Keine Unterbringung in Kaserne

Containerlösung für Flüchtlinge

Babenhausen - Kaum ein Tag vergeht ohne grausige Bilder aus dem nördlichen Irak, aus Syrien oder aus einem anderen Winkel der Welt, in dem Terror oder Krieg herrschen. Die Menschen fliehen - und kommen letztlich auch im hiesigen Landkreis und dessen Kommunen an. Von Stefan Scharkopf 

Bis Jahresende sollen noch einmal 25 Flüchtlinge in Babenhausen aufgenommen werden. Das sind dann bislang 69. Zu Beginn des neuen Jahres rechnet der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit einer Zuweisung von 1 300 weiteren Schutzsuchenden, die nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kommunen verteilt werden. Einer Auflistung zufolge, muss Babenhausen dann noch mal 66 Menschen aufnehmen. Doch wo unterbringen? Die Stadt hat in mehreren Verlautbarungen an die Bevölkerung appelliert, Wohnungen zur Verfügung zu stellen, doch die sind nur schwer zu finden. Dieser Tage wird auch republikweit laut darüber nachgedacht, beispielsweise leer stehende Gewerbegebäude oder Kasernen als Unterkünfte zu nutzen. So fällt im hiesigen Landkreis auch immer wieder mal das Babenhäuser Ex-Militärgelände als Stichwort. Schließlich steht dieses ja seit Jahren leer.

Doch Bürgermeisterin Gabi Coutandin setzt solchen Überlegungen, wie auch bislang schon, auf Anfrage unserer Zeitung ein klares Nein entgegen. „Wir stehen unmittelbar vor einem Abschluss mit der Besitzerin der Kaserne, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, über den Kauf. Der Preis wird ermittelt, und wir haben einen Investor für die Nachnutzung. Da wäre es mehr als kontraproduktiv, wenn wir kurz vor dem Ende über eine andere Nutzung nachdenken oder sie zulassen würden“, sagt Coutandin. Dazu kommt: Mit dem Ende der militärischen Nutzung sei auch die Möglichkeit des Wohnens, die sich nur auf die US-Soldaten bezog, dort erloschen. Erst ein neuer Bebauungs- und Flächennutzungsplan müsste dafür her. Das Areal kann also nicht unmittelbar genutzt werden. Aber, wie des Öfteren berichtet, soll aus dem Areal ja ein Modellquartier werden.

Illegale Flüchtlinge am Hauptbahnhof Frankfurt

Illegale Flüchtlinge am Hauptbahnhof Frankfurt

Auch vor dem Hintergrund, dass Babenhausen 14 Prozent an Bürgern mit ausländischem Hintergrund - fast alle in der Kernstadt - aufweise, sei es nicht zuzulassen, dass Hunderte von Flüchtlingen zusätzlich kommen. „Ich halte das für nicht sozial verträglich“, sagt Coutandin. Auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg plane nicht mit der Kaserne als Unterkunft, heißt es von dort. Gedacht ist nun daran, die Flüchtlinge in Containern unterzubringen. Sammelunterkünfte für alle Personen zusammen sollen vermieden werden. Wo die Container stehen werden, ist noch nicht klar. „Da werden auch die Stadtteile ihren Beitrag leisten müssen“, so Coutandin.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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