29 Übergänge müssen dringend saniert werden

Brücken kosten Stadt viel Geld

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Steht ganz oben auf der Prioritätenliste: Die Brücke am Wirtschaftsweg zwischen Harpertshausen und Altheim ist wegen Einsturzgefahr bereits für jeglichen Verkehr gesperrt. Eine Sanierung soll dieses Jahr erfolgen.

Babenhausen - Auch wenn das Loch in der Stadtkasse groß ist, gibt es gewisse Dinge, die keinen Aufschub dulden. Von Corinna Hiss 

Dieses Jahr muss die Brücke am Wirtschaftsweg zwischen Harpertshausen und Altheim saniert werden – diese Maßnahme ist nur eine von insgesamt 29 notwendigen Bauvorhaben. Bei rund 23,7 Millionen Euro Schulden, vor denen die Stadt Babenhausen nach jüngsten Hochrechnungen momentan steht, ist nicht viel Platz für Investitionen. Das wissen auch die Stadtverordneten, die trotzdem dem Vorschlag einstimmig zustimmten, bis 2021 jedes Jahr eine Brücke in Babenhausen zu sanieren bzw. zu erneuern.

Grund für diesen radikalen Schritt ist das Brückenkataster, das vom Ingenieurbüro Friedrich aus Breuberg überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht wurde. In dem Bericht geben die Experten eine Übersicht über die Schäden an den jeweiligen Bauobjekten und liefern zugleich einen geschätzten Kostenvorschlag. Dabei sieht das Ergebnis frappierend aus: Insgesamt 29 Brücken befinden sich in einem ungenügenden bis kritischem Zustand und müssen dringend in den kommenden Jahren saniert werden. Weitere 15 Brücken sind noch im ausreichenden Zustand, 14 Brücken bekamen das Prädikat befriedigend.

Aufgrund dieser Liste wird deutlich, dass eigentlich möglichst schnelles Handeln geboten ist – so es die finanzielle Lage erlaubt. „Hinsichtlich des dargestellten Brückenzustandes und der knappen Ressourcen (Finanzmittel und Personal) ist eine zeitnahe umfangreiche Abarbeitung der Prioritätenliste nicht möglich“, konstatieren die Experten in ihrem Bericht. Schon allein die 29 Brücken im ungenügenden Zustand ergäben einen Gesamtkostenaufwand von fast 4,9 Millionen Euro. Die restlichen 29 Übergänge würden mit weiteren 1,3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Um dieses umfangreiche und kostspielige Vorhaben überhaupt stemmen zu können, schlägt das Ingenieurbüro vor, bis 2021 jeweils nur eine Brücke zu sanieren. Dabei ist der Zustand des Objekts ausschlaggebend für die Dringlichkeit. So kann die Sanierung der Natursteingewölbebrücke im Kirchweg nicht länger warten: Der Wirtschaftsweg zwischen Harpertshausen und Altheim ist bereits seit Ende Oktober für jeglichen Verkehr gesperrt. Traktoren, aber auch Spaziergänger und Radler können nicht mehr zwischen dem Babenhäuser und Münsterer Ortsteil parallel zur B 26 entlang fahren. Dieses Jahr sollen die 130 500 Euro für die Sanierung im Haushalt bereitgestellt werden. Damit ist diese Brücke aber auch die kostengünstigste.

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Auf 275.500 Euro kommen die Experten bei der Instandsetzung der Stahlbetonbrücke am Westring in der Kernstadt, die für 2017 vorgesehen ist. Auch das Natursteingewölbe in der Fahrstraße muss 2018 für 232.000 Euro saniert werden. Weitere Projekte sind die Stahlbetonbrücke am Schafbrückenweg nahe des Reit- und Fahrvereins (217.500 Euro im Haushalt 2019), die Brücke am Müllerweg (217 500 Euro für 2020) und die Stahlbetonbrücke am Waldweg in Harreshausen (391.500 Euro für 2021).

Da das aber erst der Anfang ist und stetig weitere Brücken hinzukommen, deren Zustand sich nicht verbessert, drängt das Ingenieurbüro nun auf eine Lösung: „Die zur Verfügung stehenden Finanz- und Personalmittel müssen deutlich erhöht werden, um eine nachhaltige Erhaltung der Infrastruktur zu gewährleisten“, schreiben sie im Kataster – und so sehen es auch die Stadtverordneten.

Quelle: op-online.de

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