Kostümsitzung des Sickenhöfer Karnevalvereins

Geisterjäger wirbeln über die Bühne

+
Bei der Kostümsitzung des Sickenhöfer Karnevalvereins tanzte die Mittlere Garde des SKV zur Musik aus dem Film „Die Geisterjäger“, und das Publikum ließ die Mädels nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Sickenhofen - Die 38. große Kostümsitzung des Sickenhöfer Karnevalvereins verwandelte die Friedel-Wiesinger-Halle in ein Narrenhaus. Garden tanzten auf der Bühne, Büttenreden waren zu hören und so mancher wunderte sich über zwei überdimensionierte Babystühle. Von Walter Kutscher 

Pünktlich um 19 Uhr 11 zog der Elferrat, begleitet von den Gardemädchen, in die Halle und Sitzungspräsident Achim Frankenberger begrüßte in gekonnten Reimen das närrische Publikum. Im Stile eines Protokollers ließ er viele lokale und große Ereignisse Revue passieren und erntete einen großen Lacher, als er in Anspielung auf die vielen Streiks im letzten Jahr vorschlug, dass die Bahn-Lokführer doch zur Lufthansa gehen sollten – dort können sie weiterstreiken. In Sickenhofen werden die Fastnachtssitzungen traditionell durch die Auftritte vieler Tanzgarden geprägt. So war es auch diesmal und gleich zu Beginn wetzten und hüpften die Kleinen der Purzelgarde über das Bühnenparkett.

Wie es bei Live-Veranstaltungen geschehen kann, musste schon gleich am Anfang der Programmablauf geändert werden. Petra Giesel, vielen bekannt aus dem Fernsehen als „Hiltrud“ vom Komiker-Duo „Hiltrud und Karlheinz“ aus Hanau hatte noch mehr Auftritte für diesen Abend und so musste das Babenhäuser Prinzenpaar etwas warten. Nun, Prinzessin Nadine II. und Prinz Andreas I. nahmen es mit Humor, kamen dann mit dem gesamtem Hofstaat auf die Bühne und wünschten der Narrenschar einen wunderbaren Abend.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Die kleine Garde des SKV brachte die Musik der Flower-Power-Bewegung der Achtundsechziger auf die Bühne und die Kinder wirbelten dabei mit ihren Gitarren durch die Luft, dass es einem allein beim Zuschauen fast schwindlig wurde. Bevor in diese aufgeheizte Stimmung der Solosänger Reinhard Paul preschte, der mit Songs aus der Kategorie „Superstimmung“ den Saal weiter zum Kochen brachte, bewies Altmeister Lutz Murmann aus Eppertshausen in seinem 44. und letzten Bühnenjahr seine Klasse in der Bütt. Das Publikum zur Abkühlung brachte dann die Rednerin Petra Wenzel aus Niedernberg und nach ihrem Vortrag wurde die Halbzeit im Programm angekündigt.

Was soll denn das jetzt, fragten sich die Zuschauer, als nach der Pause zwei überdimensionierte Babystühle auf der Bühne standen. Aber nachdem Sitzungspräsident Achim Frankenberger und Alex Höreth auf den zwei Meter hohen Stühlen Platz genommen hatten, wurde dem Publikum schnell klar, jetzt heißt aufgepasst und Ohren gespitzt, denn die Büttenrede der „eineiigen Scheeseschisser“ hatte es in sich. Was macht ein Schneemann auf der Narrenbühne? Nur kurz musste das Publikum auf die Antwort warten, denn mit dem folgenden furiosen Showtanz „Ghostbusters“ der Mittleren Garde wurde klar, dass hier eine gekonnte Parodie auf den berühmten Hollywoodfilm „Die Geisterjäger“ gezeigt wurde. Sie kamen um eine Zugabe nicht herum.

Fotos der Sitzung des Sickenhöfer Karnevalvereins

Zwischen den Auftritten platzierte Achim Frankenberger geschickt einige Ehrungen von SKV-Mitgliedern. Unter anderem blicken Monja Wodrig und Daniela Wegner auf 33 aktive Jahre im Karneval zurück. Weiter im Programm ging es mit einer gekonnten Büttenrede von Jasmin Klein und dem Showtanz „Nussknacker“ der Starlettgarde. Russisch ging es dabei zu und beim „Ka- Ka- Kasatschok“ sangen alle kräftig mit, denn geschickt wurden hier klassische und moderne Musikelemente verknüpft. Auch hier verlangten die Zuschauer eine Zugabe.

Nach einer Runde Schunkelmusik der Kapelle Sunshine-Duo kam der nächste Brüller: Das Männerballett des ASV Sickenhofen zeigte Klamauk vom Feinsten und krönte den Auftritt mit einer fast akrobatisch gelungenen Menschenpyramide. Sänger Reinhard Paul brachte als Elvis-Double noch mal tolle Stimmung in den Saal und danach zeigt die große Garde ihren Showtanz „Super Mario“. Putzig waren dabei die kleinen Lastwägelchen als optische Bereicherung des Auftritts. Den Schlusshöhepunkt setzte das Drumcorps „Marshmellows“ aus Darmstadt, das mit seinen Trommeln aller Art und rhythmischen Bewegungen an ein schottisches Tattoo erinnerten – klasse. Zum großen Finale kamen dann alle noch mal auf die Bühne, vom Hallenhimmel regnete es ungezählte bunte Luftballons und auf dem Heimweg tanzten den Menschen einige Schneeflocken um die Nasen.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare