Wiedersehensfreude von Zwei- und Vierbeinern beim Tierheimfest

Aus Containern Katzenhaus bauen

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Wiedersehen beim Tierheimfest: Jessica Bratten, Alexander Roesner, Talia und Nurcan Mutlu sowie Beate Balzer freuen sich mit den Hunden Schoki, Lucy und Bonny über die erfolgreiche Vermittlung.

Babenhausen - Schon von weitem war am Samstagnachmittag freudiges Hundegebell zu hören. Zum Tierheimfest kamen zahlreiche Babenhäuser und auch auch Gäste von außerhalb, deren Zuspruch die Vierbeiner und Helfer an der Harreshäuser Allee gleichermaßen erfreute. Von Michael Just 

Neben ein paar geselligen Stunden erwartete die Besucher die freudige Nachricht, dass das neue Katzenhaus bezugsfertig ist. Jessica Bratten und ihr Partner Alexander Roesner haben Nurcan Mutlu und ihre Tochter Talia vorher noch nie gesehen. Und trotzdem standen sich das Paar aus Altheim sowie Mutter und Tochter aus Aschaffenburg gleich bei der ersten Begegnung vertrauensvoll und mit viel Sympathie gegenüber. Der Grund: Ihre Hunde gehören zu einer Familie, sind sozusagen Mutter und Tochter. Die dreijährige Schoki und die achtmonatige Bonny waren zusammen im Babenhäuser Tierheim, bevor ihre Wege nach Altheim beziehungsweise nach Aschaffenburg führten. „Viele Leute, die heute kommen, haben ihren Hund bei uns geholt“, weiß Beate Balzer, Vorsitzende des Tierschutzverein Babenhausen/Münster. Sie bildeten neben zahlreichen Tierschützern und -freunden (der Verein zählt 400 Mitglieder) die Grundlage, dass das Fest auch in diesem Jahr eine große Resonanz erfuhr.

Die Kuchenspenden nahmen gleich mehrere Tische ein, genauso wie die ansprechende Anzahl an Salaten. Wer sich gestärkt hatte, konnte der Vorführung von Frank Fath aus Kleinwallstadt beiwohnen. Er demonstrierte, wie eine moderne Hundeerziehung aussieht. Stände mit Tierbedarf und den Werken von Hobbykünstlern boten zudem die Möglichkeit, ein bisschen einzukaufen. Kinderschminken und eine Hüpfburg unterhielten die Kleinsten. Wer wollte, konnte das neue Katzenhaus inspizieren. Aus zwei ehemaligen Wohncontainern bauten Tierheim-Helfer in den letzten zwölf Monaten sowohl eine Quarantäne-Station für neuankommende Samtpfoten als auch eine Pension für Urlaubstiere. Zudem wurde ein Außengelände angegliedert. Bei der Quarantäne behalf sich das Tierheim bisher mit großen Plastikboxen. Diese Zeiten sind nun vorbei. Rund 4 500 Euro flossen in das neue Katzenhaus. Die Arbeiten sind damit aber noch nicht abgeschlossen: Bei den Hunden soll ebenfalls in diesem Jahr noch erweitert werden und bessere Trennungsmöglichkeiten entstehen. Der Abschluss ist für kommendes Frühjahr vorgesehen.

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Derzeit beherbergt das Babenhäuser Tierheim 45 Hunde, zehn Katzen und etliche Kaninchen. Für die meisten Bewohner ist die Dauer ihres Aufenthalts überschaubar: „Mit den Vermittlungsergebnissen sind wir sehr zufrieden“, sagt Balzer. So fand man im letzten Jahr für 250 Hunde neue Besitzer. Das bedeutet, dass im Durchschnitt alle ein bis zwei Tage ein Tier in neue Hände abgegeben werden konnte. Zu den jüngsten Erfolgen zählen die Mischlinge Schoki und Bonny. Ihr Schicksal offenbarte sich zuvor als tragisch: Schoki wurde in der Nacht auf den 22. Januar trächtig und arg herunterkommen an den Zaun des Tierheims mit ihrem Namen auf einem Zettel gebunden. Dort gebahr sie einen Tag später vier Junge, darunter Bonny. „Das Tierheim gab ihr zuerst den Namen Puki. Uns gefiel Bonny besser, weshalb wir sie umgetauft haben“, erzählt Nurcan Mutlu. Mitte Mai holte die 41-Jährige zusammen mit ihrer Tochter Talia den jungen Hund nach Aschaffenburg. Eigentlich war ein erwachsenes Tier vorgesehen, da beide zuvor noch keinen Vierbeiner besaßen. Da wollte man nicht gleich einen Welpen erziehen. Dann kam aber alles ganz anders: „Sie tat uns in ihrem Käfig so leid“, berichtet Mutlu rückblickend.

Nun sind Mutter und Tochter glücklich: „Wir haben durch den Hund schon so viele Leute kennengelernt. Das ist unfassbar“, sagen sie und ergänzen, dass ihr Liebling gerade eine Hundeschule besucht. Auch Mutter Schoki wurde in gute Hände abgeben. Der dreijährigen Mischlingsdame nahmen sich Jessica Bratten und ihr Partner Alexander Roesner an. „Sie ist ein bisschen ängstlich, vor allem gegenüber Männern. Das ist aber kein Problem“, sagt die 33-jährige Postbotin. Das Paar ist ganz besonders tierlieb: Neben Schoki gab man auch Lucy ein neues zu Hause. Sie wurde in jener Januarnacht zusammen mit Schoki am Tierheim ausgesetzt. Die Altheimer machten es möglich, das beide Tiere zusammenbleiben können und nun ein besseres zu Hause als zuvor haben.

Quelle: op-online.de

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