Frisch und saisonal

Carina Kaufmann: Hobbyköchin und erfolgreiche Food-Bloggerin

+
Knackiges Gemüse, ein paar Kräuter und wenige Minuten Zeit: Carina Kaufmann ist Fan von selbstgekochten Gerichten, die schnell zubereitet sind.

Babenhausen - Eine Tütensuppe kommt bei Carina Kaufmann nicht in den Topf, ebenso wenig die Fertigpizza in den Ofen. Die Studentin liebt es, selbst zu kochen – und teilt ihre Kreationen mit der ganzen Welt. Von Corinna Hiss

„Als es so heiß war, blieb der Herd auch mal unbenutzt“, gibt die 24-Jährige zu und blickt auf die wenigen Quadratmeter in ihrer Altbauwohnung, in denen sie sich am liebsten aufhält. Dabei hat sie keinen Hightech-Gasherd, keine teuren Maschinen, kein Profi-Equipment: Carina Kaufmanns Küche sieht so aus, wie die vieler anderer Studenten – nur dass es dort weder Nudeln mit Pesto noch Dosenravioli oder Fertiglasagne gibt. Wenn die Babenhäuserin kocht, kommen frische Zutaten in Topf und Pfanne. „Ich liebe es, zu schnippeln, zu rühren und zu kneten“, sagt sie. „Ich möchte schließlich spüren, was ich später esse.“ Das Gespür dafür, was schmeckt, hat die 24-Jährige, die in Frankfurt Englisch, Geschichte und Mathe studiert, bereits als Kind entwickelt. Schon damals schaute sie ihrem Vater gerne über die Schulter, wenn er leckere Köstlichkeiten zubereitete. Und dabei blieb es nicht: „Ich durfte rasch selbst mitmachen. Dabei bekommt man automatisch ein Gefühl dafür, welche Zutaten zueinander passen und was sich gut kombinieren lässt.“

Der Blog von Carina Kaufmann:

http://carinas-food-blog.blogspot.de/

Aus anfänglichem Interesse entwickelte sich mit den Jahren ein intensives Hobby. Rezepte wurden gesammelt, Kochsendungen im Fernsehen mit Spannung verfolgt und immer wieder Neues ausprobiert. Dabei schienen die Kreationen zu schmecken. „Ständig wurde ich nach Rezepten gefragt“, sagt Carina Kaufmann lachend. Aus diesem Grund heraus entschied sich die Babenhäuserin, einen Blog im Internet zu starten. „So muss ich nicht jedem einzeln aufschreiben, wie der Apfelkuchen vom vergangenen Fest zubereitet wird, sondern stelle es online und jeder kann sich bedienen“, erzählt sie.

In den Anfängen im Jahr 2012 sah der Blog noch recht einfach aus: Die Studentin schrieb die Zutaten auf, fotografierte das Gericht, fertig. Mittlerweile ist daraus neben dem Kochhobby eine echte Leidenschaft geworden. Je nachdem, wie es ihre Zeit zulässt und wie sie vom Anblick im Kühlschrank inspiriert wird, schreibt die angehende Gymnasiallehrerin im Netz – und hat sich damit eine weltweite Fangemeinde zugelegt. „Deutsche Auswanderer in den USA lesen gerne meine Rezepte“, ist sie stolz auf ihren Erfolg. Schon lange werden nicht einfach nur Mengenangaben und knappe Anweisungen hochgeladen, die 24-Jährige teilt ihren Gemütszustand mit und kreiert so um jedes Gericht ihre ganz eigene Geschichte. Dabei sind es natürlich nicht die einfachen Spaghetti mit Tomatensoße, die den Freunden des guten Essens mitgeteilt werden. „Ich experimentiere gerne mit ungewöhnlichen Kombinationen“, sagt sie. So finden sich auf dem Blog der „Sommersalat auf hessisch“ mit einer guten Portion Handkäse, Heilbutt mit Mango-Maracuja-Dressing oder Erdbeer-Flammkuchen mit Ziegenkäse.

Selbstgemachtes für die Mittagspause

Inspiration holt sich die Hobbyköchin dabei von der Natur, denn frische und saisonale Produkte mag sie am liebsten. „Im Juni muss es Spargel sein, im August kalte Suppen, selbstgemachtes Eis, Früchte und Smoothies, im September Pflaumen und im Oktober Kürbis“, schwärmt sie. Dabei isst sie in der Regel nicht allein: Ihr Bruder, mit dem sie zusammenwohnt, freut sich über das Talent der großen Schwester. Er ist es auch, für den sie gerne sorgt und sich täglich Gedanken ums Abendessen macht. Denn die 24-Jährige hat bereits schwere Zeiten durchgemacht.

„Papa war der Koch der Familie“, erinnert sie sich. Als sie 18 war – mitten im Abitur steckte – passierte es: Ihr Vater starb an Krebs. Die Mutter folgte zwei Jahre später, ebenfalls an der tödlichen Krankheit. Als älteste von vier Kindern übernahm Carina Kaufmann die Mutterrolle, und dazu gehörte auch, schnell erwachsen zu werden und für die Geschwister zu sorgen. Um den Schmerz zu überwinden, stürzte sich die junge Frau in Hobbys: singen, kochen, bloggen. Zwei Mal trat sie bereits mit ihrer Leidenschaft im Fernsehen auf. Bei der „Küchenschlacht“ und den „Topfgeldjägern“ im ZDF begeisterte sie als Küken die Jury. Die Ausrede, nicht genug Zeit zum Kochen zu haben, kann die Studentin nicht verstehen. „Meine Rezepte sind für Hausfrauen und Familien geeignet, die dauern nicht lange“, sagt sie. Ihre Devise: Eine Tütensoße ist auch nicht schneller aufgerissen und angerührt, als Sahne mit Brühe und Gewürzen zu vermischen und daraus selbst einen Sud zu kredenzen.

Erdbeeren richtig verarbeiten

Quelle: op-online.de

Kommentare