„Pakt für den Nachmittag“ beschlossen

Schule im Kirchgarten ist mit dabei

Darmstadt/Dieburg/Babenhausen - Schmalspurbetreuung, Mogelpackung oder Meilenstein? Sehr weit auseinander lagen die Bewertungen im Kreistag zum Thema „Pakt für den Nachmittag“, über den die Kreisabgeordneten in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause ausgiebig diskutierten. Von Ulrike Bernauer

Letztendlich wurde der Pakt aber mit großer Mehrheit beschlossen, lediglich die Linken stimmten mit Nein, der Rest das Kreistages trotz unterschiedlicher Einschätzungen mit Ja. Fünf Grundschulen im Kreis werden sich demnächst am „Pakt für den Nachmittag beteiligen“, dazu gehört auch die Babenhäuser Schule im Kirchgarten, die weiteren sind die Hahner Schule (Pfungstadt), Tannenbergschule (Seeheim-Jugenheim), Eiche-Schule (Ober-Ramstadt) und die Gersprenzschule (Reinheim). Kernpunkt des vom Land Hessen angestoßenen Paktes ist ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr. Wobei Land und Kreis für die Finanzierung des Angebotes bis 14.30 Uhr zuständig sind, für das weitere Angebot bis 17 Uhr werden die Kommunen und die Eltern zur Kasse gebeten. Das Paket beinhaltet allerdings auch noch eine Ferienbetreuung. Einbezogen werden sollen bereits bestehende Träger oder Fördervereine. Der Kreis gehört mit dem „Pakt für den Nachmittag“ damit zu einem Pilotprojekt, für die Beteiligung hatte er sich beim Land Hessen beworben.

Einig waren sich Redner aller Parteien, dass bei der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern etwas getan werden müsse. Nach der Einführung der Betreuung von Kleinkindern mit U3 und der Ausweitung der Betreuungszeiten für Ü3 sei der Pakt ein logischer Schritt, so die Einschätzung von Sebastian Sehlbach (CDU). Er pochte auf die Freiwilligkeit der Eltern, aber auch darauf, dass finanzschwache Eltern nicht benachteiligt werden dürften, auch wenn auf die jeweiligen Standortkommunen höhere Kosten zukämen.

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Als „Schmalspurbetreuung“ definierte Alexander Ludwig (SPD) den Pakt, eigentlich wolle man die Ganztagsschule. Ludwig monierte, dass „die Betreuung nach dem Unterricht nur gegen Mammon“ zu haben sei. Auch sei man bei der vom Land vorgeschlagenen Umsetzung des Paktes durchaus nicht sicher, ob man hier von „hochwertiger“ Betreuung sprechen könne. Barbara Walter (Grüne) sprach den Aspekt des Elternwillens an. „Es gibt viele Eltern, die Erleichterung darüber verspüren, das ihre Kinder eben nicht bis 14.30 oder 17 Uhr in der Schule bleiben müssen.“ In die gleiche Richtung ging auch Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne), der unterschiedliche Interessen sah: „Manche wollen die Ganztagsschule sofort, andere eher Schritt für Schritt, wir haben uns für das Zweite entschieden.“

Fünf von 60 Grundschulen im Kreis beteiligen sich nun am Pilotprojekt. Darüber hinaus gibt es laut Fleischmann einen bunten Flickenteppich an Betreuungsangeboten. Diese zu vereinheitlichen, erfordere einiges an Aufwand. So könne man auch nicht so ohne weiteres Personal für die Betreuung einstellen, das Regierungspräsidium habe schon jetzt ein waches Auge auf die Ausgaben. Weitere Ausgaben sprach auch Horst Schultze (FDP) an, „eventuell müssen wir noch richtig Geld in die Hand nehmen, um die baulichen Voraussetzungen für die Betreuung zu schaffen.“ Erforderlich sind dann beispielsweise Mensen oder auch Ruhe- und Hausaufgabenräume. Arno Grieger (Linke) fürchtete, dass sich finanzschwache Eltern das Nachmittagsangebot womöglich nicht leisten könnten.

Quelle: op-online.de

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