Evangelische Frauenhilfe: Kunsthandwerk und Basar

Nicht nur für „Häkeltanten“ interessant

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Von Ina Rühl (links im Bild mit Ursula Scherer) stammen nahezu alle Häkelarbeiten auf dem Basar der Frauenhilfe. Dafür arbeitet sie an freien Abenden das ganze Jahr über.

Babenhausen - Edle Tropfen, Adventskränze und vieles mehr bietet die evangelische Frauenhilfe an – dafür arbeiten die Damen an ihren freien Abenden das ganze Jahr über. Von Michael Just

Wer auf den Adventsbasar der Frauenhilfe von der evangelischen Gemeinde wollte, musste erstmal an Theresia Schäfer und Ilse Kling vorbei. Gleich neben dem Haupteingang des Erasmus-Alberus-Haus hatten die beiden Damen ihren Tisch platziert. Darauf stand eine Reihe von edlen Tröpfchen wie Himbeergeist, Mirabellen-Kirsch-Aprikosen-Schnaps, Traubenlikör, Blutwurz oder Becherovka. Für gerademal einen Euro durfte man den Kreislauf anregen. Sogar Sprühsahne war vorhanden, die mit einem kleinen Schuss auf den Himbeergeist kam. „Die Sahne ist hauptsächlich was für die Damen“, erklärte Theresia Schäfer schmunzelnd. Männer konnten natürlich auch probieren – sofern sie denn durften. „Ich würde gerne, muss mich aber wegen der Medikamente zurückhalten, die ich gerade einnehme“, sagte ein Besucher mit Bedauern. Einige der Tröpfchen waren von lokalen Obstbauern selbst gebrannt. Allen Flaschen war gemein, dass sie die Frauenhilfe für ihren Basar geschenkt bekamen.

Das geschah mit gutem Gewissen, denn die Einnahmen sind für einen guten Zweck. Freuen dürfen sich wie gewohnt die Lebenshilfe Dieburg, die Kinderkrebshilfe Frankfurt am Main, der Kindergarten sowie die Seniorenarbeit der evangelischen Gemeinde. Wer die Treppe zum zweiten Stock hinaufging und danach in den großen Gemeinschaftsraum blickte, traute seinen Augen nicht: 40 Adventskränze und 50 Gestecke lagen auf den langgezogenen Tischreihen. Die Kerzen erfüllten sämtliche Farbwünsche. Der verarbeitete Schmuck deckte alle gängigen Verzierungsarten ab. Drumherum gesellten sich Strick- und Häkelarbeiten, darunter Mützen, Strümpfe und Schals; dazu kamen Vogelhäuschen aus Holz, Eingemachtes, selbstgebackene Plätzchen oder handgemachte Weihnachtskarten.

Die Kränze und Gestecke hatten in den letzten Tagen eine Gruppe von zehn Frauen bei mehreren Treffen gefertigt. Während die Gestecke komplett selbstgemacht wurden, half bei den Adventskränzen das Bestattungsunternehmen Blümler. Es stiftete mehrere Dutzend Rohlinge aus Nadelbaumästchen. Bereits gebunden, mussten diese nur noch mit Kerzen versehen und weihnachtlich geschmückt werden. Wie die Vorsitzende der Frauenhilfe, Gisela Harreiner, sagte, sei man mit dem Umsatz des Basars zufrieden. „Dennoch merken wir die Discounter, die Kränze und Gestecke zu Schnäppchenpreisen anbieten“, führt sie ergänzend an. Mittlerweile unterböten sie zunehmend die liebevollen Handarbeiten der evangelischen Frauen.

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Junge Leute machten vor allem bei den Häkelarbeiten große Augen, denn neben süßen Elchen, Dinos und Dackeln entdeckten sie auch kleine Autos, die an den Hollywood-Streifen „Cars“ erinnerten. Die hatte Ina Rühl gefertigt. „Ich bin die Häkeltante“, behauptet die 51-Jährige humorvoll von sich. Die Autos samt Anleitung hatte Rühl in einem Häkelbuch entdeckt. Zwei Exemplare bekommt sie an einem Abend hin. Die Wolle entstammte zum Teil aus Spenden. Vor dem Basar ging dafür ein Aufruf raus. Augen und Räder – letztere bestehen aus Knöpfen – werden noch hinzugekauft. Ina Rühl häkelt für den Basar das ganze Jahr. Auch nach der jüngsten Veranstaltung der Frauenhilfe wird sie wieder eifrig sein. „Schließlich gilt: Nach dem Basar ist vor dem Basar“, sagt sie schon weit in die Zukunft blickend.

Quelle: op-online.de

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