Gewerbe in Langstadt

Erstaunen über die große Zahl

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Carmen Fleckenstein will über das große Angebot von Gewerbetreibenden in Langstadt aufklären. Zusammen mit Anke Schemion bereitet sie gerade ein Branchenbuch über Langstadt vor.

Langstadt - In Langstadt gibt es rund 70 Gewerbetreibende. Viele davon in einem Heft zu präsentieren, haben sich zwei Frauen auf die Fahne geschrieben. Von Michael Just 

Als das Langstädter Lädchen im Herbst 2013 seine Pforten öffnete, erging der Aufruf des Ortsbeirats an die Bevölkerung, das kleine Lebensmittelgeschäft bestmöglich zu unterstützen. „Eine tolle Sache“, sagte sich Carmen Fleckenstein und dachte weiter: In Langstadt gibt es die durchaus große Zahl von 70 Gewerbetreibenden, die Geschäfte besitzen oder eine Dienstleistung anbieten. Was könnte man tun, um diese ebenfalls zu fördern?.

Zusammen mit Anke Schemion, die aus Langstadt kommt, dort wohnt und in der Babenhäuser Bummelgass´ Inhaberin eines Fotostudios ist, kam der Floristin die Idee: Wir machen ein Branchenheft, in der alle Langstädter Gewerbetreibenden sich vorstellen können. Die Rückfrage beim Ortsbeirat fand sofort Zustimmung. Als Kostenbeteiligung errechneten die beiden Frauen 50 Euro pro Inserent für das DIN-A5-formatige Werk. „Wir wollen nur die Produktionskosten decken. Anke und ich haben keinerlei Interesse, daran irgendetwas zu verdienen“, führt Fleckenstein an.

Der erste Schritt Anfang Oktober war, alle Gewerbetreibenden im Ort anzuschreiben. Im Anschluss folgte noch eine Info-Veranstaltung in einer Gaststätte. 33 Gewerbetreibende bekundeten näheres Interesse, am Ende blieben 29 übrig, die mit einer selbstgestalteten PDF-Seite definitiv dabei sind.

„In der Folge erreichten uns auch Anfragen von Gewerbetreibenden aus den anderen Stadtteilen. Wir wollten aber unserem Grundsatz treu bleiben, dass es in diesem Fall mal nur von Langstadt handelt“, berichtet das Duo. Damit hätte man schon genug zu tun: „Selbst die meisten Langstädter sind erstaunt, dass es hier 70 Gewerbetreibende gibt“, meint Schemion. Frage man die Bewohner, würde das Gros gerademal um die 20 Betriebe vermuten.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

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Jene Unwissenheit ist für die Fotografin und die Floristin, die alles in Eigenregie bewältigen, auch einer der Hauptgründe, die alphabetisch gestaltete Broschüre zu realisieren und den 1 650 Einwohnern Langstadts, sowie weiteren in der Nachbarschaft, das Angebot näherzubringen. Im Stadtteil bieten alleine drei Friseure ihre Dienste an. Von Heizungsbauer, Baumaschinenservice, Sportfachhandel über Immobilienvermittlung bis zu Weinseminaren oder Operngesang lässt sich ein großer Bogen spannen. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen wird durch die Neubaugebiete noch weiter steigen.

Wie so oft bei solchen Projekten verschob sich der anvisierte Zeitplan für die beauftragte Internetdruckerei von Februar auf März, da nicht alle Beteiligten rechtzeitig ihre Seiten schickten. Insgesamt ist eine Auflage von über 4 000 Exemplaren geplant, die in Langstadt, aber auch den Nachbarorten wie Kleestadt, Schlierbach, Klein-Umstadt, Harpertshausen, Hergershausen und Sickenhofen, verteilt werden sollen. Bleibt zum Schluss die Frage, die in modernen Zeiten gestellt werden muss: Ist ein Branchenheft im Internet-Zeitalter überhaupt noch zeitgemäß?

„Wir wissen natürlich, dass heute vieles über das Internet läuft“, sagen die beiden Frauen. Mit dem Werk erreiche man aber auch jene Personen, die mit dem World-Wide-Web noch nicht so verwachsen sind. Dazu sei die Broschüre zum Aufheben bestimmt: „Wir hoffen, dass sie in den meisten Haushalten in Griffweite liegt und regelmäßig zur Hand genommen wird.“

Quelle: op-online.de

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