CDU-Spaziergang

Beim Gesundheitszentrum stockt es

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Erste Interessentin an Alter Schule hat sich wohl zurückgezogen, aber es gibt weitere Aspiranten. Jedes Jahr ein Magnet: Der Osterspaziergang der Hergershäuser CDU, der stets um die 100 Teilnehmer anzieht.

Hergershausen - Die erste Interessentin an der Alten Schule hat sich wohl zurückgezogen, aber es gibt weitere Aspiranten. Von Michael Just 

„Der Ostersonntag gehört der Familie. Aber der Montag ist frei.“ So sah es einer der Teilnehmer am CDU-Spaziergang – und mit ihm rund 100 weitere. Mit der 20. Auflage stand sogar ein Jubiläum an. Die stets ordentliche Resonanz lässt vermuten, dass die Veranstaltung perfekt in den Osterkalender vieler Bürger passt.

Bevor es losging, informierte Ortsvorsteher Horst Grimm über die jüngsten Entwicklungen im Ort. Nicht allzu gut sieht es für das geplante Gesundheitszentrum im Alten Rathaus aus. „Für den Umbau konnten sich die Ärztin und die Denkmalschutzbehörde nicht einigen. Dass sie kommt, ist wohl vom Tisch“, sagte Grimm. „Es gibt aber noch weitere Interessenten, deren Absichten die Stadt jetzt prüft“, vermeldete Bürgermeister Achim Knoke, der ebenfalls am Spaziergang teilnahm. Für ihn ist es nach wie vor ein wichtiges Ziel, die medizinische Versorgung für den Stadtteil hinzubekommen. Dazu sei der Leerstand des Gebäudes keine Dauerlösung. Zusammen mit dem Ortsvorsteher erwartet er deshalb von der Denkmalpflege eine pragmatische Handhabe für dessen zukünftige Nutzung.

Wie die Kreispressestelle auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, sei ein Entwurf ohne Rücksprache mit der Stadt, der Dorferneuerung (IKEK) und den Denkmalbehörden vorgelegt worden, der „alle Bedingungen einer angemessenen dörflichen Gestaltung ignorierte“. Keiner der genannten Beteiligten habe hierin einen genehmigungsfähigen Entwurf gesehen.

Hergershausen als Wohnort begehrt

Dagegen ist die Friedhofshalle in Hergershausen soweit fertig und wurde jüngst mit Sitzkissen ausgestattet. Ebenfalls eine positive Nachricht: Die Hochzeitsbaumallee kann weiter wachsen. Zwar musste eine zuerst angedachte Fläche durch ihre Lage im Hochwassergebiet wieder verworfen werden, dafür tat sich kürzlich ein Ersatzgrundstück auf. Dass Hergershausen als Wohnort begehrt ist, verdeutlicht das Neubaugebiet: Hier sind mittlerweile alle städtischen Grundstücke verkauft.

Der Zuzug junger Familien bringt aber neue Herausforderungen mit sich: So reichen die Plätze in der lokalen Kita nicht mehr aus. „Das ist ein großes Problem, was uns außerordentlich beschäftigt“, machte der Ortsvorsteher deutlich. Als Übergangslösung seien Container angedacht. Mittel- bis langfristig soll der Kindergarten komplett neu gebaut werden. Ein weiteres, alles andere als neues Problem, ist die Nahversorgung. Hier müssen sich die Hergershäuser wohl auch in Zukunft vorrangig von außerhalb eindecken. Für einen Supermarkt verfügt der Ort derzeit über keine Räumlichkeiten in entsprechender Größe. „Schon deshalb ist wohl keine Lösung in Sicht“, sprach der Ortsvorsteher die Situation offen an.

99 Meter in die Tiefe

Auf ihrem Weg kamen die Spaziergänger an einem ganz besonderen Projekt des Wasserwerks vorbei: Ein Testbrunnen, der 99 Meter in den Boden reicht. Die bisherigen Brunnen gehen um die 40 Meter tief. Die erreichten Gesteinsschichten sollen neue Erkenntnisse für die Wasserversorgung bringen. Dass nur bis 99 Meter gebohrt wird, hat eine besondere Bewandtnis: Ab 100 Meter wird das Bergrecht tangiert, was gesonderte Befugnisse verlangt.

Vor Beginn der Veranstaltung hob Grimm heraus, dass der Spaziergang keine politische Veranstaltung ist. Die CDU sei lediglich der Organisator und deshalb jeder willkommen. Während sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Patricia Lips entschuldigte, nahm dafür – eher unerwartet – Bürgermeister Achim Knoke teil. Vor einem Jahr gehörte der Sozialdemokrat ebenfalls zu den Ersten, die sich beim Treffpunkt auf dem „Dalles“ versammelten. Damals standen die Bürgermeisterwahlen kurz bevor. Am Montag strafte Knoke nun alle jene Lügen, die 2014 behaupteten, es sei nur wegen der Wahl gekommen. „Das ist eine schöne Veranstaltung. Zu der sollten auch Bürger aus anderen Stadtteilen kommen“, so der Verwaltungschef. Mit ihm und Horst Grimm war es für politisch Interessierte möglich, sich gleich doppelt aus erster Hand über die Entwicklungen vor Ort und in der Kernstadt zu informieren. Der Abschluss des Rundgangs fand bei Kaffee und Kuchen im Bürgerhaus statt.

Quelle: op-online.de

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