Radfahrer müssen öfter ausweichen

Bouxwiller Straße: Parkstreifen immer stärker belegt

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Eng wird´s für Radler, wenn an der Bouxwiller Straße Autos abgestellt werden.

Babenhausen - Die Stadt hat am Bahnhof vor rund zwei Jahren rund 80 Parkplätze geschaffen. Weil die nicht ausreichen, wird auf dem Mehrzweckstreifen an der Landesstraße gehalten – das wirkt sich auch auf Radler aus. Von Stefan Scharkopf 

Engelbert Jennewein ist Lehrer an der Eduard-Flanagan-Schule. Zu seinem Arbeitsplatz gelangt der Roßdörfer naturgemäß über die Bouxwiller Straße. Dort sieht er in Bahnhofshöhe geparkte Autos am Straßenrand – und es scheinen immer mehr zu werden. Jennewein hält das für gefährlich, denn Radler, darunter viele Schüler, müssten auf den Gehweg oder auf die viel befahrene Straße ausweichen. Ein Zustand, für den sich der Lehrer Abhilfe erhofft. Auch die Schülervertretung der benachbarten Joachim-Schumann-Schule werde sich dieses Problems annehmen, wie er sagt.

Dass das Parken an der Bouxwiller Straße zunimmt, bestätigt Babenhausens Ordnungsamtsleiter Heiko Duda. „Ja, es stimmt. Wir beobachten, dass in der jüngsten Zeit dort mehr Pkw abgestellt werden“, sagte er auf Anfrage. „Es gibt mehr Pendlerverkehr. Wer auf die Nummernschilder der Autos schaut, sieht, dass die Fahrer oft aus Aschaffenburg oder Miltenberg stammen. Die kommen mit dem Auto hierher, parken und fahren mit dem Zug weiter Richtung Darmstadt.“

Die 80 Stellplätze am Bahnhof, die kostenlos nutzbar sind, reichen offenbar nicht aus. Bislang war es so, dass die Blechkarossen ab der Einfahrt zum Bahnhof bis zur Einfahrt in den Raiffeisenmarkt standen; jetzt parken sie an manchen Tagen bis hoch zur Einmündung in die Harreshäuser Allee.

Die Autos, die auf dem sogenannten Mehrzweckstreifen stehen, dürfen das auch. Das stellt Duda klar. Werden Pkw aber auf dem Gehweg abgestellt, werden sie bei den üblichen Verkehrskontrollen notiert. „Natürlich wäre ein sicherer Weg für Radfahrer und Fußgänger wünschenswert, aber da wird es problematisch mit den Maßen“, sagt Duda, „mit der Aufstellung eines Halteverbotsschild wird es ebenfalls schwierig, weil das Parken im Mehrzweckstreifen dort grundsätzlich erlaubt ist.“

Eine Veränderung der Gesamtsituation könne es nur in Zusammenarbeit mit Hessen Mobil als sogenanntem Straßenbaulastträger geben. „Das Problem ist bekannt“, sagt Duda, „es gab auch schon Gespräche, und wir prüfen Möglichkeiten.“ Demnächst, so der Ordnungsamtsleiter, gebe es ein Treffen vor Ort mit Hessen Mobil.

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Wünschenswert wäre, wenn bei der Fertigstellung des künftigen Parkplatzes südlich der Bahngleise an der B 26 es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eine Änderung der Situation an der Bouxwiller Straße geben könnte. „So dass die Radler nicht wieder im Nachteil sind“, wie Duda sagt, und sich dort eine verbesserte Verkehrssituation auftut.

Bei einer weiteren Lösungsmöglichkeit kommt die Deutsche Bahn ins Spiel: Es müsste modifizierte Monatstickets für Pendler aus Aschaffenburg geben; bislang endet ihre Karte an der hessischen Grenze. In Babenhausen müssen sie neue Tickets lösen. Könnten sie gleich Richtung Darmstadt weiterfahren, wären die kostenfreien Parkplätze in Babenhausen nicht mehr so attraktiv und der Parkdruck würde abnehmen.

Quelle: op-online.de

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