Kinderprinzenpaar bereit für Umzug in Babenhausen

„Lasst die Blaugasse beben!“

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Gute Laune am frühen Morgen: Das Kinderprinzenpaar Kevin I. und Suna I. mit ihren Pagen Devin und Johanna (vorne) beim traditionellen Wecken.

Babenhausen - Auch wenn gestern der Sturm tobte, ließen sich die Babenhäuser Narren eine langjährige Tradition nicht nehmen: Geweckt wurde das Kinderprinzenpaar im Haus von Prinzessin Suna Gökce. Von Corinna Hiss

„Die sind aber spät dran“, sagte Suna I. leicht ungeduldig und schaute auf den Funkwecker neben ihrem Bett. Das Ziffernblatt zeigte 10.05 Uhr. Und auch wenn die Tradition aussagt, dass die Kinderprinzessin gemeinsam mit ihrem Prinzen Kevin I. und den treu ergebenen Pagen Johanna und Devin am Tag vor dem großen Babenhäuser Fastnachtsumzug um 10 Uhr morgens geweckt wird, so waren die kleinen Narren freilich schon viel früher wach. „Ich bin seit 7 Uhr auf“, erzählte Suna. Denn um sich dem Volk – eine lustige Schar aus Mitgliedern des CV Babenhausen, Nachbarn, Freunden und Familie – zu zeigen, sollte schließlich alles perfekt sein.

So konnten es die vier Nachwuchs-Karnevalisten kaum abwarten, den Rollladen im ersten Stock der Blaugasse 7 aufzumachen. Für die Pyjamaparty waren sie passend gekleidet: Schlafanzug und Bademantel durften ebenso wenig fehlen wie eine coole Frisur bei den Jungs oder schöne Wangenbemalung bei den Mädels. Prinzessin Suna, bei der das Wecken stattfand, hatte das Prozedere bereits vergangenes Jahr mitgemacht – damals allerdings als Pagin. „Selbst Prinzessin zu sein ist schon aufregend“, sagte sie. Für ihren Prinzen Kevin war es hingegen völliges Neuland. Der Fußballfan, der sonst bei Kickers Hergershausen aufläuft, kam erst diese Kampagne zur Fastnacht, hat sich aber in der kurzen Zeit zum Entertainer gemausert.

Nachdem sich die vergangenen vier Wochen eine Veranstaltung an die nächste gereiht hatte, war das Wecken des Prinzenpaars der letzte offizielle Auftritt für die beiden. „Irgendwie ist es schon traurig, dass jetzt alles vorbei ist. Es war so eine schöne Zeit“, sagte Suna. Auch für Kevin sind ereignisreiche Tage zu Ende gegangen. „Es war aber schon anstrengend“, gab er zu. Das junge Paar kannte sich vor dem 11.11. nur flüchtig, mittlerweile ist ein gutes Team aus den beiden geworden. Als die Narren auf der Straße lautstark mit Rasseln und Tröten auf sich aufmerksam machten, konnte Suna endlich den Rollladen hochziehen und das Fenster ihres Zimmers öffnen. Fröhliches Gejohle empfing sie. Wegen des Sturms musste Kevin seine Stimme dann etwas lauter als gewöhnlich erheben, um seine Rede zu beginnen. „Wir woll’n noch schlafen, was wollt ihr hier?“, rief er. Prompt kam die Antwort: „Hunger! Durst!“

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Diesen Bedürfnissen konnte schnell Abhilfe geschaffen werden. Familie Gökce hatte in ihrem Hinterhof ein Buffet gezaubert, das keine Wünsche offen ließ. Bei Laugenbrezeln, Würstchen, Kuchen, Muffins und Schmalzbrot gesellten sich alle unter die aufgestellten Pavillons. Wer vom Wind ausgefroren war, konnte sich mit dampfendem Glühwein und Punsch stärken. „Wir haben am Sonntag bereits einiges vorbereitet“, erzählte Papa Mehmet, „außerdem hatten wir viele fleißige Helfer.“ Und während der Sturm über die Gersprenzstadt fegte, wurde auch der Wunsch von Prinz Kevin erfüllt: „Lasst die Blaugasse beben!“

Quelle: op-online.de

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