Fastnachtsauftakt beim CV Babenhausen

Närrischer Geschlechterkampf

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Das neue Babenhäuser Prinzenpaar heißt Nadine und Andreas Wenzel. Beim Kampagnenstart wurden sie vom CVB vorgestellt.

Babenhausen - Mit reichlich Maskerade und Fastnachtsmusik hat der Carnevalverein Babenhausen (CVB) beim Reit- und Fahrverein den Beginn der neuen Kampagne gefeiert. Als Höhepunkt stand dort die Proklamation des neuen Prinzenpaares an. Von Michael Just

Nadine und Andreas Wenzel werden ab sofort als Nadine II. und Andreas I. die Babenhäuser durch die närrischen Tage führen. Ein bisschen befremdlich sah Vorsitzender Klaus Fengel in seinem rosa Jackett mit den vielen kleinen Pailletten schon aus. Dass das Kommentare en masse provozierte, war abzusehen: So war von Rabatten beim nächsten Christopher-Street-Day die Rede, dazu kam die Frage auf, ob es dazu auch eine pinkfarbene Unterhose gibt. Fengel feuerte mit reichlich Selbstironie den Spott noch weiter an. Verlegen musste der Vereinschef nicht sein: Er hielt sich nur an das bevorstehende Kampagnenmotto „Beim CVB ist Karneval, die Narren düsen pink durchs All“.

Der aktuelle Titel trat aber schnell wieder in den Hintergrund, schließlich galt es, das mit Spannung erwartete Prinzenpaar vorzustellen. Wie gewohnt setzte der CVB-Vorstand im Vorfeld alles daran, die Namen bis zum Schluss geheim zu halten. Bevor es soweit war, wechselte erstmal bei den Kindern die Regentschaft. Das neue Kinderprinzenpaar heißt Kevin Willand und Suna Gökce, ihre Pagin Johanna Häfner. Fast ein bisschen traurig übergaben ihre Vorgänger Tom-Luca Hartmann und Xenia-Sophie Schäfer Krönchen und Bajazz. „Vielleicht stehen sie noch auf der Autobahn“, trieb Hofmarschall Roland Keil die Neugier auf die neuen Regenten bei den Erwachsenen an. Nervenkitzel war schon deshalb angesagt, weil sich der CVB in den vergangenen Jahren immer wieder schwer tat, überhaupt ein Prinzenpaar zu finden.

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Während in anderen Städten viele Bewerber für dieses unvergessliche Erlebnis anstehen, herrscht in Babenhausen dazu regelmäßig eine falsche Bescheidenheit vor. So stand der CVB zum Kampagnenstart 2014 ohne Hoheiten da. Erst „last minute“ fand zum Winterspaziergang die Präsentation von Michael und Ulrike Schäfer statt. Mit Nadine und Andreas Wenzel blieb der CVB nun von solchen Sorgen verschont: „Schon im Mai/Juni stand unser Paar fest“, berichtete Hofmarschall Roland Keil. Beide lagen nicht zum ersten Mal im Blickfeld des CVB-Vorstands. Davor hatte es aber immer wieder driftige Gründe für eine Absage. In diesem Jahr war es anders, zudem passte ihre Hochzeit vor wenigen Monaten perfekt.

Nadine Wenzel ist echte Babenhäuserin und arbeitet als Flugbegleiterin. Ihr Gemahl verdient sein Geld als Kfz-Mechaniker und kommt aus dem Rodgau. Vorher hatte er mit Fastnacht wenig am Hut, was sein Herzblatt aber änderte. Nadine Wenzel gehört der Prinzengarde beziehungsweise dem Lido-Ballett an. „Ihre enge Verbindung zur Fastnacht ließ viele Babenhäuser eine Vorahnung auf die Thronbesteigung haben. Deshalb verzichteten wir auf unser Quiz, wer das neue Prinzenpaar wird“, erklärte Keil. Beide Regenten sind unter 25 Jahre und damit so jung wie selten zuvor.

In ihrer Begrüßungsrede liefen sie gleich zur Hochform auf und boten einen Schlagabtausch in punkto Geschlechterkampf. „Bei uns in Babenhausen regieren wir Frauen, und das funktioniert, du kannst mir trauen“, reimte Nadine II., die ihren Prinzen in die Rolle einer netten „Begleiterscheinung“ versetzte. Der entgegnete, dass beim CVB die Männer vorgeben, was geschieht. Als Beispiel führte er Klaus Fengel als „gestandenes Mannsbild wie aus dem Bilderbuch“ an. Gleich darauf demonstrierte das Paar aber wieder Einigkeit, um Vorbild für die Fastnacht beim Lachen, Singen und Tanzen zu sein.

Wie der CVB-Vorstand beim Blick auf die Tänzerinnen der großen Garde feststellte, seien darin viele attraktive Frauen vertreten, die sich in Zukunft als Prinzessinnen eignen. Leider trete nur allzu oft das Problem auf, dass einige keinen Partner hätten, was nicht dienlich für die Rolle als Prinzenpaar sei. Laut Hofmarschall Roland Keil sei das kein Problem: Wie er sagte, könne er sich vorstellen, jederzeit einzuspringen.

Quelle: op-online.de

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