28 Profitänzer aus Skandinavien zu Gast beim TV Babenhausen / Auftritt in Aschaffenburg

Dänisches für deutsche Füße

Die Tänzer des „National Danish Performance Team“ (rote T-Shirts) beim gemeinsamen Workshop mit Mitgliedern der „AkzepTanz“, einer Abteilung des TV Babenhausen. - Foto: pg

Babenhausen - Fünf Tage war das „National Danish Performance Team“ zum Start seiner Welttournee zu Gast in Babenhausen. Von Petra Grimm

Die 28 jungen Sportler aus Dänemark, die ihr aktuelles Showprogramm „Imani“ am Tag der Deutschen Einheit in der Frankenstolz- Arena in Aschaffenburg präsentierten, luden zu Workshops beim TV Babenhausen ein.

„Are you ready?“ tönte es durch die Schulsporthalle. Dann startete der turbulente und von fröhlichem Gelächter begleitete Workshop mit rund 60 Tänzerinnen der „AkzepTanz“ des Turnvereins Babenhausen (TVB): die jüngsten sechs und die ältesten über 50 Jahre alt. Die große dänisch-deutsche Gruppe – die Umgangssprache war Englisch – amüsierte sich gemeinsam bei Fangspielen, kleinen Tanzchoreografien mit Wettbewerbscharakter oder auch originellen Reaktionsspielen. Am gestrigen Dienstag waren dann Babenhäuser und Aschaffenburger Schüler zum Workshop eingeladen.

Die „AkzepTanz“ des TVB, die insgesamt aus rund 100 Mitgliedern in acht Formationen besteht, hat den Aufenthalt der „dänischen Nationalmannschaft“ in der Gersprenzstadt organisiert (wir berichteten). Auch an der hochkarätige Bühnenshow in Aschaffenburg, die eine Mischung aus Turnen, Gymnastik, Akrobatik und Tanz bietet, waren die Babenhäuserinnen mit einer Performance zur Eröffnung beteiligt. Und darauf sind sie besonders stolz. „Es ist doch eine tolle Sache, die dänische Nationalmannschaft hier zu haben. Auch an unserer Schule ist die Aufregung groß wegen des Workshops“, sagte Jan Willand, Sportlehrer der Offenen Schule, der auch zwei junge dänische Sportler bei sich zuhause beherbergte.

Die 28 jungen Dänen zwischen 20 und 29 Jahren waren im Februar in ihrem Heimatland aus 300 Bewerbern ausgewählt worden, wie ihr Pressesprecher Josias Juliussen erzählte. Seither trainierten sie für die Show, mit der sie bereits die vergangenen vier Wochen in Dänemark unterwegs waren: „Sie vertreten eine für unser Land typische Form der tanz-orientierten Gymnastik, die alle Geschlechter und Altersklassen einschließt. Viele von ihnen sind gerade erst mit der Schule fertig und stehen während unserer Tour zum ersten Mal auf eigenen Füßen. Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir unterwegs wie eine große Familie sind.“ Dabei helfen auch die Gastfamilien, die die jungen Leute auf allen Stationen der Welttournee aufnehmen. Bereits am heutigen Mittwoch geht es weiter nach Tansania, bevor Australien, Indonesien und China folgen. Nach daran anschließenden Auftritten in Europa wird die Show beim Deutschen Turnfest im kommenden Sommer in Berlin noch einmal in Deutschland zu sehen sein.

Die Ankunft der Dänen am Samstagabend mit dem Bus an der Turnhalle sei richtig emotional gewesen, erzählt Jutta Koser, die Leiterin der „AkzepTanz“. „Da waren nicht nur die Dänen sichtlich gerührt, auch uns ging dieser Moment sehr nahe“. Die dänische Flagge war gehisst und die Babenhäuser winkten am Straßenrand mit kleinen dänischen Fähnchen. Die Ausnahmesportler mit ihrem Begleittross, zu dem ein Physiotherapeut, zwei Choreografen, die Team-Managerin und ein Pressesprecher gehören, waren bei 14 Gastfamilien untergebracht und haben im Verlauf ihres Aufenthaltes auch einen Stadtrundgang gemacht und das Leben in einer deutschen Familie kennengelernt.

Als Gasteltern ihr Haus geöffnet hatten auch Gisela und Christoph Kleinert, deren Tochter Kirsten früher bei der „AkzepTanz“ aktiv war. „Also mir macht das richtig Spaß, die jungen Leute aufzunehmen. Außerdem denke ich immer, vielleicht brauchen meine Enkel, wenn sie groß sind, ja auch mal irgendwo auf der Welt eine Gastfamilie.“

Quelle: op-online.de

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