Wegen fehlender Betreuungsplätze

Paket für Kitas geschnürt

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Der evangelische Kindergarten wird an Ort und Stelle neu gebaut. Die Kinder ziehen ins Sophie-Kehl-Heim um.

Babenhausen - In Babenhausen fehlen Betreuungsplätze. Das Stadtparlament hat den Weg frei gemacht für Lösungen. Von Stefan Scharkopf 

Jede Stadt wünscht sich junge Familien mit Kindern. Doch was ist, wenn die Mädels und Jungs, seien sie unter oder über drei Jahre alt, keinen Platz in einer Kita finden? Dann steht die Stadt vor einem Problem. Für Babenhausen zeichnet sich ab, dass im neuen Kindergartenjahr 147 Kita-Plätze fehlen, wenn nicht umgehend gehandelt wird. Für 2015 werden 224 fehlende Plätze prognostiziert und für 2017 gar 276.

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde der Weg nun frei gemacht für mehrere Maßnahmen, die 2015 angegangen werden. In der Kita Danziger Straße soll es einen Container-Anbau als Zwischenlösung geben, die bauliche Erweiterung um eine Gruppe geplant werden. Weil der evangelische Kindergarten nach dem neuen Kinderförderungsgesetz nicht mehr genehmigungsfähig ist und er überdies aus allen Nähten platzt, soll ein Neubau für vier Gruppen an gleicher Stelle geplant werden. Als Übergangslösung kommen die Kinder im Sophie-Kehl-Heim unter, das als Ausweichquartier für vier Gruppen zuvor natürlich ertüchtigt werden muss.

In Hergershausen werden Container für zwei Gruppen aufgestellt und die Planungen für einen sechsgruppigen Neubau aufgenommen. Zu guter Letzt wird für die Kita Harpertshausen die Erweiterung oder der Neubau von zwei Gruppen geprüft. Parallel sollen als mögliche Alternativen und als Ergänzungsangebote die Einrichtung eines Waldkindergartens, Bauernhofkindergartens oder einer Kita für Musik und Kunst bevorzugt geprüft werden. Die Kosten für die Container und die Neubauplanungen müssen in den Haushalt 2015 und den Folgejahre abgebildet werden. Reichen die Mittel im Etat nicht aus, wird ein Nachtragshaushalt erstellt.

Diesem bedarfsorientierten Maßnahmenpaket stimmten am Donnerstag 26 Stadtverordnete zu. Damit sind mit SPD und CDU die beiden größten Parteien dem gemeinsamen Antrag des Sozialausschusses gefolgt, der diese Maßnahmen so vorsah.

Wichtig für die Evangelische Kirche ist es, dass sie durch diesen Grundsatzbeschluss nun ihrerseits planen und schon mal die Fühler nach Erzieherinnen ausstrecken kann. Im Vorfeld hatte die Kirche signalisiert, dass sie auch einen vier- statt dreigruppigen Kindergarten betreiben könne, wie es früher im Raum stand. Die Stadt tritt als Bauherrin auf. Es wird mit Kosten von knapp drei Millionen Euro gerechnet. Weil für das kirchliche Grundstück keine (Vor-)Entwurfsplanung mit vier Gruppen vorliegt, können die Kosten nur vorsichtig geschätzt werden.

Klagen auf einen Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Der Abstimmung im Stadtparlament ging eine längere Sitzungsunterbrechung voraus. In einer Beschlussvorlage des Magistrats sollte der Neubau der viergruppigen Kita beschlossen werden. Die CDU zeigte sich davon überrascht und erinnerte an den gemeinsamen Antrag, der im Sozialausschuss formuliert wurde und einen Maßnahmenplan für mehrere Kita-Standorte beinhaltete. Günther Eckert von der CDU-Fraktion: „Der Neubau ist in Ordnung, doch löst er nur einen Teil des Problems. Was ist mit den anderen Kitas? Auch für sie brauchen wir Lösungen in diesem Jahr.“

Die Grünen enthielten sich, die FWB wollten den Grundsatzbeschluss so nicht mittragen: „Das ist ein Beschluss auf einem Bierdeckel. Es bestand Konsens für den Neubau des evangelischen Kindergartens. Damit ist das Geld erschöpft“, sagte Oliver Bludau. Alles Weitere könne im Lauf des Jahres debattiert werden. Dem schloss sich die CDU nicht an. Eckert: „Die Stadt hat die Verpflichtung, Kita-Plätze zu schaffen.“

Quelle: op-online.de

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