„Kein Schüler endet im Nichts“

Eduard-Flanagan-Schule kooperiert mit Handwerkskammer Rhein-Main

+
Kooperation unterzeichnet: Peter Baumann (links) und Ute Teuchner von der Flanagan-Schule sowie Bernd Sieber von der Handwerkskammer.

Babenhausen - Um jungen Menschen den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu erleichtern, kooperiert die Flanagan-Schule nun mit der Handwerkskammer. Von Jens Dörr 

Unter dem Titel „Praxis und Schule“ (PuSch) bilden im Zuge einer Kooperation die Joachim-Schumann-Schule und die Eduard-Flanagan-Schule als benachbarte Babenhäuser Bildungsstätten seit dem vergangenen Schuljahr jeweils eine so bezeichnete Klasse. Sie soll einerseits Hauptschüler beim Erreichen ihres Abschlusses unterstützen und den Übergang der Jugendlichen in die Berufswelt sichern. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme, die das Hessische Kultusministerium angestoßen hat und fördert. Eine weitere solche Maßnahme, die allerdings auf der Grundlage des „Berufsorientierungs-Programms” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beruht, wurde am Mittwochvormittag offiziell zwischen der Flanagan-Schule und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main offiziell gestartet. Künftig sollen Schüler die Flanagan-Schule mit noch konkreteren, frühzeitigeren Kenntnissen über die Arbeitswelt verlassen. Zudem sollen „Handwerkstalente” erkannt und gefördert werden.

Peter Baumann, Leiter der Flanagan-Schule, betonte in seiner Ansprache: „Kein Schüler, der die Schule verlässt, endet im Nichts – es geht für alle weiter.” Dies könne sowohl in einer Ausbildung der Fall sein als auch auf der Dieburger Landrat-Gruber-Schule als „Bezugsschule”. Die Kooperation mit der Handwerkskammer sei eine „sinnvolle Ergänzung“ zum bisherigen Engagement, mit dem in Babenhausen nicht nur die reine schulische Ausbildung, sondern auch der Übertritt ins Berufsleben oder in die weitere schulische Laufbahn gefördert wird. Baumann stellte zudem heraus, dass die Flanagan-Schule keine Einzelkämpferin für eine gute berufliche Zukunft ihrer Schüler sei: „Das funktioniert nur in einem Netzwerk“, sagte er und zählte Schumann-Schule, Gruber-Schule, Handwerkskammer, Stadt Babenhausen, Gewerbeverein Babenhausen, Landkreis Darmstadt-Dieburg die Agentur für Arbeit und das Staatliche Schulamt dazu. Nicht zu vergessen die Ausbildungsbetriebe: „Ohne sie wäre das Ganze sinnlos“, betonte Baumann und hob in diesem Zusammenhang die Babenhäuser Bäckerei und Konditorei Lautenschläger als ein äußerst positives Beispiel hervor. Er wisse schon gar nicht mehr, wie viele seiner Schüler dort etwa im Rahmen eines Praktikums ins Arbeitsleben hätten hineinschnuppern dürfen.

Die Handwerkskammer Rhein-Main, vertreten durch Bernd Sieber, will die Flanagan-Schule fortan durch eine individuelle, sowohl in der siebten, achten als auch neunten Klasse angebotenen Berufsorientierung helfen, realistische Vorstellungen von handwerklichen Berufen, aber auch den eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Fallen Schüler als begabt auf, erhalten sie über eine Gruppe mit dem Namen „Handwerkstalente” eine besondere Möglichkeit, in Berufsfelder wie Holz- und Metallverarbeitung, Raumausstattung, Friseurhandwerk und Nahrungsmittel-Handwerk mehr als nur kurz hineinzuschnuppern. 14 Tage beziehungsweise 80 Stunden pro Schüler sind dafür vorgesehen.

Bereits mehr als 50 Schulen im Kammerbezirk, der mehr als 32.000 Betriebe im Großraum Frankfurt umfasst, die Sieber zufolge oft „händeringend“ neue Mitarbeiter suchten, haben sich auf diese Weise die Unterstützung und Vernetzung mit der Handwerkskammer gesichert.

Quelle: op-online.de

Kommentare