Mitreißendes Programm in der Stadthalle

Babenhäuser Weiberfastnacht: Stramme Waden für die Damen

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450 Frauen hatten sichtlichen Spaß in der Stadthalle. Männer waren auf der Bühne zu finden oder als Arbeitskräfte eingeteilt.

Babenhausen - Über 60 männliche Bühnenakteure – sechs Tanzgruppen und zwei Büttenredner – boten bei der „Nacht der strammen Waden“ in der Stadthalle ein zweistündiges, mitreißendes Programm. Von Petra Grimm 

Die Prinzengarde des CVB hatte zum ersten Mal zur Weiberfastnacht eingeladen. Und rund 450 Besucherinnen in tollen Kostümen drängten sich im Saal und machten so richtig Party. Männer waren Donnerstagnacht nur als Arbeitskräfte oder auf der Bühne erlaubt. Bei der After-Show-Party zu späterer Stunde waren sie dann freilich gern gesehene Gäste. Nachdem die „Akzeptanz“ des TVB vor vier Jahren ihre beliebten Sekt- und Schnittchen Abende zur Weiberfastnacht eingestellt hat, war es hohe Zeit, dass die Frauen auch in Babenhausen wieder zusammen feiern. Das fanden auch die Tänzerinnen der Prinzengarde, die den Staffelstab von der „Akzeptanz“ jetzt übernommen haben.

„Wir fanden es schade, dass bei der Weiberfastnacht alle in die närrischen Hochburgen abziehen. Außerdem wollten wir eine Veranstaltung auf die Beine stellen, um die ziemlich teuren Hüte unserer neuen Kostüme zu finanzieren“, sagte Martina Bleibtreu von der Prinzengarde. Da bot sich der Frauenabend an, der viele Helfer aus den Familien der Tänzerinnen und im CVB-Kommitee und den Garden fand. Sowohl das kurzweilige, fetzige Bühnenprogramm, als auch der übrige Rahmen kamen bei den Besucherinnen gut an. Die waren von der ersten Minute an so richtig in Stimmung. Als die beiden Moderatorinnen Anna Elena Resch und Laura Berg zu Beginn der Show darauf hinwiesen, dass die meisten Tanzgruppen durch den Saal einlaufen werden und deshalb bitte eine Gasse gebildet werden solle, war bereits begeistertes Gekreische zu hören: „Die fressen wir!“

Die von der Prinzengarde zum Schlachtruf der Nacht erklärte Aufforderung „Männer, lasst die Ranzen tanzen“ war immer wieder zu hören und wurde von einigen Männerballettmitgliedern auch gut umgesetzt. Auf der Bühne tummelte sich alles, was die Herrenwelt so zu bieten hat. Das war das Schöne. Dünne, dicke, alte, junge, schüchterne und laszive Exemplare gaben ihr Bestes, um die Fastnachterinnen zu unterhalten. Es war keine Minute langweilig. Das Konzept, im Wesentlichen auf Tanzgruppen zu setzen und nur zwei Wortvorträge einzuplanen, ging gut auf. Die meisten Akteure kamen von außerhalb und ihre Tänze waren noch nicht bei anderen Sitzungen im Stadtgebiet zu sehen.

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Der CCH-Präsident und ehemalige Babenhäuser Prinz Michael Kattner aus Harreshausen witzelte in der Bütt und war auch als Tänzer bei den Smoking Flamingos im Einsatz. Diese Harreshäuser Boygroup tanzte in Lederhosen, als Cowboys, mit Wuschelperücken und als Ballerinas im Tütü. Eine tolle Show mit rasanten Kostümwechseln, die gut ankam. Ohne Zugabe kamen sie nicht von der Bühne. Der zweite Büttenredner, der kleine Colin Murmann aus Eppertshausen, hielt den Saal als Schulbub in Atem. Dieses junge Fastnachtstalent, das bereits im Hessenfernsehen für Furore sorgte, zog die Frauen mit seiner gelungenen Rede in Bann. Was im brodelnden Kessel einer Weiberfastnacht eine beachtliche Leistung ist.

Die Dancing Bulls aus Klein-Umstadt bewegten ihre eher beleibten Körper zu Disco-Hits der 70er und 80er Jahre gekonnt auf den Brettern. Wie die meisten Männerballetts in dieser Nacht heizten sie die Stimmung am Ende ihrer Nummer durch Striptease an. Mehr als die nackten Oberkörper und Beine waren aber bei keiner Gruppe zu sehen. Was auch reichte.

Bilder: Weiberfastnacht beim Carnevalverein Babenhausen

Star Wars mit Laserschwertern tanzten die Männer des Karnevalvereins Bessungen in tollen Kostümen. Ein ganz besonderer Anblick waren die Harmonie Dream Dancer aus Darmstadt-Grießheim: Männer in blonden Perücken, mit Bärten und rutschenden Strumpfbändern warfen ihre Beine als Funkenmariechen. Sie beeindruckten durch die große Anzahl der Tänzer im Gleichschritt auf der Bühne und die gelungene Choreografie. Gardetanz mal anders, aber toll. Aus Mosbach war die Gruppe Sunglasses als tanzende Minions angereist. Als sie nach ihrer Show einen Teil der Kostümierung ablegten und die Tänzer sichtbar wurden, jubelte der Saal. Wahrscheinlich wegen der angenehmen Überraschung. Ein Kracher war auch die letzte Gruppe des offiziellen Programms. Zuschee aus Darmstadt sorgte als Stewardessen und Flugkapitäne – wobei die größeren und kräftigeren Männer die weiblichen Rollen hatten – für Tempo auf der Bühne. Ihr rasanter Tanz „über den Wolken“ endete nach weiteren Kostümwechseln in Unterhosen.

Quelle: op-online.de

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