstes Album auf.

Babenhausen - Wenn die vier Babenhäuser Jungs nebeneinander stehen, gibt’s keinen Zweifel: Sie sind Metal-Fans mit Leidenschaft. Die Gitarren fest im Griff, alle posieren in Motivshirts, drei tragen die Haare lang. Von Eva-Maria Lill 

Till grinst: „Auf der Bühne brauchen wir das. Da fliegen die Strähnen nach vorne, nach hinten und im Kreis.“ Precipitation nennt sich die Band der sympathischen Studenten. Nicht gerade ein alltäglicher Name, ein Zungenbrecher, der kaum im Kopf bleibt, aber ganz schön in die Beine geht. Schlagzeuger Felix klärt auf: „In der Biologie bezeichnet ,Precipitation’ das Herauslösen der DNA aus der Zelle. Wenn man den Begriff im Internet sucht, gibt’s eine esoterische Erklärung: Materialisierung von Gedanken. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es soviel wie Niederschlag.“

Gedankenniederschlag. Ein Stichwort, mit dem die Hobby-Musiker ihren eigenen Anspruch zusammenfassen. Ideen umsetzen, mit Beats und Riffs den Kopf aufs Papier bringen und die Bühne erobern. „Wir betreiben die Musik einigermaßen ernsthaft, sind aber realistisch: Rockstars werden ist nicht leicht. Unser Traum wäre es, dass wir genauso viel aus dem Hobby gewinnen können, wie wir reinstecken. An Herzblut, an Leidenschaft und auch an Geld“, erklärt Felix. Seit eineinhalb Jahren macht Precipitation in der aktuellen Besetzung Musik: Felix (20) am Schlagzeug, Alex (26) am Bass und am Mikrofon, Daniel (20) und Till (22) spielen Gitarre. Metal-begeistert sind sie schon viel länger, Felix und Daniel kennen sich seit der fünften Klasse an der Offenen Schule Babenhausen, Felix und Till sind Brüder.

Traffic Jam-Festival

Traffic Jam-Festival

Auftritte gab’s bisher in Aschaffenburg, Darmstadt und Dieburg. Auch in den Frankfurter Club Nachtleben hat es sie schon verschlagen. Ein Gastspiel im Heimatstädtchen Babenhausen hat bisher nicht geklappt. Schade, findet Felix: „Babenhausen ist ein schwieriges Pflaster für eine Metal-Band.“ Sowieso ist die Szene umkämpfter geworden. „Früher war es so: Entweder, du hast Metal oder Hip Hop gehört. Mittlerweile feinden sich auch die einzelnen Untergruppen an.“ Death Metal? Nu Metal? Core? „Uns egal“, entgegnet Daniel, „wir sind keine Fachmänner für Genres. Noch nicht mal für unserer eigenes.“ Wie sie ihre Musik beschreiben würden? „Leute, die nur Metal hören, halten uns für Rock. Leute, die nur Rock hören, halten uns für Metal“, Till lehnt sich entspannt zurück. „Wir machen abgedrehte, harte, laute, melodische Gitarrenmusik.“

Aktuell basteln die Vier an ihrem ersten Album, aufgenommen wird’s im Keller in Schaafheim. Zehn Lieder sind schon fertig. Geschrieben haben sie vor allem Daniel und Till: ihre Riffs sind Grundlage, Schlagzeug und Bass folgen. Für die Texte ist Alex zuständig: „Ich lasse mich gern von Edgar Allan Poe inspirieren“, verrät der Lehramtsstudent. Eine Demo hat Precipitation bereits im vergangenen Jahr aufgenommen, eine Kostprobe kann auf ihrer Website genossen werden. Geplant ist, dass das Album Ende April fertig wird, dann geht’s auf Labelsuche. Großes Ziel ist, im Sommer beim Dieburger „Traffic Jam“ (engl. „Stau“) aufzutreten. Einem Festival, das seit 1999 auf dem Verkehrsübungsplatz stattfindet. Um beim „geilsten Stau der Welt“ dabei zu sein, sind die Jungs auf Unterstützung angewiesen. Im Internet kann jeder darüber abstimmen, welche regionalen Bands neben Musik-Größen auf der Bühne stehen dürfen. Am 9. Mai ist Precipitation außerdem im Dieburger Jugendcafé zu erleben.

Traffic Jam in Dieburg

Quelle: op-online.de

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