20 Ehrenamtliche wären nötig

Bücherei-Rettungsplan geht nicht auf

Babenhausen - „Werden diese Beschlüsse zum 1. Januar 2017 umgesetzt, prophezeie ich der Bücherei Babenhausen ein baldiges Ende“, lautet das Fazit des Sachverständigen Alexander Budjan.

Der Leiter der Hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken war als Fachmann in der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses sowie des Hauptausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Beschäftigung zu Gast. Hintergrund: Mit knapper Mehrheit hatten CDU und Freie Wähler (FWB) in der Oktobersitzung des Stadtparlaments entschieden, dass die Bücherei mit Beginn des kommenden Jahres ausschließlich ehrenamtlich zu führen sei, die Anzahl der Medien, die ausgeliehen werden können, wurde auf fünf reduziert. Die Einführung einer Jahresgebühr (20 Euro für Erwachsene und zehn Euro für Leser unter 18 Jahren) ging auch die FDP mit. Beweggrund ist, das verschuldete Babenhausen durch Sparmaßnahmen (Personalkosten Bücherei: 41.000 Euro; Sach- und Dienstleistungen: 37.400 Euro) sukzessive aus den roten Zahlen zu manövrieren.

Ausgereifte Ideen für ein ehrenamtliches Zukunftskonzept der Bücherei hatte der Sachverständige Budjan nicht im Gepäck, verwies vielmehr auf seine beratende Funktion. Wichtig sei, sich über Ziele klar zu werden. „Sollen Kinder auch außerhalb der Schule zum Lesen hingeführt werden?“, warf Budjan in die Runde, „wenn ja, warum, führen sie für diese Zielgruppe eine Gebühr ein? Auch die Begrenzung auf fünf Medien ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Der Sachverständige empfahl, die Bücherei auch künftig mindestens 15 Stunden wöchentlich zu öffnen, „Babenhausen befindet sich mit seinen Leistungen bereits jetzt unter dem Landesdurchschnitt.“

Für den rein ehrenamtlichen Betrieb empfahl Budjan einen Personalpool von 20 Leuten. „Aber selbst über eine Qualifikation der Ehrenamtlichen halte ich es für problematisch, die Qualität in der Bücherei aufrecht zu erhalten. Und die Frist bis zum 1. Januar 2017, Freiwillige zu mobilisieren, ist verdammt knapp.“ Trotz dieser düsteren Prognose setzt die Unionspolitikerin Monika Heinlein auf Optimismus: „Wir wollen die Bücherei retten und positiv voranschreiten.“

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Quelle: op-online.de

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